Stattdessen wird "Tag der orthodoxen Einheit und Freiheit" eingeführt
Kiew - Sieben Jahre nach der prowestlichen Orangenen
Revolution hat der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch den
Feiertag zu Ehren des demokratischen Protests abgeschafft. Statt am
22. November den "Tag der Freiheit" zu feiern, begeht die
Ex-Sowjetrepublik künftig am 22. Jänner den "Tag der orthodoxen
Einigkeit und Freiheit", wie das Präsidentenamt am Freitag mitteilte.
Mit der Orangenen Revolution hatte das Volk 2004 gegen Fälschungen
bei der Präsidentenwahl demonstriert, nachdem der damalige
Regierungschef Janukowitsch zum Sieger erklärt worden war. Sein
damalige Hauptrivale, der später Präsident Viktor Juschtschenko,
sowie die heute wegen angeblichen Amtsmissbrauchs inhaftierte
Oppositionsführerin Julia Timoschenko hatten damals die Proteste
angeführt.
"Nur eine orthodoxe, unabhängige und freie Ukraine kann der
Gemeinschaft wohlhabender Staaten als gleichberechtigter Partner und
möglicher Führer der mittel-osteuropäischen Region beitreten", hieß
es nach Medienberichten in dem Erlass. Die orthodoxe Kirche gewinnt
20 Jahre nach dem Ende der Sowjetunion immer mehr an Bedeutung in der
Ukraine.
Der neue Feiertag erinnert an den 22. Jänner 1919, als sich die
Ukrainische Volksrepublik und die West-Ukrainische Volksrepublik zu
einem Nationalstaat zusammenschlossen, der allerdings nur knapp vier
Jahre Bestand hatte. (APA)