Drohnen über Deutschland

Regierung weist Vorwurf der Zulassung zurück

30. Dezember 2011, 16:45

"Voraussetzungen für uneingeschränkten Betrieb nicht erfüllt"

Berlin - Die deutsche Regierung hat den Vorwurf zurückgewiesen, sie wolle den Betrieb von Drohnen im Land ermöglichen und dabei das Parlament umgehen. Derzeit seien die Voraussetzungen "für eine uneingeschränkte Anerkennung und Zulassung der Geräte im deutschen Luftrecht" nicht erfüllt, erklärte das Verkehrsministerium am Freitag in Berlin. Die geplanten Änderungen des Luftverkehrsgesetzes erlaubten "gerade nicht den uneingeschränkten Betrieb dieser Geräte", die zum Beispiel bei der Verkehrsüberwachung oder Verbrechensbekämpfung eingesetzt werden können. Die Gesetzesänderung werde zudem "in jedem Fall" vom Bundestag beraten, teilte das Ministerium weiter mit.

Die geplante Änderung des Luftverkehrsgesetzes war kurz vor Weihnachten in den Bundestag eingebracht worden. Demnach sollen auch "unbemannte Luftfahrtsysteme" als Luftfahrtzeuge anerkannt werden. Dies ist nach Ministeriumsangaben aber nur ein erster Schritt in einem möglichen mehrstufigen Verfahren zur Zulassung von Drohnen im Luftverkehr. Derzeit ist demnach der Einsatz von Drohnen unter ganz bestimmten Voraussetzungen erlaubt - allerdings zum Beispiel nicht außerhalb der Sichtweise des Steuernden.

Der Abgeordnete der deutschen Linken, Wolfgang Neskovic, kritisierte das Verfahren. Dem Deutschlandradio Kultur sagte er am Freitag, es sei "völlig inakzeptabel", dass die Regierung alle weiteren Beschlüsse auf dem Verordnungswege fassen wollten. "Da wird das Parlament ins Abseits gestellt, und das kann nicht hingenommen werden", sagte Neskovic.

Neskovic lehnte den Einsatz von Drohnen grundsätzlich ab. Wenn nun auch noch im Luftraum mit kamerabestückten Drohnen Überwachungsmöglichkeiten eingeräumt würden, "dann haben wir etwas, das ich nicht möchte und ich meine: viele Bürgerinnen und Bürger auch nicht." (APA)

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