Großbritannien

Freigegebene Dokumente zeigen Margaret Thatcher von ungewohnter Seite

30. Dezember 2011, 14:53

Die "Eiserne Lady" erwog 1981 einen Truppenabzug aus Nordirland - und nahm ihr Bügelbrett in die Downing Street mit

London - Nach 30 Jahren dürfen bis dahin unter Verschluss gehaltene Staatsdokumente von den britischen National Archives freigegeben werden. So ist es nun mit einer Reihe von Dokumenten geschehen, die Einblicke in die frühe Thatcher-Ära geben. Diese erstrecken sich von politischen Themen wie dem Nordirlandkonflikt bis zu privaten Angelegenheiten der damaligen Premierministerin.

Soziale Probleme

Die heute 86-jährige und 1992 zur "Baronin von Kesteven" geadelte Margaret Thatcher war 1979 Premierministerin des Vereinigten Königreichs geworden. Die neue konservative Regierung vertrat in den damals offen zu Tage tretenden sozialen Konflikten stets eine harte Linie - mit ein Grund dafür, dass Thatcher (neben anderen schmückenden Bezeichnungen wie "Attila the hen") als "Eiserne Lady" berühmt wurde.

Hinter den Kulissen war diese harte Haltung aber offenbar nicht immer so unerschütterlich, wie sie nach außen demonstriert wurde: Zum Beispiel spielte Thatcher entgegen öffentlichen Verlautbarungen 1981 mit dem Gedanken, die britische Truppen aus Nordirland abzuziehen, als eine Reihe von Hungerstreiks inhaftierter IRA-Mitglieder zu internationaler Kritik an der britischen Regierung führte. Auch zeigen die Dokumente, dass es - entgegen den damaligen Aussagen - Geheimverhandlungen mit der IRA gab, wie der "Sydney Morning Herald" berichtet.

Die Dokumente zeigen außerdem Parallelen zwischen den Ausschreitungen in London und anderen englischen Städten in den Jahren 1981 und den Riots von 2011 auf: Im Sommer 1981 waren vor allem ethnische Minoritäten aus Protest gegen ihre schwierige soziale Lage auf die Straße gegangen, was in gewalttätige Unruhen mündete. Damals wie heute habe die Polizei Probleme gehabt, die Lage unter Kontrolle zu halten, heißt es in den Dokumenten. Unter anderem sei damals eine Teilevakuierung Liverpools zur Diskussion gestanden.

Persönliches und Skurriles

Eher anekdotisch nehmen sich andere Auszüge aus den Dokumenten aus - etwa ein diplomatischer Mini-Konflikt mit Frankreich vor einem Staatsbesuch des damaligen französischen Präsidenten Valery Giscard d'Estaing. Der sollte nämlich beim Empfang wie alle anderen Gäste einen Stuhl ohne Armlehnen bekommen - ganz im Gegensatz zur Eisernen Lady.

... die ihrerseits aber nicht allzuviel auf Statussymbole gegeben haben soll: So wollte sie nach dem Umzug in ihren Amtssitz Downing Street 10 ihr eigenes Bügelbrett und ihr eigenes Geschirr benutzen. Die mit harter Hand soziale Kürzungen durchsetzende Thatcher war wohl besorgt, dass teure Erneuerungen im Wohnsitz der britischen Premiers gegen sie verwendet werden könnten. Sie habe ein "exzellentes Bügelbrett, das zu Hause nicht gebraucht wird", und brauche auch keine zusätzliche Bettwäsche, "da wir nur ein Schlafzimmer benutzen". Auch schaute sie mit Argusaugen auf die Kosten, die dem Steuerzahler durch Londoner Wohnungen von Abgeordneten von außerhalb entstehen könnten. (red/APA)

Kommentar posten
25 Postings
Mathias Steinlaus
 
00
Margaret Thatcher

„I want my money back“ würden heute gerne auch millionen Iren und Schotten sagen ...

minus maius
79
31.12.2011, 14:48

Sie war eine gute.

rks
 
02
31.12.2011, 10:00

Dazu passend eine Petition, das Staatsbegräbnis der Premierministerin a.D. zu privatisieren:

http://www.heise.de/tp/blogs/8/151119

bad religion
44
31.12.2011, 08:59
Da lächelt der Durchschnittsengländer milde!

Und versteht nicht, dass diese "lustige" alte Dame das Land ent-industrialisiert hat.

Die Mittelschicht (und ihre Arbeitsplätze) wurden an die Superreichen und die Finanzoligarchie verkauft und hat als Dank dafür immer wieder die Konservativen gewählt.

Fritz Meyer
22
31.12.2011, 02:55
Und welche Seite soll das sein?

Die gnadenlose, die unerbittliche oder die eiskalte?

rks
 
20
31.12.2011, 10:33

auch die lächerliche wurde bereits von Spitting Image ausreichend gewürdigt

Fritz Meyer
34
31.12.2011, 10:58
Die Briten hatten es damals auch bitter nötig.

Und heute schon wieder.

Freu dich - es gibt Keinen der dich liebt
20
31.12.2011, 18:23
Man sieht ja eh was rausgekommen ist : Ein Land im Stillstand

Wenn die Finanz auch noch Richtung Rest EU abwandert - was sie demnächst auf Grund der sozialen Lage machen wird - ist GB pleite . Aber mir ist schon klar dass es annähernd unmöglich ist sich eine Lebenslüge einzugestehen

Darius Minor
14
30.12.2011, 23:56
"Attila the hen"

Großartig - den kannte ich noch nicht. :-D

Freu dich - es gibt Keinen der dich liebt
00
30.12.2011, 23:54
Und ich habe mir gedacht

sie hat einmal einen Welpen gestreichelt

onlooker
00
31.12.2011, 13:49
ja zu tode

Ulrike Reiter
111
30.12.2011, 18:40

Wenn diese Dokumente eine andere Seite an der Dame offenbaren sollen, verfehlen sie ihre Wirkung bei mir.

NONE
105
30.12.2011, 18:19

Die UK gehören endlich aus der EU entlassen.

Dann können sie weiterhin dem zerbröckelnden Commonwealth zusehen. Oder sich vollends in die USA integrieren.

Die Aufstände wie in 2011 zeigt das die UK sowieso bereits US Verhältnisse haben.

pipi pipifax
01

*das* uk, *die* briten: soviel hirn muss sein ... selbst bei ihnen.

Tan S. Taafl
45
30.12.2011, 23:36
Ja ...

... für die kontinentalen Kollektivisten der roten und braunen Sorte (die sich ja ziemlich ähnlich sind), ist der angelsächsische Individualismus immer wieder ein Ärgernis

pipi pipifax
00

nicht minder platt ihre weltsicht. sie koennen none eigentlich intellektuell die hand reichen.

G e o r g
32
31.12.2011, 12:08

Oje, noch so ein_e naiv/platt-Liberale_r ohne politische Sachkenntnis. Halten sich - weil mit dem Mainstream der politischen Meinungen in den Medien kompatibel - für gebildet, oft sogar für weltgewandt, und schreiben dann solchen Unsinn ...
An NONEs Posting könnte eins z. B. diesen "EU-Nationalismus" kritisieren, der sich im Wunsch äußert, lieber Länder, in denen ein Missstand gesehen wird, lieber "rauswerfen" zu wollen, anstatt den Missstand aufzuheben. Oder den Antiamerikanismus im Subtext von "vollends in die USA integrieren."
Aber nein, du interpretierst das Posting als Konflikt zw. "Individualismus" und "Kollektivismus" und garnierst das noch mit einer dümmlichen rot-braun-Gleichsetzung.
(Sorry wegen des scharfen Tons.)

onlooker
01
31.12.2011, 14:02
don't be sorry, sie haben 100% recht,

die amis haben 200 jahre gebraucht, bis es zu den usa kam, also eine lange zeit, man braucht zeit um diese verschieden nationalitäten unter einen hut zu bringen, und wir sind gezwungen zusammen zustehen, die chinesen und die japaner zeigen ja schon vor, was sie vom $ halten, nämlich nicht sehr viel, man muss ganz fest an diese europa glauben, sonst schiessen wir uns nur ins eigene knie, und das sollen unsere nachkommen nicht erleben

der schwitzbär der schwitzt sehr
10
30.12.2011, 17:29
Trurl
00
30.12.2011, 17:52

Was ist das?
Stummer Protest?

Walter B.Stechlich
26
30.12.2011, 15:02

hut ab, die hat noch selber gebügelt. der faymann hat wohl schon probleme beim krawatten binden.

eurusd1
23
30.12.2011, 16:28
Doppelfunktion

Hat Faymann nicht eine Krawatte mit Gummiband? Abgesehen davon, dass viele Leute ihm einen ordentlichen Knoten nicht zutrauen, können ihn seine Bilderberger-Kollegen elastisch an der Leine führen.

Trurl
08
30.12.2011, 15:13

Quatsch!
Die hat nicht selber gebügelt. Das Brett war für Denis.

Proconsul
20
30.12.2011, 21:13

Denis mit dem langen .....?

TheUninvitedGuest
 
00

...Auto?

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