Drastische Sparmaßnahmen der neuen Regierung

30. Dezember 2011, 16:39

Gehälter der Staatsbediensteten werden eingefroren - Nur Pensionisten sollen verschont bleiben

Madrid - Die neue spanische Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy hat die ersten Maßnahmen zur Reduzierung des hohen Haushaltsdefizits angekündigt. Spaniens Staatsangestellte müssen wegen der Wirtschaftskrise auch im kommenden Jahr auf der Stelle treten. Die Gehälter der Staatsbediensteten werden 2012 nicht erhöht, wie die Regierungssprecherin und Vizepräsidentin Soraya Sáenz de Santamaría bekanntgab.

Die Maßnahme ist Teil eines ersten Sparpakets, mit dem die konservative Regierung das Haushaltsdefizit in den ersten Monaten 2012 um vier Milliarden Euro reduzieren will. Die sozialistische Regierung von José Luis Rodríguez Zapatero hatte die Löhne der Mitarbeiter im öffentlichen Dienst 2010 um fünf Prozent gekürzt und für dieses Jahr eingefroren.

Auch der Mindestlohn (641 Euro im Monat) wird im kommenden Jahr nicht erhöht. Dagegen werden die Pensionen um 1,0 Prozent angehoben. Rajoy hatte bereits vor seinem Amtsantritt am 21. Dezember angekündigt, dass er im Rahmen seiner drastischen Sparpläne nur die Pensionisten verschonen würde. Der neue Regierungschef hatte für 2012 Einsparungen von insgesamt 16,5 Milliarden Euro angekündigt. Damit will Spanien seiner Verpflichtung gegenüber der EU nachkommen, die Neuverschuldung bis Ende 2012 auf 4,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu senken.

Nach Angaben der neuen konservativen Regierung beträgt das diesjährige Defizit rund acht Prozent des BIP und damit deutlich mehr als das von der sozialistischen Vorgängerregierung angestrebte Ziel von sechs Prozent. (APA)

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