Kohlmaier schrieb offenen Brief an Bundespräsident Fischer
Wien - Herbert Kohlmaier, Gründer und heutiges
Vorstandsmitglied der Laieninitiative, ortet eine "mangelnde
Beachtung der Menschenrechte" in der katholischen Kirche. Er hat
daher einen offenen Brief an Bundespräsident Heinz Fischer verfasst.
Fischer hätte dieses Thema beim Weihnachtsbesuch bei Kardinal
Christoph Schönborn ansprechen sollen, forderte Kohlmaier im Schreiben.
Der frühere Volksanwalt wirft der Katholischen Kirche vor, die
Menschenrechte nur mangelhaft zu beachten. So ortet er etwa eine
"gravierende Diskriminierung der Frauen und eine Missachtung des
Rechtes auf Familiengründung". Berechtigt sei auch der Ärger darüber,
dass die Kirche versucht habe, Amtsträger, die sich an
Schutzbefohlenen vergingen, der weltlichen Gerichtsbarkeit zu
entziehen, so Kohlmaier.
"All diese schweren Mängel bewegen seit längerem viele
verantwortungsbewusste Menschen, Korrekturen im Sinne heutiger
Standards zu fordern", so der Gründer der Laieninitiative. Ihm ist es
daher ein Anliegen, Bundespräsident Fischer auf diese Umstände
hinzuweisen: "Ich meine, dass die Organe der Republik die Beachtung
elementarer Rechte der Staatsbürger auch in einer vom Staat
anerkannten und geförderten Religionsgebeinschaft zu beobachten und
nicht nur mit Lob zu bekunden hätten." (APA)