"Star Wars: The Old Republic" punktet mit Atmosphäre

30. Dezember 2011, 10:38
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Zwischen den Wüsten von Tatooine und der Sith-Heimat Korriban gilt es viel zu entdecken

Es war einmal vor langer Zeit in einer weitentfernten Galaxie, als sich Trolle, Elfen und Orks zusammenfanden, um im folgend marktbeherrschenden Onlinegame World of Warcraft (WoW) große Helden zu werden. Hier, in der Welt von Star Wars: The Old Republic ist es ähnlich. Fast zu ähnlich. Die Spielmechanik der virtuellen Welt, die die moderne Mythologie von George Lucas' Weltraumepos zum interaktiven Ereignis macht, geht kaum Risiken ein.

Star Wars illustriert damit das Hauptproblem des Genres

Millionen Spieler sollen sich auf Dauer darin aufhalten - und sie aus WoW abziehen, die verschreckt man besser nicht mit Innovation. Star Wars illustriert damit das Hauptproblem des Genres: Der Zwang, Spiele möglichst breit anzulegen, verhindert Experimente und eine schnelle Evolution. Für langfristigen Erfolg muss die Star Wars-Welt erst beweisen, dass sie Vielspieler mit entsprechenden Herausforderungen an sich binden kann. Immerhin: Erste Top-Gilden wechseln bereits.

Der Soundtrack ist schlicht großartig

Die Macher von Bioware entwickelten das epochemachende Spielkonzept von WoW nur dort weiter, wo es seine an Einzelspielerformaten wie Dragon Age und Mass Effect erprobten Stärken ausspielen kann: in der Implementierung und Inszenierung von Handlung. Die Quests, Aufgaben des Helden, die er zu absolvieren hat, gehen zwar weiterhin nicht weit über Monstermetzeln und Artefaktefinden hinaus. Die hübsch animierten Videosequenzen und Dialoge mit mehreren Antwortmöglichkeiten formen die Karriere als Jedi oder Sith aber zum interaktiven Spielfilm. Besondere Mühe gab man sich auch bei den Begleitern der Charaktere. Man kann ihnen Aufträge erteilen oder mit ihnen anbandeln. Und der Soundtrack ist schlicht großartig.

Korriban

Die Macht liegt also eindeutig in der Atmosphäre der Spiels. Zwischen den Wüsten von Tatooine und der Sith-Heimat Korriban gilt es viel zu entdecken. (Alois Pumhösel, Der Standard Printausgabe, 30.12.2011)

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