Leben nach Fukushima

Die Erde wird gut

30. Dezember 2011, 17:54
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    foto: reuters/issei kato

    Vielen Japanern ist die Atomenergie nicht mehr geheuer.

Über die Angst nach dem Reaktorunglück am 11. März in Japan – Und das Genesen der Erde, die uns bedroht, wenn wir nicht damit rechnen – Von Leopold Federmair

Genau ein Jahr ist es her, dass ich das letzte Mal in Tokio war. Auch damals saß ich im Obergeschoß dieses Cafés hier in Meguro, einem recht normalen Stadtteil, dessen Anziehungspunkt, wie in den meisten Vierteln, der Bahnhof ist, wo sich mehrere Linien kreuzen. An jenem Tag im Dezember 2010 war ich gebannt von der Stille, die damals im vollbesetzten Raum herrschte, eine Art gelassener Intensität, die vielleicht das Wesen dieser Stadt spiegelte.

Diesmal ist es ähnlich, auch wenn leise Klaviermusik über den Köpfen schwebt, Chopin, denke ich zuerst, aber es ist Jazz, Bebop. Paare von Freundinnen, die die vergangenen Tage, das vergangene Jahr besprechen. Junge Leute mit Büchern, Heften, Computern. Und natürlich ein Schläfer, Mann in Anzug und Krawatte, Stoppelfrisur, angedeuteter Irokesenschnitt, der in seiner Firma gerade noch durchgehen wird. Im leeren Kaffeeglas vor ihm schmelzen ein paar Eiswürfel vor sich hin, langsam bildet sich eine whiskyfarbene Lache. Im Ohr des Mannes ein Tonstöpsel, von dem ein knallrotes Kabel herabhängt wie ein Blutfaden, auf seinen reglosen Schenkeln die Aktentasche: Ist er tot? Wie um die Idee zu widerlegen, geht ein Ruck durch ihn, der Mann steht auf, trägt das Tablett mit dem Glas weg ... Zuletzt verschwindet die Aktentasche aus meiner Bildfläche.

Zu wenig Liebe, zu wenig Spaß

Ich schreibe das in ein Campus-Notizheft, das ich heute früh in einem Konbini in Hiroshima gekauft habe, weil ich mein angebrauchtes Büchlein vergessen hatte. Wirklich praktisch dieses System kleiner Geschäfte, das die Japaner wie so viele Dinge von Amerika übernommen und eigenen Gewohnheiten angepasst haben. Gestern Abend war ich in der Nähe von dem Lawson bei einer Jahresschlussfeier in einem Restaurant, wo siebzigjährige Frauen im Kimono servieren. Eine von ihnen fiel, weil zwischen den Rücken der Sitzenden fast kein Durchlass war, auf meinen Schoß und verschüttete ein Kännchen Sake. Sie tat, als wäre es ihr peinlich, blieb jedoch eine ganze Weile sitzen, und wir lachten beide. In seiner Ansprache zeigte sich unser Chef mit dem vergangenen, "so schwierigen und harten Jahr" alles in allem dennoch zufrieden.

Der Flug war ruhig. Im Yomiuri las ich den Leserbrief einer Frau, die sich beklagte, dass der Verlobte ihrer 30-jährigen Tochter nach zehn Jahren eine andere heiraten werde. Ein Rechtsanwalt riet ihr in seiner Antwort, eine Entschädigungszahlung anzustreben. Ich erinnerte mich an einen Text über die Erniedrigung des Liebeslebens in Japan, den ich kurz vor der Katastrophe in Tohoku geschrieben hatte und den seither kein Redakteur mehr annehmen will. Dabei haben sich die Probleme des Landes am 11. März nicht geändert, nur zugespitzt. In Tohoku gibt es derzeit einen Arbeitskräftemangel, der den Wiederaufbau behindert. Zu wenig junge Leute, zuviel Sicherheitsdenken. Zu wenig Liebe, zu wenig Spaß.

Ein Streichholz in den Lüften

Einmal bin ich von Tokio nach Hiroshima geflogen, an einem Sturmtag, als bis kurz vor dem Start nicht feststand, ob wir fliegen würden oder nicht. Es war eine sehr kleine Maschine, höchstens zwanzig Passagiere, ein Streichholz in den Lüften, so sehe ich es in meiner Vorstellung. Achtzig Minuten lang rumpelte dieses Ding, und ich hatte schon kurz nach dem Abheben das Gefühl, jetzt geht es abwärts. Dieses Gefühl verließ mich nicht, bis ich erstaunt zur Kenntnis nahm, dass wir gelandet waren. Ähnlich war das, was ich in Hiroshima, 800 Kilometer (Luftlinie) von Fukushima entfernt, in der Nacht des 11. März und während der Folgetage empfand.

Ich stemmte mich dieser Empfindung entgegen und versuchte, mein Herz zu beruhigen, was eher die gegenteilige Wirkung hatte, und sagte mir vor, dass dieses Land nicht versinken werde. Das Absturzgefühl hielt eine ganze Weile an. Was ich in jenen Tagen auf den Internetseiten der europäischen Zeitungen las, ärgerte mich und bestärkte meinen inneren Kampf gegen die Angst. Die Schreiber, ob "Journalisten" oder "Poster", frönten dem Sensationsbedürfnis und der Horrorlust, in sicherem Abstand in Übersee, vor ihren Monitoren, wo sie den Schauder der Katastrophenbilder genossen.

Ein seltsamer Dämmer

Heute Nachmittag habe ich Zeit gefunden, durch den Park des Meiji-Schreins zu flanieren. Es war noch nicht spät, doch im hohen Gewölbe unter dem Laubdach der Hauptallee herrschte ein seltsamer Dämmer, man hörte die Rufe der Krähen, die dort ihre Macht ausüben, lauter werdend und verstummend, gemeinschaftlich oder gegeneinander ... Von einer Brücke fiel mein Blick auf einen Bach, der zwischen bemoosten Felsbrocken dahinfloss, nicht allzu fern hörte ich das Brausen eines sich entfernenden Zugs und eine weibliche Lautsprecherstimme. Beim Verlassen des Parks wehten mir Schwaden warmer Luft entgegen; die Wohnblöcke am Horizont nahm ich als "das Übliche" wahr, aber auch in der Lichtung dämmerte es, obwohl der Abend noch fern war. Auf der Brücke saßen vier Hari-Krishna-Anhänger, ein Europäer unter ihnen; ihr Gebimmel wirkte lächerlich vor der Heiligkeit, aus der ich gerade kam. In der Raucherecke neben der Straßenkreuzung sog auch das barocke Mädchen - Dreiviertelhose, Rüschenbluse, toupiertes Blondhaar -, das im Naturgewölbe eine blasse Blume abgegeben hatte, an ihrer Zigarette.

Tokio hat sich in diesem einen Jahr nicht verändert. Unwillkürlich habe ich nach Rissen an Wänden Ausschau gehalten, nach Bruchflächen, Spuren von Zerstörung. Nichts. Dabei muss das Beben auch in der Hauptstadt schrecklich gewesen sein. Möglich, dass Japaner in Gefahrensituationen vernünftiger reagieren, aber Angst verspüren sie wie die Menschen überall. Ende November gab es in Hiroshima ein Beben, Stärke fünf auf der Richterskala. Meine Frau und ihre Mutter wurden nicht müde zu wiederholen, wie sehr sie erschrocken seien. Vor 15 Jahren hatten sie in Kansai das Beben erlebt, bei dem in Kobe tausende Menschen umkamen. Ich selbst, auf meine Schreibtischarbeit konzentriert, hatte von der jüngsten Erschütterung nicht viel bemerkt, es schien mir eines der kleineren, wie sie oft vorkommen.

Den Spieß umgedreht

In diesem Jahr habe ich an der Universität Hiroshima zwei Vorträge von Leuten gehört, die von außerhalb kamen. Die eine war eine japanische Autorin, die mit den Worten begann, sie habe nie studiert; im Alter von zwanzig Jahren hätte sie nichts als Dummheiten im Kopf gehabt. In Japan habe ich Studenten nie so frei mit älteren Personen, schon gar nicht mit Lehrern, reden hören wie damals, als Randy Taguchi den Spieß umdrehte und ihnen Fragen stellte. In ihrem Vortrag hatte sie unterstrichen, dass die USA nicht nur für die Atomexplosionen in zwei japanischen Städten verantwortlich seien, sondern auch die sogenannte friedliche Nutzung der Kernenergie hier veranlasst hätten. Bis heute, sagte Taguchi, seien die USA am Uran interessiert, das bei der Erzeugung von Atomenergie abfalle und zur Herstellung von Kernwaffen benötigt werde. Die erste Generation der japanischen Techniker, welche die heute in Betrieb befindlichen Atomkraftwerke entworfen und gebaut haben, wurden allesamt in den USA ausgebildet.

In den USA gab es 1979 ebenfalls einen Unfall mit Kernschmelze. Danach ging man mit Atomenergie vorsichtiger um, erst in jüngster Zeit versucht man wieder, diese Energiegewinnungsform auszubauen. Die japanische Firma Toshiba, die vor einigen Jahren die Energie-Branche des Westinghouse-Konzerns gekauft hat, wird an der Errichtung von zwei neuen, angeblich sehr sicheren Atomkraftwerken in Georgia und South Carolina beteiligt sein.

Beitrag zum Klimaschutz

In Japan selbst besteht zurzeit wenig Enthusiasmus, neue Anlagen zu bauen; eine Firma wie Toshiba setzt auf den Export; für Vietnam sind zwei AKWs geplant. Bedenkt man, dass im Nachbarland China derzeit 27 Reaktoren in Bau sind, kommt man zum Schluss, dass das Ende der Atomenergie in dieser Weltregion keineswegs bevorsteht. Zuweilen wird diese Energiepolitik als Beitrag zum Klimaschutz gepriesen. Die Atommeiler in Fukushima sind über 30 Jahre alt; neue Modelle sollen katastrophalen Vorfällen wie Flugzeugabstürzen standhalten.

Sollen wir uns vom Fortschritt der Atomtechnik, den auch ein Bill Gates beschwört und fördert, beruhigen lassen? Wird es in einer nicht allzu fernen Zukunft AKWs geben, die (fast) keinen Atommüll zurücklassen? In Japan geschah in den bald 50 Jahren, seit der Shinkansen verkehrt, kein einziger Unfall mit Todesopfern. In China gab es schon wenige Mo-nate nach der Einrichtung einer Hochgeschwindigkeitsstrecke ein Unglück mit 43 Opfern.

Vollbeleuchtet

In Deutschland war die politische Reaktion auf Fukushima eindeutig und scharf, der Ausstieg aus der Atomstromerzeugung wurde besiegelt. Als der deutsche Philosoph Gernot Böhme, der schon in den 70er-Jahren an Anti-AKW-Demonstrationen teilnahm, diesen Herbst in Hiroshima einen Vortrag hielt, wies er auf die Energieverschwendung hin, die ein vollbeleuchteter Saal wie der, in dem er sprach, am helllichten Vormittag bedeutet, und er geißelte die Sitte der Cafés und Restaurants, Wasser und die meisten anderen Getränke mit Eiswürfeln zu servieren. Diese Sitte kommt, wie die Konbinis und das Weichbrot und viele Alltagsgewohnheiten, ursprünglich aus den USA. Nicht erst seit dem Unfall in Fukushima beobachte ich, wie meine Kollegen reflexhaft die Klimaanlage einschalten und dazu oft noch das Fenster öffnen.

Wenn in einem Zimmer nicht alle Lichter an sind, gilt die Tätigkeit, die darin ausgeführt wird, nicht als Arbeit. Bevor man arbeitet (und manchmal statt zu arbeiten), zeigt man, dass man arbeitet. Ein Student, der bei Böhmes Vortrag meinte, man müsse sich zwischen einem bequemen Leben, zu dem auch der Atomstrom beitrage, und einem weniger "modernen", weniger bequemen Leben entscheiden, tat mir leid, als ihn der betagte deutsche Philosoph ein wenig brüsk darüber aufklärte, die Vorstellungen von Bequemlichkeit seien wandelbar. Der Student hatte mit seiner Bemerkung nicht ganz unrecht. Trägheit ist eine unweigerliche Folge langwährenden Wohlstands. Leid tat mir auch die Studentin, die sich von Böhme Anregungen erwartete, was man hierzulande tun könne, um die Atomgefahr zu bannen. Der Professor warf ihr den Ball zurück; die japanische Bevölkerung müsse das Heft selbst in die Hand nehmen.

Ein sicherer Ort

In Kioto habe ich neulich durchs Busfenster eine Demo von Atomgegnern beobachtet, ein Häufchen von Unangepassten, das sich vergeblich im Strom der Einkäufer bemerkbar zu machen versuchte. Vielen Japanern ist die Atomenergie seit dem 11. März nicht mehr geheuer, doch öffentliches Protestieren gilt nicht als probates Mittel, sich Gehör zu verschaffen (schon das Reden über Politik im Freundeskreis ist unüblich), und so nimmt man eben hin, was man für die Logik der Entwicklung hält, die nicht von der scheindemokratischen Politik, sondern von der Wirtschaft bestimmt wird.

Schon Anfang der 70er-Jahre wies ein japanischer Psychologe auf das "amae" als Wesenszug der modernen japanischen Gesellschaft hin. Gemeint ist ein stark ausgeprägtes Harmoniebedürfnis, das über alle anderen Werte gestellt wird. Bloß kein Streit ... Diese ewige Vorsicht und Rücksicht führt in der Wohlstandsgesellschaft zu einer Trägheit, die in Japan auf für Europäer seltsame Weise einhergeht mit einer alltäglichen Beflissenheit, einem regelrechten Arbeitswahn, der von fast allen geteilt wird.

Sehnsucht nach der Heimat

Etwa zwei Wochen nach dem Erdbeben in Tohoku bin ich in Iwakuni, im Südwesten der Hauptinsel, einem Zahnarzt aus dem Nordosten begegnet, der mit seinen drei Töchtern einen Ausflug in dieser schönen Gegend machte. Ein freundlicher, kluger Mann, von seinen minderjährigen Töchtern spürbar geachtet, obwohl - oder weil - er ihnen den ganzen Tag, den wir zusammen verbrachten, keinerlei Anweisungen gab. Wie dieser Zahnarzt, mein neuer Freund, sind damals viele aus Tokio und Umgebung hierhergekommen, um ein wenig Luft zu schöpfen.

Angeblich sind manche auch auf Dauer übersiedelt, nach Kansai zum Beispiel, wie einst Junichiro Tanizaki, der große Erzähler, der eine Heidenangst vor Erdbeben hatte und 1923, als Tokio in Trümmern lag, die Stadt verließ. Andererseits hört man, dass viele Bewohner Fukushimas nichts sehnlicher wünschen, als bald in ihre verstrahlte Heimat zurückzukehren. Der Freund, der mir davon berichtet, versteht diese Sehnsucht, er selbst will bald zurück in die Heimat, die allerdings nicht im Norden liegt, sondern tief im Süden, auf einer kleinen Insel, die einst von Kagoshima kolonisiert und zum Zuckerrohranbau gezwungen wurde.

"Hiroshima, ein sicherer Ort?"

Einem anderen Freund habe ich unlängst nach Buenos Aires geschrieben, ich sei froh über meine im Sommer getroffene Entscheidung, nicht in die Hauptstadt zu ziehen, sondern in dieser sicheren Gegend hier zu bleiben. "Klingt seltsam: Hiroshima, ein sicherer Ort?", war seine Antwort. Doch, doch, so ist es, lieber Fernando, vor unserer Küste liegt die Insel Shikoku, sie schützt uns vor Flutwellen; verheerende Erdbeben sind hier (angeblich) nicht zu erwarten; der amerikanische Atomangriff liegt weit zurück, und kein AKW befindet sich in unmittelbarer Nähe.

Die Erde hier ist gut, auch wenn das meine intellektuellen Freunde in den verschiedenen Weltgegenden nicht glauben wollen. Auch wenn ich heuer darauf verzichte, abgepackten Kuhmist als Dünger zu kaufen, er könnte ja aus Fukushima stammen. Stattdessen gehe ich in den Wald und raffe verfaulte Blätter zusammen. Irgendwann wird sie auch in Fukushima wieder gut werden, die Erde, die uns bedroht, wenn wir nicht damit rechnen. (DER STANDARD, Printausgabe, 31.12.2011/1.1.2012)

Leopold Federmair ist Schriftsteller, er lebt seit neun Jahren in Japan, seit 2006 in Hiroshima. 2010 erschien sein Roman "Erinnerung an das, was wir nicht waren" (Otto Müller Verlag).

Kommentar posten
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derElch
00
Der Erde ist die Radioaktivität wurscht,

für den Menschen ists schlecht.

Trevor Goodchild
66
31.12.2011, 21:00
Atomkraft gibt es nur,

weil damit einige Wenige astronomische Gewinne einfahren, während alle das Risiko tragen, finanziell wie gesundheitlich.

Würde man hier auf Kostenwahrheit bestehen, gäbe es kein einziges AKW.

Erneuerbare Energien haben auch deshalb soviel Gegenwind, weil Ihre Verwendung die Energiepolitik wohl Demokratisieren würde, und dann die Kontrolle der Menschen über die Energieversorgung genauso obsolet werden würde, wie die astronomischen Gewinne einzelner.

derElch
00

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass Atomkraft eine nicht beherrschbare Technologie ist, die (realistisch) unkalkulierbare Risiken aufweist, jedoch JETZT (also im hier und heute, beim derzeitigen Energiehunger des Menschen) leider nicht wegzudenken ist.

Chien de Pique
00

Da gäbe es aber auch manches andere nicht, auch die Strategie der Risikoabwälzung ist nicht exklusiv.

Trevor Goodchild
01
Wohl war...

...aber auch diese Erkenntnis macht diese Dinge nicht besser.
Vielleicht sollte genau das kein Konzept für die Zukunft sein.

asinus
11
31.12.2011, 18:03

Die Erde wird gut, wenn wieder Energie nicht so sinnlos vergeudet wird, und aus erneuerbaren Quellen kommt - ohne Atomkraft.

Trevor Goodchild
43
31.12.2011, 16:29
Eine typisch menschliche vorgehensweise,

anstatt von der Atomkraft im grossen Stile abzugehen, trachtet man danach diese Technologie zumindest in ferne Länder zu exportieren und damit noch so viel wie möglich zu verdienen.
Und da Atomkraft ja so sicher ist, bauen diese Länder dann die AKW´s so weit wie möglich an die Grenze eines anderen Landes, um im Falle des Falles die anderen mehr zu treffen als sich selbst.

Ein schönes, moralisches Sittenbild derer, welche nur der "Materie", dem Gewinn verpflichtet sind.

General Cornwell
63
31.12.2011, 15:11
Übrigens: ein Kohlekraftwerk strahlt mehr als ein AKW

aber darüber kann man sich öffentlich nicht so gut aufregen...

asinus
03

Das trauen Sie sich so locker sagen? Und wie lange strahlt ein Kohlekraftwerk, nachdem es außer Betrieb gesetzt wurde, und wie lange strahlt ein AKW? Und seine Betriebsmittel?

A ndreas Bogeschdorfer
25
31.12.2011, 18:49
Ist es eigentlich befriedigend, wenn man sich konsequent dumm stellt?

Ich kenne persönlich keinen Atomgegner der sich für Kohle ausspricht. Dennoch stellen Typen wie Sie diese Verbindung ständig her.

Die Alternative liegt in Sonne, Wind, Wasser und nachhaltig genutzter Biomasse.

Aber für Suderanten Ihres Schlages finden sich natürlich genug Argumente warum diese Alternativen zu teuer, niucht effizient genug etc. sind.

Kennen wir alles. Wird durch ständiges Widerkauen nicht richtiger und auch nicht aufregender, nur zunehmend langweiliger und öder.

Truth Digger
 
01
Beginnen wir mal das Neue Jahr mit einer konstruktiven Diskussion!

Sie behaupten, nur Suderanten faenden, dass "Sonne, Wind, Wasser und Biomasse" zur Zeit noch keine Alternative fuer Kohle, Oel und Atomstrom waeren.

Was wirklich schade ist, ist der miserable Stil wie diese Diskussion gefuehrt wird. Sie selbst dienen als abschreckendes Beispiel hier. Ein besserer Weg wird von den Leuten hinter
http://alternativeenergy.procon.org/
angestrebt.

Sie sollten diese Seite einmal besuchen, und die Pro und Con EXPERTEN-Meinungen mal auf sich wirken lassen.
Eines ist dabei auffallend: Proponenten Ihrer Meinung sind sehr vage, wenn es um Fakten geht.

Sie moegen all diese Argumente beiseite schieben. Eines jedoch ist klar: Man ist weder ein Idiot noch ein "Suderant" wenn man nicht IHRER MEINUNG ist.

Ja bitte
22
31.12.2011, 21:49
Nachhaltig genutzte Biomasse?

Geh erklärns des doch mal uns dummen Idioten wie das funktionieren soll, wir verstehns nämlich nicht :)
Sooo nachhaltig wie Kunstdünger auf Raps und Mais-Monokulturen vielleicht(und Herbizide usw.) oooder vielleicht so nachhaltig wie Kurzumtriebsplantagen auf Flächen wo entweder grad noch 100Jährige Fichten gewachsen sind oder Lebensmittel für Menschen, oder wie wärs mit sooo nachhaltig wie wir das vor Einführung der Kohlewirtschaft gemacht haben: ALLES umhacken das so ähnlich wie ein Baum ausschaut einschließlich so langsam wachsender Bäume wie Lärchen und Zirben, weshalb wir 150Jahre nachdem wir mit dem Unfug wieder aufgehört haben noch immer keine Bäume davon in Schnittholz-Größe haben und alles Lärchenholz das hier verkauft wird

Ja bitte
11
31.12.2011, 21:49
aus Russland importieren müssen?

Na, welches Schweinderl hättens den gern?

nix fir unguad
22
31.12.2011, 19:23
Die Atomkraftgegner wollen sich wohl all dies wünschen was Sie aufzählen - Nur scheitert das halt alles an Kosten und Verlässlichkeit

Als Alternative bleibt eben nur Kohle und Gas. Die Anti-Atomkraftlobby spielt da eindeutig in die Händer der Befürworter der fossilen Stromerzeugung. Nur wollen das eben Leute wie Sie nicht überzuckern und waschen sich die Hände in Unschuld darin dass sie ohnehin sagen dass Sie Erneuerbare vorschlagen.
Das ist schon etwas blauäugig, wenn nicht heuchlerisch.

Ja bitte
20
31.12.2011, 21:55
Es scheitert allerdings nicht nur an der

Verlässlichkeit, Ökologischen Verträglichkeit und den Kosten für alle diese Energieformen:
Lord Mittermayer himself hat mal gepostet wieviel Windkraft und Solarenergiepotential Österreich noch hat. Wie viele Wasserkraftwerke man noch über irgend ein Biotop oder Landschaftsjuwel wie die Wachau betonieren kann lässt sich auch leicht herausfinden. Wenn man all das und alles Holz das angeblich noch zuwächst zusammenzählt erhält man das wasTHEORETISCH möglich sein könnte. -Es ist weniger als unser Verbrauch an Fossilen Energien. Es geht sich schlicht nicht aus!

Andreas Mittermayer
01
Natürlich geht es ich aus.

.
Es geht sich sogar in Deutschland aus. In Österreich, das über viel mehr Wasserkraft verfügt als Deutschland, geht es sich noch viel leichter und viel früher aus.

Sie wissen das genau!

Doch was tut ein Atomkraftfan wie Sie nicht alles, um seine geliebten Werkeln zu rechtfertigen, nicht wahr!?

Ja bitte
10
Meine Aussage bezog sich wie aus meinem Posting EINDEUTIG

hervorging sehr wohl auf Österreich. Sie müssten nur lesen können! Und warum haben Sie dann wohl SELBST Zahlen gepostet die beweisen, dass es sich nicht ausgeht? Sind Sie vieleicht nur so masochistisch veranlagt, dass Sie vorher Zahlen verbreiten die Ihren Wunschphantasien wiedersprechen, nur um diese dann wieder abstreiten zu müssen??
Ich weiss schon, wenn man die böse Industrie die Energie verbraucht (samt Arbeitsplätze) einspart, den bösen Wohlstand der uns zum Energie "verprassen" veranlasst oder gleich die phösen Menschen die dumm genug sind zu essen und zu heizen dann geht sich ALLES aus:Also am besten noch mehr Feinstaub und NOx mit Kohle und BiomsseKW in die Luft blasen, vieleicht sind dann irgendwann genug Menschen daran erstickt?

Andreas Mittermayer
01
Wie nennt man das: Projektion.

.
Denn Sie meinen, wenn Sie nicht lesen können, könnten es Andere auch nicht?! (Siehe erster Absatz meines Postings) ;-))

Und wie soll es sich bei einem Windkraftpotenzial von 42 TWh/a, einem Photovoltaikpotenzial von 57 TWh/a und einem Wasserkraftpotenzial von 51 TWh/a bei einem Gesamtverbrauch von knapp über 70 TWh/a nicht ausgehen?

Und was soll der letzte Absatz? Eine völlige Ignorierung der Effizienzpotenziale?

Bei einer Ausschöpfung der Erneuerbaren Energiepotenziale wäre gar die Ausschöpfung der Effizienzpotenziale nicht nötig.
Allerdings haben Maßnahmen in die Energieeffizienz viele günstige Effekte weshalb man sie einsetzen sollte.

Ja bitte
10
Tja werther Herr, das liegt vermutlich schlicht daran,

dass Sie mit einer völlig falschen Zahl operieren:
Wie Sie aus folgender Grafik: http://de.statista.com/statistik... quivalent/
erkennen können beträgt der Österreichische Bedarf an Fossilenergien im Mt Ölequivalent:13Öl+ 9Gas+2Kohle=24Millionen Tonnen Öleq.
1Tonne Öl enthält ~10MWh Energie.Also 240TWh!(und nicht 70 Sie Dolm!)
42+57+51=150TWh, zählen wir noch 15MioFM Holz dazu die ANGEBLICH noch zuwachsen:(1FM~700kg~3,5MWh)15Mio x 3,5MWh =51TWh
150+51=201 < 240.
quod erat demonstrandum
Falls Sie etwas langsamer sind: DAS war jetzt ein Beweis! ;)
Ihre Beweise laufen üblicherweise auf: 'quo errat demonstrator' hinaus..

Andreas Mittermayer
01
Nett! Doch daneben!

.
Mir ging es oben NUR um die Stromerzeugung.

Hätte ich mich auf den Gesamtenergieverbrauch bezogen, hätte ich bspw. auch das Potenzial der Solarthermie dazugezählt das alleine 117 TWh/a beträgt.

Also: Photovoltaik (57 TWh) + Wind (42 TWh) + Wasserkraft (51 TWh) + Solarthermie (117 TWh) =
276 TWh

Dabei sind Geothermie, Biomasse (Biogas), Wärmepumpen, Effizienzpotenziale etc. noch gar nicht berücksichtigt.

Liebe Grüße,

A.M.

Ja bitte
10
Ich kann mich nur leider nicht darauf beziehen

was Sie "meinen könnten" sondern nur auf das was Sie vorher tatsächlich geschrieben haben. :) Und das ließ sich durch Überprüfung von nur EINER Einzigen Zahl wiederlegen!
Aber auch ansonsten empfinde ich das was Sie hier produzieren im Gegensatz zu ihnen nicht als 'nett' sonder eher als ziemlich Infam!
Nehmen wir z.b. die von ihnen behauptete Zahl von 51TWh Wasserkraft. Wie Sie aus der von mir geposteten Grafik SICHERLICH herauslesen konnten nahm ich alle bereits in Betrieb befindlichen Wasserkraftwerke und sonstigen 'Erneuerbaren' als gegeben und konzentrierte mich NUR auf die zusätzliche Leistung die STATT der jetztigen 'Fossilen' gebraucht würde. folgender Link gibt Auskunft über Ist-Zustand und ZUBAU-Potential:

Andreas Mittermayer
00
Wieder nett!

.
Ich habe Ihnen bereits mitgeteilt, worauf ich mich bezogen habe. Das eine mal auf die Stromerzeugung (und -Verbrauch) und das Andere mal auf den Gesamtenergieverbrauch. Beides geht sich ohne Probleme mit EE aus.

Weiters habe ich die (Gesamt-)Potenziale dem Gesamtverbrauch gegenübergestellt.

Was schwafeln Sie hier chaotisch?

Ja bitte
00
Teil2:

http://www.oem-ag.at/service/n... 871304260/
"Vom theoretischen Gesamtpotenzial an Wasserkraft in Österreich von 56 TWh (56.000 GWh) sind 38 TWh bereits ausgebaut. Von den restlichen 18 TWh könnten - ohne Antasten von Nationalparks (Hainburg) oder Weltkulturerbe (Wachau) - 13 TWh "wirtschaftlich sinnvoll" realisiert werden,.."

So 18TWh also MIT Hainburg+Wachau usw. bzw. 13TWh ohne.
Da wir ja nur gefragt haben was THEORETISCH geht kann ich ihre 51TWh auf 18TWh korrigieren.
Sind mal 42Wind+57PV+18Wasserkraft+51ALLES!holz=168TWh
Mit dem Solarthermiepotential lügen Sie ähnlich dreist(bzw. Verstehens nicht besser!) Wie bei der Wasserkraft: hier das TECHN. Potential http://www.regioenergy.at/photovolt... -potenzial einen Link

Ja bitte
00
Teil3

weiter das Reduzierte Technische Potential: "..zeigt die reduzierten technischen Potenziale...Der wesentliche Unterschied beim Übergang vom technischen zum reduzierten technischen Photovoltaikpotenzial besteht in der Berücksichtigung der FLÄCHENKONKURENZ zur SOLARTHERMIE bei der Nutzung von Gebäudeflächen."
Das heißt also BEIDES kann nur auf den selben Flächen stattfinden. -Macht man mehr von dem einen bleibt weniger vom anderen! Sie können also ENTWEDER 71TWh PV ODER 117TWh Solarthermie ODER 57PV+~23TWh Solarthermie machen(Solarthermie hat einen ~1,65x größeren Wirkungsgrad als PV also z.b. 18% bei PV bzw. z.b.30% bei Solarthermie!)
168+23 <240
also ihr 'Beweis' eher 'quo errat demonstrator' !

Andreas Mittermayer
01
Beides kann nicht auf den selben Flächen stattfinden!

.
Ganz genau!

Und deshalb habe ich bei der Photovoltaik auch das "reduzierte technische Potenzial" angegeben.

Denn ohne solarthermie läge das Potenzial der Photovoltaik bei 71 TWh.

Siehe:

http://www.regioenergy.at/photovolt... -potenzial

und

http://www.regioenergy.at/photovolt... -potenzial

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