Moskau - Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin
will den für 2013 geplanten Baubeginn für die Erdgas-Pipeline South
Stream vorziehen. "Es wäre gut, wenn die Arbeiten schon Ende nächsten
Jahres beginnen", sagte Putin am Freitag bei einem Treffen mit dem
Chef des russischen Energiekonzerns Gazprom, Alexej Miller. Am
Mittwoch hatte die Türkei die Verlegung der Pipeline durch ihre
Hoheitsgebiete im Schwarzen Meer genehmigt.
South-Stream soll Erdgas von Russland über das Schwarze Meer nach
Bulgarien und von dort in zwei Leitungen bis nach Österreich und
Italien bringen. Indem die Leitung rund 900 Kilometer durch das
Schwarze Meer führt, wird die Ukraine umgangen, mit der sich Russland
in einem Dauerstreit um den Gastransit befindet. An South Stream sind
neben Gazprom auch Wintershall aus Deutschland, Eni aus Italien und
EDF aus Frankreich beteiligt.
Eine schnelle Errichtung von South Stream könnte nicht nur der Konkurrenz-Pipeline Nabucco die Luft aus der Röhre nehmen, sondern auch als schnelle Maßnahme gesehen werden, um sich das durch Schiefergas bedrohte Absatzvolumen zu sichern. (red/APA)