Um sich Lebensmittel oder Konsumgüter leisten zu können, muss immer weniger gearbeitet werden. Anders sieht das beim Mechaniker oder Sprit aus
Ja, das
Neujahrsschnitzel. Für ein Kilogramm des begehrten Fleisches hat ein
Industriearbeiter 1980 über eine Stunde arbeiten müssen, heute sind es nur mehr
40 Minuten. Will heißen, sein Verdienst ist proportional zum Preis des
heimischen Nationalgerichts stark angestiegen. Anders sieht das schon beim
Treibstoff aus. So verringerte sich der Arbeitsaufwand für einen Liter
Superbenzin zwar von 7,6 auf 5,8 Minuten. Seit 1986 geht da aber nichts mehr.
Sprich, seit 25 Jahren steigt der Wert des Sprits mit unserem Verdienst, wie aus Berechnungen des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) hervorgeht.
Schlimmer
sieht es bei den Installateur- und Mechanikerleistungen aus. Für einen Monteur
und Helfer, der einem die Gasleitung überprüft oder das Auto repariert, muss
man heute um die Hälfte länger arbeiten wie 1980. Die dafür notwendige Arbeitszeit
ist von 4,5 Stunden auf 6,5 bzw. 7,5 Stunden gestiegen.
Dieser Anstieg sei in erster Linie auf den Anstieg der
Belastung mit Lohnsteuern und Sozialabgaben von Arbeitnehmer und
Arbeitgeber sowie der Gewinnaufschläge zurückzuführen, die in den
Nettolöhnen der Industriearbeiter definitionsgemäß nicht enthalten
seien, so die Erklärung der Wifo-Ökonomen.
Lebensmittel und Kameras günstiger
Lebensmittel,
von der Butter über die Milch bis hin zum Spinat, haben sich in diesen drei Jahrzehnten
stark verbilligt. Allerdings haben die Verbraucherpreise vor allem 2011 stark
angezogen. Dennoch verbringt man, um sich ein Packerl Milch leisten zu können,
nur mehr halb so lange im Job wie 1980. Ähnlich sieht es bei Kaffee und Zucker
aus.
Interessanterweise
sind aber Semmel und Brot teurer geworden. Allerdings arbeiten die Österreicher
für eine Semmel gerade mal eine Minute 24 Sekunden, für einen Wecken Brot zwölf
Minuten.
Viel mehr
leisten können sich Herr und Frau Österreicher aber bei der
Konsumgüterelektronik. Musste man 1980 noch 150 Stunden, ein knappes Monat, für
eine Spiegelreflexkamera arbeiten, so reichen heute 17 Stunden aus, um beim
Händler ein Einstiegsmodell zu erstehen.
Zigaretten brauchen
übrigens geringfügig mehr Arbeitszeit. Sie haben sich vor allem in den letzten
zehn Jahren verteuert. Raucht man eine Schachtel pro Tag, arbeitet man knapp zwanzig
Minuten dafür. (sos, derStandard.at, 30.12.2011)