Zagreb - Eine der kroatischen Töchter der Vienna Insurance
Group (VIG), Kvarner Vienna Insurance Group, hat noch im alten Jahr
einen neuen Aufsichtsrat unter dem Vorsitz des designierten VIG-Chefs
Hans-Peter Hagen bekommen. Anfang November gab es auch einen Wechsel
im Vorstand. Dem gingen Unstimmigkeiten in der Kapitalisierung, und
Ermahnungen seitens der kroatischen Finanzaufsicht Hanfa voraus.
Zusätzlich zu einer Kapitalzufuhr von 15 Mio. Euro im November schoss
die VIG der Kvarner im Dezember noch 20 Mio. Euro nach.
Mit dem Einzug des designierten VIG-Chefs Hagen werden die
Probleme der Tochter zur Chefsache. Neben Hagen ziehen in das
Kontrollgremium Peter Franz Höfinger, Natalia Cadek, Roland Gröll,
Wolfgang Petschko, Zoran Dimov und Mario Kovac ein und lösen die
bisherigen Mitglieder Hans Raumauf, Martin Simhandl, Franz Kosyna und
Hartwig Fuchs ab. Vorstandsvorsitzender ist Harald Riener, Mario
Kovac ist dessen Vertreter. Kovac' Vorgänger Luka Matosic war Anfang
November überraschend, laut Kvarner aus gesundheitlichen Gründen, aus
dem Unternehmen ausgeschieden.
Die Hanfa hatte Kvarner seit 2010 auf die fehlende Kapitalisierung
hingewiesen. Wie die Zeitung "Poslovni dnevnik" Anfang Dezember
berichtete, dürfte Kvarner einen Schaden von 20 Mio. Euro bei der
Pleite der kroatischen Geschäftsbank Credo banka (Liquidierung)
erlitten haben - deswegen habe man sich in Wien zur neuerlichen
Kapitalzufuhr entschlossen.
Zur Credo banka gab es seitens der VIG-Pressestelle in Wien keinen
Kommentar. Auf Anfrage hieß es: "In Abstimmung mit den lokalen
Aufsichtsbehörden hat sich die Vienna Insurance Group entschlossen,
eine Kapitalzufuhr von 20 Mio. Euro bei der Kvarner vorzunehmen. Dies
geschieht im Hinblick auf die zukunftsorientierte Stärkung der
Kapitalbasis der Gesellschaft."
In Kroatien ist die Vienna Insurance Group neben der Kvarner VIG
auch noch mit Helios Vienna Insurance Group d.d. und der Erste
osiguranje Vienna Insurance Group d.d. vertreten. (APA)