Steiermark

Nagl und Schützenhöfer fordern Sozialjahr

30. Dezember 2011, 14:01
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    foto: ap/kienzle

    "Gratisgesellschaft" sei überfordert - ein verpflichtender Sozialdienst soll her.

Verpflichtender Sozialdienst für junge Männer und Frauen bis 27 - Wehrdienst als Alternative

Graz - Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) und LHStv. Hermann Schützenhöfer (ÖVP) plädieren für die Einführung eines verpflichtenden Sozialjahres für junge Männer und Frauen bis 27 Jahren in der Dauer von acht Monaten. Dies sei "als BürgerInnenpflicht" zu sehen, die auch mit sechs Monaten Wehrdienst abgetauscht werden könne, wie Nagl in einer Pressekonferenz am Freitag meinte. Der "Anspruchsstaat, die Gratisgesellschaft" sei überfordert und der Sozialstaat nicht länger finanzierbar. Deshalb müsse die gesellschaftliche Kompetenz der Bürger aktiviert werden, so Nagl. Er sei überzeugt, dass die acht Monate eine Zeit seien, die sich lohne und die die jungen Menschen bereichern werde.

Kinderbetreuung und Pflege

Das Sozialjahr könne nur absolviert werden, wenn man die Schulpflicht erfüllt und unter 27 Jahren sei: "In diesem Lebensjahr enden alle Fördermodelle", nannte Nagl die Begründung. Wenn eine Frau bis 27 ein Kind bekomme, müsse sie keinen Sozialdienst leisten. Ein Dienst in der Familie wie etwa Kinderbetreuung oder die Pflege von Angehörigen werde bei "mindestens sechsmonatiger Karenzierung als Gemeinschaftsdienst voll anerkannt. Auch bei der Feststellung der Wehrdiensttauglichkeit könnte etwas geändert werden: "Wer den körperlichen Anforderungen des Bundesheeres nicht entspricht, kann dennoch wertvolle Arbeit bei NGOs leisten".

Weitere Details zu dem Vorschlag wollte Nagl nicht nennen. Die Sache sei auch als österreichweiter Diskussionsanstoß zu sehen. Eine mögliche Inkompatibilität zu EU-Gesetzen gebe es seiner Ansicht nach nicht. Schon im Zuge der Diskussion um eine Abschaffung der Wehrpflicht war im Vorjahr eine Debatte über einen verpflichtenden Sozialdienst anstelle des Zivildienstes entbrannt. Verfassungsexperten hatten ihn damals unter bestimmten Bedingungen für verfassungsrechtlich nicht ausgeschlossen gehalten.

Einsatzbereich

Abgeleistet werden könne der Sozialdienst zum Beispiel in der Alten- und Krankenpflege, in der Jugend- und Behindertenhilfe, bei der Integration im Natur- und Umweltschutz sowie auch in Frieden sichernden Projekten, wie etwa in Gedenkstätten wie ehemaligen KZ, sagte Nagl. Die Liste sei ein Vorschlag und somit erweiterbar, denn es gebe viele Einsatzbereiche.

Es gehe auch um eine Wertediskussion, so Nagl und Schützenhöfer - letzterer hatte eine ähnliche Forderung bereits in einem "Kurier"-Interview im Mai aufgestellt. "Die Politik muss auch wieder etwas einfordern können", sagte Nagl. "es geht darum, der Gesellschaft etwas zurückgeben. Ich treffe viele junge Menschen, die in sozialen Einrichtungen mitarbeiten und erst dadurch erkennen, welchen Beruf sie später ausüben möchten".

Adressiert ist die Forderung laut dem Bürgermeister an die Bundesregierung und alle Parteien, die sie auch zugestellt erhalten würden. Die Bundespartei habe er von dem Vorhaben bisher noch nicht in Kenntnis gesetzt, so Nagl bei der Präsentation des "Jahres zur persönlichen und beruflichen Orientierung". (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 100
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Herbert Machevic
00
30.1.2012, 10:12
Human zeigt sich Nagel im Neuen Styling

wäre solche viel sprechenden Projekte vor Jahren im Betrieb genommen worden - so hätte das dem Steuerzahler mehr Gelder erspart, doch sicherheitshalber hat ja da auch noch der Eiselberger nen Denkanstoß geliefert
, wobei aber gleich sagen ist > Schau TRAU WEM!!!!

smea_gol
00
25.1.2012, 14:05

wenn der hr.schützenhofer im altersheim 8 monate hintern ausputzt, zsamräumt und betten bezieht, und das für einen hungerlohn, unter vollverzicht seiner sonstigen bezügen,

und der hr. nagl als rettungssanitäter 8 monate quasi umsonst unfreundliche pensionisten im einzeltransport zu routineuntersuchungen kutscht, unter vollverzicht seiner sonstigen bezügen,

dann können wir darüber reden.

vorher nicht.

matthias_87
01
wir könnten auch Menschen aus Afrika für diese Tätigkeiten einschiffen

leider ist die Sklaverei in Verruf geraten.
Man könnte doch ziemlich leicht Arbeitsplätze in Soziaberufen schaffen wenn man keine Zwangsarbeiter mehr ausnützt.

opryde
20

das hat mit sklavenarbeit nichts zu tun. vielen jugendlichen tut es nach dem abgang aus der schule wirklich nicht schlecht, ein bisschen "echtes leben" zu schnuppern. es warat wegen der charakterbildung.

matthias_87
02
jaja Charakterbildung

dann sag ihnen dass es ihnen nicht schlecht tut wenn sie heute meine Wohnung unentgeldlich putzen....
Menschen haben früher dafür gekämpft solche Zwangsarbeiten zum Wohle des Königs abzuschaffen.
Die Menschenrechte verbieten einen solchen Zwangsdienst außer als Wehrersatzdienst.

tock tock tock
00
Verpflichtendes Sozialjahr für Frühpensionisten ...

.... hmmm .... verlockend :-)

(Aber da kämen dann die beiden sauberen Herren sicher selbsts drauf, warum das nicht geht!)

Tiger123
00
tock ,nicht verpflichtend,Nein Freiwillig

Freiwillig !
Der Staat muss nur dafür sorgen, dass der Zivildienst abgeschafft wird,und diese Arbeitsplätze (mit moderater Bezahlung) für die ältere Generation reserviert werden.
Wenn ein LZA über 55 lieber zu Hause sitzt , dann soll er das machen, keiner wird gezwungen.
Nur eines ist klar Zivildienst und Sozialdienst ist nicht Sache der Jugend, nein das ist Sache der angehenden Senioren.

Tiger123
00

RE:
Nicht verpflichtend , Nein freiwillig !!!
Alle LZA , "unverschuldete" Frühpensioniten (ohne Aussicht auf einen neuen Job) sollten einen bevorzugten ! Anspruch auf einen solchen,bezahlten Arbeitsplatz bekommen.(=Zivildienst)
Wenn ein LZA lieber zu Hause sitzt um Daumen dreht, dann soll er das machen, mit allen Konsequenzen.

tock tock tock
00

Nein, nein. Verpflichtend passt schon - zu heissen 300 Eumeln per Monat.

tock tock tock
01
Liebe ÖVP:

Kaufts den beiden Schwachmaten bitte eine Ausgabe unserer Bundesverfassung und der EMRK - danke.

Tiger123
01
Sozialdienst, ja aber ...

Die junge , noch leistungsfähige Generation aus den Unis, Werkstätten und aus den Büros für den Sozialdienst herauszureissen ist wirtschaftlich gesehen - absoluter SCHWACHSINN !!! , eine echte Verschwendung von Resourcen. Diese Generation soll das Geld verdienen.

Der Sozialdienst kann zu 90 % auch noch von der Generation der angehende Pensionisten, LZA , etc wahrgenommen werden.

Daher sofortige Abschaffung Zivildienst
Sozialdienst heisst - Geschütze Arbeitsplätze für die ältere Generation (z.B. min 55 Jahre, min 6 Monate Arbeitslos,...)

Der Staat kann nicht nur fordern dass alle erst mit 65 in Pension gehen, er muss auch die geeigneten Arbeitsplätze bereitstellen.

.::.wanderfalke.::.
 
01
Können LZA gut den A**** auswischen?

Können sie das besser, als der Großteil der Bevölkerung? Ich bin mir sicher, dass viele aus der Erwerbsarbeit Gedrängte bereit wären, sich sozial zu engagieren. Aber nur auf freiwilliger Basis und gegen Entgelt. Besondere Krankenpflegedienste können LZA aber nur mit solider Ausbildung und nur bei guter Gesundheit verrichten. Die Neokons entdecken die Solidarität dann, wenn sie damit staatliche Institutionen schwächen und sozialen Randgruppen weitere Prügel vor die Füsse werfen können.

AIjoscha
00
Der Sigi ...

... hat echt ein Talent für gute Überschriften. Das letzte Mal hat ers mit dem Handyverbot in den Öffix über die Titelseite der "Kleinen" geschafft. Respekt!

Ich hoff, er arbeitet nebenher auch ein bisserl.

Brigitte Kashofer1
 
42
31.12.2011, 22:27
Ein mutiger Vorschlag!

Und endlich einer, der Männer und Frauen gleich behandelt. Es würde den jungen Menschen sicher nützen. Eine wichtige Aufgabe wäre auch die Reinigung der Natur von Industriemüll. Dann würde vielleicht so mancher später Denken beim Wegwerfen.

Clyde
32
31.12.2011, 15:44

den vorschlag finde ich per se nicht schlecht!! warum muss ich als präsenzdiener 6 monate meines lebens für diesen verein opfern während die frauen studieren und arbeiten gehen können?
Und an Arbeit mangelt es in den NGOs sicher nicht!!!

LGM
00
31.12.2011, 17:42

Man kann ein Ungleichgewicht natürlich auch dadurch verändern, dass man alle auf dasselbe Niveau herunterzieht, aber das ist nicht unbedingt der sinnvollste Weg.

Clyde
40

warum??
sind wir mal ehrlich, sie können die wehrpflicht nicht abschaffen ohne unser gesundheits und sozialsystem zu ruiniern! es gibt einrichtungen wie zB die Lebenshilfe in hallein, die können keinen einzigen dienstplan ohne Zivis schreiben. Also warum sollte man das ganze nicht intensivieren, wenn wir es nicht mehr lösen können??
jeder möchte doch die gleichstellung der frau, bin ich natürlich dafür, aber dann sollten diese auch den Zivildienst antreten!!! Gleiche Rechte, gleiche Pflichten.. wäre nur fair

Chien de Pique
04

Warum haben das dann fast alle europäischen Staaten problemlos geschafft, ohne Ruin? Darunter solche, die anders als wir, tatsächlich arm sind.

Hubert Ungeist
 
10
Weil diese Armen Ländern

dan halt bei den Sozialeinrichtungen sparen.

reset
30
31.12.2011, 13:14

ihr seit ja ein Haufen Ego Lutscher

Paul Platon
50
31.12.2011, 13:08

Eine gute idee, auf langer absehbarer zeit wird die wehrpflicht ein übrigbleibsl aus vergangener zeit sein, deshalb her mit dem Pflicht-Sozialjahr für männer und frauen!

aidz1
31
31.12.2011, 13:03

na toll, die eh schon perspektivenlose jugend darf/muss nun die alten, die eh schon auf kosten der familien das ganze geld einsacken, füttern und den ar... ausputzen.

AIjoscha
00
hihi ...

... wenn wir die diskussion um verteilungsgerechtigkeit, durchaus auch der generationenübergreifenden, auf einem höheren niveau führen können, bin ich vielleicht sogar auf Ihrer seite.

staunend
05
31.12.2011, 12:45
nachtrag zum zynismus der sozialfeuerwehr

zu ausbeutungsverhältnissen:
im sozialbereich wird gekürzt: zur chronischen unterbezahlung kommt drohende arbeitslosigkeit.
fehlende mittel bedeutet erschweren von zielerreichung (mehr soziale dropouts: "überflüssige").
gemeinsamkeiten von sozialarbeiterInnen und kundInnen: sie leiden an ressourcenmangel. folgen: überbelastungen.
logik von "sparpolitik": widerstand brechen durch vereinzelungen. die sozialeinrichtungen verteilen kürzungen an ihre zweigstellen, d.h. entlassungen und weniger zeit für klientInnen.
gleichzeitig steigen die ansprüche der verwaltung an die sozialeinrichtungen (BAGS)!

zur zivilgesellschaft: wir arbeiten schon "gratis" an dieser gesellschaft, dafür, dass bezahlte politiker uns sagen, dass "wir zu kürzen seien"?

dbfds bafd
05
31.12.2011, 11:36
ausserdem, was heißt "Sozial"jahr?

Sozialberufe erfordern jahrelange Ausbildung, was zu tun übrigbleibt für Unqualifizierte sind Hilfsarbeiterjobs, wobei es wirklich nicht einzusehen ist, warum man junge Menschen dazu zwingen soll, ausser natürlich man braucht so wie Caritas, Rotes Kreuz etc gratis Arbeiter, damit ihre Bilanzen stimmen

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