Rumänien begrüßt "Anerkennung des Mehrwerts"
Bukarest - Italien wird ab dem 1. Jänner 2012 die bisherige
Beschränkung des Arbeitsmarkts für rumänische und bulgarische
Arbeiter aufheben. Dies teilte das italienische Außenministerium am
Donnerstag in einem offiziellen Schreiben der rumänischen Botschaft
in Italien mit. Knapp eine Million Rumänen leben und arbeiten laut
Daten des rumänischen Instituts für Statistik bereits in Italien.
Die rumänische Arbeitsministerin Sulfina Barbu von den regierenden
Liberaldemokraten (PDL) begrüßte die Entscheidung und erklärte, dass
"die Italiener auf diese Weise den Mehrwert anerkennen, den die
Rumänen für die Zielländer (der Arbeitsmigration) darstellen". Laut
Informationen des Arbeitsministeriums, basierend auf einem Bericht
der EU-Kommission, haben Rumänen mit 0,3 Prozent zum BIP der EU- 27
und mit 0,4 Prozent zu jenem der EU-15 beigetragen.
Vor allem bei Arbeitsverhältnissen im Bereich der
Heimpflegedienste durch rumänische Staatsbürger in Italien hatte es
laut Barbu immer noch Gesetzesverstöße gegeben. Seit dem EU-Beitritt
Rumäniens und Bulgariens im Jänner 2007 hatten in Italien
Übergangsbestimmungen gegolten - der Zugang für Rumänen und Bulgaren
war in einigen Bereichen des Arbeitsmarkt durch eine Arbeitserlaubnis
bedingt. Ohne Beschränkungen konnten diese jedoch in den Bereichen
Landwirtschaft, Tourismus, Heimdienste, Bauwesen, Ingenieurswesen,
Management, als Saisonarbeiter oder hoch qualifizierte Arbeitskräfte
in Italien tätig sein.
Laut dem EU-Beitrittsvertrag müssen Arbeitsmarktbeschränkungen
gegen Rumänien und Bulgarien spätestens Ende 2013 aufgehoben werden.
Neben weiteren acht EU-Mitgliedern gehört auch Österreich zu jenen
Staaten, die ihren Arbeitsmarkt für rumänische und bulgarische
Arbeitskräfte noch nicht gänzlich geöffnet haben. (APA)