Burgstaller: Grüne sollen Schuldenbremse zustimmen

30. Dezember 2011, 12:53

Salzburgs Landeshauptfrau: Chance für die Grünen, Verantwortungsbewusstsein für Regierungsbeteiligung zu zeigen

Salzburg - Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) hofft nach wie vor auf eine Verfassungsmehrheit für die Schuldenbremse. Sie appellierte vor allem an die Grünen, hier zuzustimmen: Ein Ja zu diesem Projekt wäre für diese die Chance, Verantwortungsbewusstsein für eine Regierungsbeteiligung zu zeigen, sagte sie am Freitag bei einem Pressegespräch in Salzburg.

Die Bremse sei ja lediglich ein Rahmen mit der Zielsetzung, die Verschuldung auf ein bestimmtes Niveau zu reduzieren. Darin sei aber noch überhaupt nicht festgehalten, zu welchen Anteilen dies einnahmen- oder ausgabenseitig erfolgen soll. Sollte es kein Verfassungsgesetz geben, werde man die bei der Landesfinanzreferenten-Konferenz erzielte Einigung über eine 15a-Vereinbarung zwischen Bund und Ländern umsetzen. Einen Entwurf dafür gebe es derzeit aber noch nicht, so Burgstaller.

Gewerkschaft für neue Steuern

Die Sozialpartner nutzten am Freitag unterdessen das Jahresende für eine erneute Positionierung in Sachen Sparpaket. Gewerkschafts-Chef Erich Foglar betonte in einer Aussendung mit Blick auf das geplante Zehn-Milliarden-Paket der Regierung, wer glaube, die Verringerung des Defizits werde ohne neue Einnahmen gehen, "der ist volkswirtschaftlich auf dem Holzweg". Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl hingegen sprach sich erneut gegen neue Steuern aus und plädierte für Reformen.

Das von Bundeskanzler Werner Faymann (SP) und Vizekanzler Michael Spindelegger (VP) jüngst angekündigte Sparpaket sei ein "wichtiger Schritt in die richtige Richtung", so Leitl. Diese Ankündigung müsse nun mit Leben erfüllt werden - "und zwar so, dass am Ende nicht nur die Steuerschraube nach oben gedreht und Wirtschaft und Mittelstand zur Kasse gebeten werden", sagte er. "In einem Hochsteuerland wie Österreich ständig nur nach neuen oder noch höheren Steuern zu rufen, ist ein gefährliches Spiel auf Kosten der Wettbewerbsfähigkeit unseres Standortes", warnte Leitl. "2012 darf nicht ein weiteres Jahr des Stillstandes sein, es muss das Jahr der Reform und der Erneuerung werden."

Einmal mehr präsentierte Leitl sein Rezept gegen die Verschuldung: "Mit nur fünf Prozent Reformeinsparungen bei Bund, Ländern und Gemeinden ließe sich das gesamte Staatsdefizit ausmerzen", so der Präsident.

Foglar betonte, dass er zwar ebenfalls dafür eintrete, auf der Ausgabenseite Maßnahmen zu ergreifen: "Wir sind selbstverständlich dafür, die Ausgabenstruktur zu überprüfen und zu verbessern". Gleichzeitig betonte der Gewerkschafts-Chef, dass es auch neue Einnahmen brauchen werde: "Ohne neue Einnahmen wird die Budgetsanierung (...) nicht gelingen." Denn der ÖGB sei nicht bereit dazu, "die Verursacher der Krise aus der Verantwortung zu entlassen und die Vermögenden bei der Finanzierung des Sozialstaates außen vor zu lassen". Die Arbeitnehmer dürften nicht "wieder die einzigen" sein, "die die Rechnung bezahlen", erklärte Foglar. (APA)

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22 Postings
Mister Magister
 
00

Ja sicher liebe Gabi, das würde grosse Verantwortungsbereitschaft zeigen, wenn man einer Regelung, die zwar nichts am kranken Staatshaushalt verbessern, aber die Wirtschaftsleistung grade kleinerer Betriebe und Startups massiv abwürgen wird, zustimmt, bevor diese auch nur detaillier ausformuliert wurde.

Nichts ist wahr, (fast) alles ist erlaubt
 
20
31.12.2011, 11:21

Die Gr werden doch sowieso wieder umfallen, und es dann als Erfolg versuchen zu verkaufen...business as usual...

donna corleona
01
31.12.2011, 10:55

"... Die Bremse sei ja lediglich ein Rahmen mit der Zielsetzung, die Verschuldung auf ein bestimmtes Niveau zu reduzieren. Darin sei aber noch überhaupt nicht festgehalten, zu welchen Anteilen dies einnahmen- oder ausgabenseitig erfolgen soll..."
EBEN!
Den Grünen ist Tierschutz gewiss ein ganz wichtiges Anliegen, aber "die Katze im Sack" lassen sie sich sicherlich nicht andrehen. Das wäre fahrlässig, nicht verantwortungsbewusst!

bula sagt
01
31.12.2011, 08:16
und schon wird im hühnerstall gegackert

der kanzler ist noch nicht einmal - so wie er es in der politik praktiziert - beim urlaub im in den schnee umgefallen, schon wird in der partei die erste lawine losgetreten.
aber das ist ja das - noch - einzig interessante an der innenpolitik.
und daher darf es weiterhin nicht an klaren worten fehlen.
wenn auf der landesfinanzreferentenkonferenz der landesfinanzreferentenkonferenzbeschluss zum landesfinanzreferentenkonferenz15averfassungsentw
urf eventuell gefasst wird, dann liegt eben ein landesfinanzreferentenkonferenz15averfassungsmehr
heitsbeschluss vor, der eine grünbeteiligung nicht mehr nötig hat.
aber dafür einen zusätzlichen schriftführer.

Der große Grant
 
10
30.12.2011, 23:40
Worunter Österreich wirklich leitlt

sind Menschen, die in Zeiten, in denen immer mehr Menschen in sozial fragwürdige Zustände abrutschen, nicht mehr Herzenswärme, Nächstenliebe und gesellschaftliche Veranwortung zusammenbringen, als die frei erfundene Formel "Wohlstand = Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts => Steuern müssen niedrig bleiben" öffentlich herunterzubeten und dann auch noch zu behaupten, eine Einsparung bei Bund, Ländern und Gemeinden würde das Problem eh lösen.

Wo wird denn am Ende gespart? Doch nur bei denen, die eh keine Interessensvertretung mehr haben. Was Leitl da macht, kann man nicht mehr als Schönreden bezeichnen, das ist Lüge.

X Y
11
31.12.2011, 05:32
Ich gebe Ihnen schon Recht

Nur beim Leitl glaube ich, dass er wirklich meint, was er gesagt hat. Steuern sind schlecht seiner Meinung nach, obwohl sie die Wirtschaft bis jetzt auch nicht wirklich unterdrückt haben. Im Notfall dürfen also die dran glauben, die keine Vertretung haben, wie Sie gesagt haben.
Das ist aber nicht der einzige Grund, warum ich hoffe, dass sich die Grünen nicht an der Schuldenbremse beseitigen. Es ist einfach in jeder Hinsicht Unsinn und kommt einer wirtschaftlichen Kastration gleich. Vielleicht versteht Leitl ja das.

visio551
03
30.12.2011, 21:29
Neue Steuern?

ja bitte, auf die Silvesterraketen und Knaller die würden Millionen bringen. Dann auch nich die Abschaffung des Bundesrates, sowie die überfällige Zusammenlegung der Gemeinden und Gemeindeverwaltungen. Somit würde ein großer Teil bereits geschafft sein.

manniat
01
30.12.2011, 17:51

Landeshauptleute mit ihrem Gefolge sind unnötig - einsparen

QUANTUM
00
30.12.2011, 15:26

ich frage mich, wie politiker glauebn von der privatwirtschaft nach ihrem öffentlichen wirken eingestellt werden sollen, wenn sie nur wirtschaften können, wenn ihnen das ein firmenstatut vorschreibt wieviel sie im jahr noch investieren dürfen. irgendwann brauchen sie auch die vorschreibung um auf's klo zu gehen.

die werden immer unfähiger in ihrer regierungsarbeit.

Android1337
00
30.12.2011, 15:41

Ein Politiker macht sich bei den relevanten Personen (Wähler) beliebt, wenn er viel ausgibt. Ein Privatangestellter macht sich bei den relevanten Personen (Vorstand, Eigentümer) nicht beliebt, wenn er viel ausgibt. Daher müssen Politiker gezwungen werden, sparsam zu sein.

desteufelsbeitrag
00
30.12.2011, 14:54
Irgendein Poster:

Chance für Salzburgs Landeshauptfrau Verantwortungsbewusstsein zu zeigen und die Existenz des Feudalsystems ansatzweise zu rechtfertigen.

Chance vergeben. Aber wenigstens hamma auch wieder einmal was gesagt.

ganzsichernicht
 
04
30.12.2011, 13:23
...ich bin es leid, ständig die diskussion um "neue steuern"...

...ALLE, ohne ausnahme, sagen, und wissen, dass es ohne einer "abgabe" der "vermögenden" nicht funktioniert!!! ansonsten wird einmal mehr "die masse", "der mittelstand", "der kleine arbeiter" und "der bedürftige" für die schuld aufkommen müssen. man zündelt gefährlich im "raum" des sozialen friedens im land...

Althase
00
30.12.2011, 14:47

Es wird sowieso einmal mehr "die masse", "der mittelstand", "der kleine arbeiter" und "der bedürftige" für die schuld aufkommen müssen, aber es geht darum, dass die VERMÖGENDEN WENIGSTENS EINMAL MITZAHLEN SOLLEN

QUANTUM
00
30.12.2011, 15:28

nicht einmal, ab jetzt haben jene zu zahlen die verursacher sind. (punkt)

Althase
00
30.12.2011, 15:34

Das ist doch unrealistisch (leider).
Wen werden denn die diversen Kürzungen zuerst treffen?

QUANTUM
01
30.12.2011, 18:32

gewaltloser widerstand

Althase
01
30.12.2011, 18:59

schau dich um - Griechenland, Italien, Frankreich, London, Wall Street - machst du es gewaltlos, kommt die Gewalt in Form der "Exekutive"

Im Vertrag von Lissabon ist die Aufrüstung zur Niederschlagung von Aufständen explizit erwähnt.

Althase
00
30.12.2011, 19:26

1. Der EU-Reformvertrag bringt eine Verpflichtung zur dauerhaften Aufrüstung für alle EU-Mitgliedstaaten. Diese Aufrüstungspflicht wird durch ein eigenes Rüstungsamt überwacht und vorangetrieben (Art. 42, VEU), auch ein eigenes EU-Rüstungsbudget wird durch diesen Vertrag begründet (Art. 41, VEU)

http://www.werkstatt.or.at/index.php... &Itemid=41

Althase
00
30.12.2011, 19:32

Entschuldigung, das war das falsche Zitat

Sicherheitsdoktrin ermöglicht Militäreinsätze für EU-Rohstoffkriege und Einsätze im Innern zur Niederschlagung von sozialen Protesten! Laut Aussagen des Verteidigungsministeriums gab es von keiner der fünf Parlamentsparteien "eine inhaltliche Kritik" daran.

http://www.werkstatt.or.at/index.php... &Itemid=40

QUANTUM
00

sie kennen den unterschied zw gewaltlosem wiederstand und bewaffnetem aufstand?

Althase
02
30.12.2011, 13:17

Eine Landeshauptfrau sollte es sich verkneifen, einer Bundespartei über die Medien etwas über politische Verantwortung auszurichten. Noch dazu bei einem zu saudummen Thema, wie der Schuldenbremse.

Der Chronist
03
30.12.2011, 12:57

Man sollte dieser Person, die eigentlich eine sehr deutliche Benennung verdiente, nur bitten, eine gewisse Form des Schweigens zu praktizieren, die ebenfalls sehr deutlich benannt werden könnte.

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