Finanzmarktaufsicht erstreckte Frist um neun Monate. Die Bank sieht die Eigenkapitallücke derzeit bei 500 Millionen Euro
Klagenfurt - Die Kärntner Hypo Alpe Adria Bank hat zur
Aufbringung eines millionenschweren Eigenkapitalpuffers bis Ende 2012
Zeit. Ursprünglich war der Bank von der Finanzmarktaufsicht der 31.
März 2012 vorgeschrieben worden. Der Zeitraum wurde nun allerdings
erstreckt, teilte das Unternehmen am Freitag in einer Ad-hoc-Meldung
mit. Der zusätzliche Eigenkapitalbedarf der Bank war Mitte 2011 noch
mit 1,5 Milliarden Euro beziffert worden, zuletzt hatte AR-Vorsitzender
Johannes Ditz von "unter 500 Millionen Euro" gesprochen.
Die Eigenmittelquote soll nun bis 31.12. 2012 auf 12,04 Prozent
klettern, derzeit liegt die regulatorische Eigenmittelquote der Hypo
bei 10,54 Prozent (Stichtag: 31.10.2011). Mit der Fristverlängerung
zur Erfüllung des Kapitalerfordernisses würden die Aufsichtsorgane
das strategische Konzept der Bank würdigen, hieß es in der
Aussendung. Das Konzept sei auf Risikoreduzierung durch Abbau und
Reprivatisierung ausgelegt.
Die Bank begrüßte den nunmehrigen Entscheidungsentwurf der FMA.
Die Verlängerung bedeute eine Berücksichtigung der erfolgreichen
Reorganisation der Risikosysteme. Die "Konsolidierungsstrategie" soll
im Jahr 2012 fortsetzen werden. Die Tochterbanken in Österreich und
Italien würden derzeit für den Verkauf vorbereitet, hieß es in einer
Aussendung. Der Zeitpunkt der Verkäufe hänge allerdings von den
Marktgegebenheiten ab.
"Wir betrachten diesen Bescheid als Auftrag, unseren
eingeschlagenen Kurs weiter konsequent und zielstrebig zu verfolgen",
sagte Hypo-Chef Gottwald Kranebitter. Man setze alles daran, bis Ende
2012 die Kapitallücke schließen und erwarte eine entsprechende
Würdigung der weiteren Fortschritte durch die Aufsicht, so
Kranebitter. (APA)