Geld ist ein "kurzfristiger Zufriedenmacher"

30. Dezember 2011, 18:04

Die meiste Wertschätzung erfahre man, wenn man mit seiner Aufgabe wachsen könne, sagt Arbeitspsychologe Paul Jiménez

Gibt es Menschen, die keine Wertschätzung brauchen? Wohl kaum. Joachim Bauer, Neurobiologe und Professor an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, schreibt dazu: "Wir sind - aus neurobiologischer Sicht - auf soziale Resonanz und Kooperation ausgelegte Wesen. Kern aller menschlichen Motivation ist es, zwischenmenschliche Anerkennung, Wertschätzung, Zuwendung oder Zuneigung zu finden und zu geben." Wenn keine Chance auf Zuwendung besteht, schalten alle Motivationssysteme ab, so Bauer weiter. Nicht zuletzt im Job ist das von nicht unerheblicher Bedeutung.

In Zeiten, da knapp die Hälfte aller Arbeitnehmer für bessere Rahmenbedingungen (nicht Geld!) den Job sofort wechseln würde, gewinnt Wertschätzung zunehmend an Bedeutung - und zwar mit all seinen Dimensionen. Denn was man beim Thema Wertschätzung ganz allgemein sehr gerne außer Acht lasse, seien die vielen anderen Aspekte abseits des Lobes. "Vielfach wird immer nur darauf eingegangen", sagt Paul Jiménez vom Institut für Psychologie, Arbeits-, Organisations-, und Umweltpsychologie der Karl-Franzens-Universität Graz sowie Leiter der Fachsektion Arbeits-, Wirtschafts- und Organisationspsychologie des BÖP (Berufsverband der Österreichischen PsychologInnen).

Anerkennende Worte oder Gesten seien - unumstritten - Balsam auf die Seele eines jeden. Aber: Was vielfach unterschätzt und sehr wohl auch im Begriff der Wertschätzung enthalten sei, ist "das Akzeptieren von Dingen oder Entscheidungen", so Jiménez, "wenn diese nicht den eigenen Vorstellungen entsprechen". Das eben auch in der Arbeitswelt.

An diesem Punkt können Führungskräfte enorm viel an Motivation unter ihren Mitarbeitern freisetzen, was ja altbekannt sei. Aber auch umgekehrt hätten nicht wenige Führungskräfte mehr Wertschätzung, ihre Arbeit und Leistung betreffend, verdient, ist sich Jiménez sicher.

Allzu schnell könne Motivation in Demotivation umschlagen, weiß der Arbeitspsychologe. Statistisch bewiesen sei, dass man viermal so schnell demotivieren als motivieren könne. Demotivation werde als Misserfolg wahrgenommen, und der wiederum gebe einem das Gefühl des Kontrollverlustes. "Wie eine Wand, gegen die man läuft und von der man nicht dachte, dass sie da war", beschreibt er das Gefühl.

Illegitime Aufgaben

Ein wahrer Motor für Demotivation und mehr werden in der Forschung unter dem Begriff "illegitime Aufgaben" gesammelt. Häufig im Arbeitsvertrag definiert, verbergen sich darunter Aufgaben, die man oft als "unter seiner Würde" empfindet, so Jiménez. Auch wenn diese rein rechtlich durchsetzbar seien, sagt er, handle es sich im Prinzip um einen Machtmissbrauch. Als Mitarbeiter habe man das Gefühl nicht nur nicht geschätzt, sondern gar nichts wert zu sein. Und schon ist man in der Negativspirale. Oder wie Jiménez sagt: "Wir wissen aus der Forschung, dass die erlebte Wertschätzung das Befinden vorhersehen kann - und zwar bis hin zu Krankheitsfällen." Es ist und bleibe ein Kreislauf, so der Arbeitspsychologe, wenn Führungskräfte positives Feedback geben, dann sind die Mitarbeiter motiviert und die Ersten, die sich positiv zurückmelden.

Ist Geld im Begriffsspektrum der Wertschätzung enthalten? "Geld zählt nicht zu den primären Motivatoren", so Jiménez. "Es gibt Dinge, die Unzufriedenheit nehmen, aber nicht hochzufrieden machen. Geld ist ein kurzfristiger Zufriedenmacher. Diese Zufriedenheit hält rund zwei bis drei Wochen an. Danach relativiert sich das schon wieder", sagt er. Wirkliche Zufriedenheit entstehe nur dann, wenn man mit seiner Aufgabe wachsen könne. (Heidi Aichinger, DER STANDARD, Printausgabe, 31.12.2011/1.1.2012)

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Dass Geld nicht glücklich macht, ist nur eine Lüge die man denArmen erzählt, damit sie nicht randalieren.

"Geld ist ein "kurzfristiger Zufriedenmacher"

Ja, ja, diesen Slogan verbreiten die Neoliberalen seit etwa zwei Jahrzehnten.

Liebe Heidi,

würde Dich sehr gerne am Fr Abend in das schicke Restaurant einladen. Meine neuer Chef schätzt meine Leistungen so sehr, dass ich jetzt schon 75 Super-Mitarbeiter-Kärtchen sammeln konnte. Das Schild "Mitarbeiter des Monats" darf ich sogar privat auf dem Anzug tragen.
Ich hoffe das Haubenlokal akzeptiert diese Lobkärtchen, lt. Gehaltszettel bin ich sogar James-Bond, 700 steht da ... jedes Monat- muss man nur umdrehen

Kurzfristig

So ein weltfremder Schmarrn! 98% der Arbeitnehmer gehen deswegen arbeiten, weil sie das Geld brauchen, und nicht, weil's so lustig ist! Manchem fällt es vielleicht leichter, wenn er sich mit drübergestülptem Überbau wie "Zufriedenheit" und "Wertschätzung" in den Sack lügt, aber davon kann in Wahrheit niemand seinen Kindern eine Wurschtsemml kaufen. Was wirklich zählt, ist die Kohle. Alles andere ist Makulatur...

sehen Sie sich mal "Zwei-Fakten-Theorie" von Herzberg an. Damit man nicht generell unzufrieden ist, muss man genug Einkommen zum "Auskommen" haben - Hygienefaktor.

Um jedoch zusätzlich motiviert zu sein, braucht es die Motivatoren Lob, Beförderungen, (Geld-)Prämien, etc

also ich bin

lieber kurzfristig glücklich, als langfristig unglücklich.

Geld

der primitive Motivator.

Man könnte es als gutes Werkzeug sehen wenn die Leut nicht so ungeschult und gierig wären

Geld macht fur sich genommen nicht glücklich, wohl wahr.

Der Umkehrschluss gilt allerdings noch weniger..

uebersetzung

bla bla bla har har har bla bla bla har har har
es handelt sich um rythmisch dargebrachten schwachsinn, der dem boep und den arbeitspsychoilogen reiches einkommen sichert, um damit nullleistung einzukaufen, wobei die philosophie der psychologen die vorgeblich nichtmateriell dabei hilft im konsumleben vorteile zu erzielen. dabei ist es schon wichtig wie man sich fuehlt und zwar wie sich die konsumenten fuehlen, denn die zahlen und nicht die psychologen. das ist zu verschleiern, denn wenn die krise maximal ist steigen die stundensaetze.

Geld macht nicht Glücklich

aber auch nicht Unglücklich...

Diese Pseudopsychologen vergessen aber zu erwaehnen, dass bis zu einer gewissen Hoehe es ueberlebenswichtig ist und damit primaere Beduerfnisbefriedigung bietet.

Manche Traumwandler in der Psychologie tun so, als ob wir noch immer im Dschungel leben und uns ohne Geld genug Nahrung, Wohnraum etc einfach so zur Verfuegung stuenden!!!

Dass Geld dann die Zufriedenheit nicht mehr erhoeht, wenn man sich alles Lebensnotwendige und je nach Mensch auch etwas mehr leisten kann, bezweifelt eh niemand; aber dauernd so zu tun, dass die armen ja so gluecklich sein koennen, dass sie arm sind, weil die Reichen ja eh so viele Probleme haben und eh auch nicht gluecklicher sind, ist einfach nur primitiver Schwachsinn.

Ich hab noch niemanden erlebt, der gluecklich darueber ist, dass er trotz Job taeglich Ueberlebensangst hat, weil er entweder weisz, dass er grad seine Miete isst oder wegen der Miete nicht mehr essen

Immer die selbe Leier

Es wird nicht richtiger, nur weil man es anderen Nachbetet.

Tatsächlich ist eine anständige Bezahlung das A und O.
Wenn ich Wertschätzung für meine Arbeit erfahre aber Firma XYZ 500 Euro im Monat mehr bietet, bin ich weg...Wertschätzung hin oder her.
Geld ist auch eine Art von Wertschätzung. Die größte nämlich.

Geld ist nicht so wichtig,

sagen meist entweder die, die so viel haben, dass sie es nicht mehr zu schätzen wissen, oder die, die wenig haben und sich das schönreden wollen. Und mehr Geld zu bekommen, ist auch eine Form der Anerkennung und zwar bei einer Gehaltserhöhung auch eine dauerhafte.

wer wenig verdient wird auch gering geschätzt. ansonsten, immer die gleiche leier von wegen geld ist nicht wichtig, ja klar, wenn man tonnen davon hat ist es nicht wichtig.

Wie sehen das...

...Karl Heinz G.
...Schüssel
...der Graf MP
...Gorbach

usw usf

Das ganze gilt aber nur für Arbeitnehmer. Oder? Manager, Vorgesetzte, Unternehmer, Banker - die macht Geld schon glücklich, die können schon etwas damit anfangen...

"Manager, Vorgesetzte, Unternehmer, Banker"

können ebenso alle Arbeitnehmer sein und ohne Eigentumsanteile.

Geld ist ein Hygiaenefaktor

Es ist richtig, dass Geld allein nicht dauerhaft motivierend wirkt. Wer aber das Gefuehl hat, zu wenig zu verdienen, der erlebt das auch als zu geringe Wertschaetzung.

nur bedingt...

Ich gebe Ihnen recht: Eine Grundsicherung muss gegeben sein. Wenn aber 80% der Topmanager das Gefühl haben, zu wenig zu verdienen, wo ist dann das Limit? Oder verhält es sich gerade bei ihnen so, dass sie der irrigen Annahme verfallen, Zufriedenheit in Geldsummen zu finden?
Zur Zufriedenheit braucht es imho ein Gehalt, mit dem ich meine Existenz und die meiner Familie gut bestreiten kann, und zwar über einen überschaubaren Zeitrahmen (nicht über Jahre oder gar Jahrzehnte). Ab da liegt der Zufriedenheitsfaktor wo anders. Wer ab diesem Einkommen Glück übers Geld zu finden hofft, wird nur gieriger und verliert die eigentliche Ursache der Unzufriedenheit aus den Augen.

"Wenn aber 80% der Topmanager das Gefühl haben, zu wenig zu verdienen"

wie kann ein Spitzenverdiener mit einer solchen Meinung ernst genommen werden?

geld ist notwendig, solange kein besseres system erarbeitet worden ist. aber unter den gegenwaertigen bedingungen der geld-und konsumsucht , mit dem der lohnterror ursaechlich zusammenhaengt,

kann der mensch keine selbstverwirklichung erarbeiten, und das macht ihn krank, neurotisch, psychotisch, aggressiv, mobbingfixiert bis zum burnout. schulden, umschuldungen, noch mehr stress, wie die staaten so ihre buerger. der krieg wird wieder einmal vernunftfaehig, weil die vernunft kaputt ist.

der schuldenexplosion entspricht eine gewinnexplosion der FI (finanzindustrie), denn jedes "soll" entspricht einem "haben". mit diesem haben muss die FI in allgemeine kaufkraft statt in krieg investieren und den lohnterror (=kalter kriegsterror), beenden.

freiwillige arbeit, freiwillige arbeitslosigkeit, leben fuer selbstverwirklichung:

BEDINGUNGSLOSES GRUNDEINKOMMEN fuer alle.

vollbeschaeftigung gibt es nur noch im weltkrieg.

Vollbeschäftigung gibt es - und sie wird kommen, wenn

Die Wirtschaftspolitik einigermassen vernuenftig ist. Kriege braucht es dazu nicht. Und Ihre Lieblingsidee, die die Menschheit nachhaltig zugrunderichten koennte, wuerde man sie umsetzen, schon gar nicht.

? was ist der Unterschied von Grundeinkommen und Pension

die bedingungslosigkeit.

pensionen erhalten wir nur, wenn wir fuer sie eingezahlt haben, das grenzt die beziehergruppe naturgemaess auf ein bestimmtes alter ein.

das BEDINGUNGSLOSE GRUNDEINKOMMEN

erhalten alle, bedingungslos. deshalb sind manche pensionisten - aus nicht sehr edelmuetigen gruenden - nicht sehr dafuer. "warum soll es denen besser gehen" etc. das hatten wir schon bei der sexuellen revolution der 60er jahre.

mit dieser einstellung darf es keinen gesellschaftlichen und emanzipatorischen fortschritt geben.

humanismus will, dass jede generation auf der basis der erfahrungen vorangegangener generationen die menschliche evolution weiterentwickeln kann.

Die Leute sind aus ganz anderen Gründen dagegen. Wenn schon bei den jetzigen Pensionen gejammert wird, dass sie kaum zu finanzieren sind, woher soll denn das Geld für ein BGE kommen? Und verkneifen Sie sich die Aussage mit den Fantastilliarden der FI, das ist nicht mehr als ein Wunschtraum.

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