Präsident Häusle operiert mit falschen Zahlen, Grüne und VP reagierten amüsiert
Wien - Thomas Häusle, Präsident der Kunsthalle, stellte am Donnerstag in
einer Aussendung "empört" fest, dass die Kunsthalle in ihrer "Existenz
gefährdet" sei. Denn "auf Betreiben der Grünen" würde die Subvention
von 4,15 auf 3,85 Millionen Euro gekürzt. Zudem würde der Hauptsponsor,
die Ursula-Blickle-Stiftung, ihre Unterstützung zumindest bis zum Ende
der Dienstfreistellung von Direktor Gerald Matt (bis 31. März)
aussetzen. Häusle sprach von "enormen Schäden" und "massiven
Budgetreduktionen".
Er operierte aber mit falschen Zahlen. Kulturstadtrat Andreas
Mailath-Pokorny (SP) stellte dies richtig. Und Klaus Werner-Lobo,
Kultursprecher der Grünen, ergänzte: "Wahr ist, dass die Grünen einer
von Mailath-Pokorny vorgeschlagenen Kürzung von 100.000 Euro zustimmen
werden. Diese sind mit Leichtigkeit allein durch einen sparsameren
Lebensstil der Geschäftsführung und ohne den geringsten Verlust für die
Kunsthalle einzusparen."
Und VP-Kultursprecherin Isabella Leeb kommentierte: "Der Kunsthalle soll
in Zeiten der Krise die Subvention um 100.000 Euro gekürzt werden -
sicher kein Beinbruch bei mehr als vier Millionen Euro." Amüsiert zeigte
sie sich von Häusles Aufschrei wegen der Blickle-Stiftung. Abgesehen
davon, dass der "Hauptsponsor" nur einen vergleichsweise geringen Betrag
von rund 70.000 Euro im Jahr beitrage: "Vielleicht hätte der Vorstand
der Kunsthalle mit dem Gremiumsmitglied der Blickle-Stiftung, Gerald
Matt, sprechen sollen, um derartige Schäden abzuwenden." Leeb spricht
von einer "Provinzposse": Es verstärke sich der Eindruck, dass die
Kunsthalle nur mehr zu privaten Rachefeldzügen missbraucht wird. Von der
Kunsthalle war keine Stellungnahme zu erhalten. (trenk / DER STANDARD, Printausgabe, 31.12.2011/1.1.2012)