Laieninitiative-Gründer vermisst Achtung der Menschenrechte in Kirche

30. Dezember 2011, 11:27

Kohlmaier schrieb offenen Brief an Bundespräsident Fischer

Wien - Herbert Kohlmaier, Gründer und heutiges Vorstandsmitglied der Laieninitiative, ortet eine "mangelnde Beachtung der Menschenrechte" in der katholischen Kirche. Er hat daher einen offenen Brief an Bundespräsident Heinz Fischer verfasst. Fischer hätte dieses Thema beim Weihnachtsbesuch bei Kardinal Christoph Schönborn ansprechen sollen, forderte Kohlmaier im Schreiben.

Der frühere Volksanwalt wirft der Katholischen Kirche vor, die Menschenrechte nur mangelhaft zu beachten. So ortet er etwa eine "gravierende Diskriminierung der Frauen und eine Missachtung des Rechtes auf Familiengründung". Berechtigt sei auch der Ärger darüber, dass die Kirche versucht habe, Amtsträger, die sich an Schutzbefohlenen vergingen, der weltlichen Gerichtsbarkeit zu entziehen, so Kohlmaier.

"All diese schweren Mängel bewegen seit längerem viele verantwortungsbewusste Menschen, Korrekturen im Sinne heutiger Standards zu fordern", so der Gründer der Laieninitiative. Ihm ist es daher ein Anliegen, Bundespräsident Fischer auf diese Umstände hinzuweisen: "Ich meine, dass die Organe der Republik die Beachtung elementarer Rechte der Staatsbürger auch in einer vom Staat anerkannten und geförderten Religionsgebeinschaft zu beobachten und nicht nur mit Lob zu bekunden hätten." (APA)

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Fischer ist Agnostiker

warum schreibt er ausgerechnet an ihn?

Weil Fischer der Bundespräsident ist

und sich dafür einzusetzen hat dass die Menschenrechte in unserem Land geachtet werden.
Die Menschenrechte sind unteilbar und gelten für alle, auch für die kath. Kirche.
Es ist längst an der Zeit dass diese die "Errungenschaften des Mittelalters" ablegt.

Rein juristisch

spricht man von einer Menschenrechtsverletzung, wenn sie von einer staatlichen Regelung oder Handlung herrührt.

Z.B. Wenn irgendjemand, der nicht im Auftrag des Staates handelt, eine andere Person wo einsperrt liegt uU strafrechtlich Nötigung oder Entführung vor - aber für das Opfer gibt es keine Möglichkeit über die Instanzen den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anzurufen.

Durch das Konkordat ist der Staat mit der Kirche auf besondere Art und Weise verbunden - die Stellung der Kirche / ihre Macht ist gestärkt - aber solange die Kirche Menschenrechte nicht mit Zwang / Gewalt einschränkt liegen juristisch keine Menschenrechtsverletzungen vor.

frage:

ist die kirche nicht auch ein staat? und folglich der klerus vertreter des selben?
danke

(Ich bin kein Jurist - hier aber ein Antwort:) Ich glaube der Klerus in Österreich untersteht dem 'heiligen Stuhl' der völkerrechtlich nicht dasselbe ist wie der 'Staat im Vatikanstadt'. (In Ländern wo die Kirche "Staatskirche" ist, ist dies vielleicht anders - ich weiss es nicht) Aber ich gehe davon aus, dass nur ein Vertreter des österreichischen Staates auf österreichischem Territorium Staatsgewalt ausüben kann! Wenn man im Vatikanstadt von Menschenrechtsverletzungen durch die Staatsgewalt betroffen ist bleibt einem der Gang zum EGMR sowieso verwehrt - der Vatikan hat die EMRK nicht unterzeichnet.

Fischer sollte sich in der Tradition der SPÖ dafür einsetzen, dass das Konkordat abgeschafft und die Verbrechen und Missachtungen der Demokratie, des Staates Österreich der RKK, Zivilprozessen zugeführt werden.

"Missachtung des Rechtes auf Familiengründung" ??? 1. Gibt es kein Recht auf Gründung einer Familie und 2. Wem bitte wird eine Familiengründung verwehrt?

Zu 1.
Art. 12 EMRK, od. Art. 9 Grundrechtecharta der EU

Art 12: recht auf Eheschließung. Steht jedem der die Ehevoraussetzungen (alter, ehefaehigkeit ..) erfüllt offen.
Wo ist das Problem???

War nicht sicher wie Sie 1. gemeint haben. -"Gibt es kein Recht auf Gründung einer Familie". (Art. 12: Mit Erreichung des Heiratsalters haben Männer und Frauen das Recht, eine Ehe einzugehen UND eine FAMILIE nach den nationalen Gesetzen, die Ausübung dieses Rechts regeln, ZU GRÜNDEN). Worauf aber H. Kohlmaier hinaus will bleibt auch für mich unklar, hätte mich aber interessiert- seinen "offenen" Brief scheint er aber (noch) nicht öffentlich zugänglich gemacht zu haben.

gemeint ist das zölibat nehme ich an

Ja, könnte sein.
Solange priester freiwillig ihrer Kirche angehöhren - was ja der Fall ist - glaube ich nicht, dass man von einer Verletzung des Menschenrechtes auf Familiengründung juristisch argumentieren kann.

Ist halt auch schon

alt und wunderlich, der Kohlmeier!
Seht es ihm nach!

es wäre höchste Zeit, wenn sich die staatlichen Gerichte

in kirchliche Angelegenheiten einmischen würden. Was in der rk. Kirche in den letzten Jahren (Jahrzehnten) so innerkirchlich alles mit einer Decke des Schweigens zugedeckt wurde, das hat man ja gesehen.

Da habe ich mich gefragt,

was die Auassagen von Christoph Schönborn sollen, die er gestern von sich gegeben hat. ... oder will er einfach nur von innerkirchlichen größten Problemen ablenken?
Das sind doch Aussagen, die ein Bundespräsident von sich geben kann aber nicht ein Kardinal ! Er soll sich besser um seine innerkirchlichen Angelegenheiten kümmern und nicht darum, was die Politiker tun sollten. In der Kirche hätte er genug aufzuräumen, bevor er solche großen Töne nach außen von sich gibt.

werter herr ex-volksanwalt -

der status der gesetzlich anerkannten religionsgemeisnchaft bewirkt auch, dass diese gemeinschaft bei der besorgung ihrer "inneren anglegenheiten" keine staatliche einmischung befürchten muss (nota bene: die ö gerichte haben das jahrzehntelang peinlich genau beachtet).

und die kath und ev kirchen lobbyieren heftig (und sehr geschickt), um diesen freiraum von staatlicher ein- und aufsicht unverletzt zu erhalten.

und jetzt soll die "weltliche macht" ein ernstes wort mit der kirche reden, um deren gewissen zu mehr einsicht zu bewegen? finden sie das nicht auch ein wenig - na, sagen wir: heuchlerisch?

Bravo Herbert Kohlmeier !

soviel Courage hätte ich Ihnen nicht zugetraut.

Der Atheist und Sozialist Fischer soll mit Kardinal Schönborn über Kirchenreformen diskutieren?

Das zeigt, dass diese Laien gar nicht erst versuchen theologisch argumentieren, sondern sich frech auf die Werthaltungen des Zeitgeists berufen und nicht etwa auf die Bibel.

Kein Wunder, dass sie in der innerkirchlichen Auseinandersetzung damit keine Erfolge erzielen können.

Zum Gück haben wir die theologische Weltsicht in unserer Gesellschaft überwunden.
Für alle die sich die zurücksehen, könnte ich eine Reihe von Ländern empfehlen in denen Gott noch etwas zu sagen hat.

Das ist die reinste Blasphemie was diese Religionen und "Gottesstaaten " dem Gott alles unterstellen.

ja ja und die ingenieure wissen wie es laufen soll, besonders die schmalspurigen!
die gehören zur kategorie der halbgebildeten und die muss man mindestens zweimal kontrollieren bevor man sie werken läßt!

Da ruft eine innerkirchliche Strömung den Staat zur Hilfe, fordert von diesem in der Person eines atheistischen Präsidenten Druck auf eine Kirchenreform und sie bejubeln diesen törichten Lapsus noch als eine Überwindung der theologischen Weltsicht?

Sie haben überhaupt nichts kapiert. Eine Reform einer Religionsgemeinschaft kann sich nur auf theologisch-religiöse Argumente stützen. Wer dazu nicht in der Lage ist, wird scheitern

vielleicht hält sich fischer nicht für kohlmaiers lauf-
bursche. und wird sich nicht vorschreiben was er
wo, wann und wie zu äussern hat.

das fällt ihm jetzt erst auf?

Bei allem Respekt für die Initiative

Aber UHBP ist nicht für die Reformen der Kirche zuständig - Gottseidank leben wir in einem Staat, wo er nicht dafür zuständig ist.
Entweder die Kirche reformiert sich selbst oder eben nicht. Wenn nicht ... ihr eigenes Pech!

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