Zweistellige prozentuelle Verluste bei den wichtigsten Indizes
Tokio - Die asiatischen Aktienmärkte haben das
Krisenjahr 2011 mit kräftigen Verlusten abgeschlossen. Wenngleich
positive US-Konjunkturdaten im Freitagshandel für eine kleine
Erholung sorgten, blieb in der Jahresbilanz zumeist ein dickes Minus.
Tsunami und Erdbebenkatastrophe in Japan, Fluten in Thailand sowie
die Schuldenkrisen in den USA und in Europa sorgten für ein mieses
Börsenjahr. Der Tenor war: Flucht in sichere Anlagen wie Gold. "Wenn
man sich bei den Anlageklassen umsieht, es war wirklich ein Jahr der
sicheren Anlagen, es ging darum, das Kapital zu retten und ein
bisschen Rendite zu machen", sagte Chris Weston von IG Markets in
Melbourne. Der Euro verharrte am Jahresende bei Kursen von rund
1,2935 Dollar.
Bei den wichtigen Indizes in Asien standen in der Jahresbilanz
sogar zweistellige prozentuale Verluste: Beim japanischen
Nikkei-Index belief sich das Minus auf 17 Prozent, der breiter
gefasste Topix verlor fast 20 Prozent. Für den Nikkei war es der
zweite Jahresverlust in Folge. Auch bei australischen und
taiwanesischen Aktien fiel das Minus zweistellig aus.
Den letzten Handelstag 2011 beendete der Nikkei 0,67 Prozent
fester bei 8.455,35 Zählern. Das ist der tiefste Jahresschluss seit
29 Jahren. Der Topix legte 0,9 Prozent zu auf 728 Punkte. Bei dünnen
Umsätzen waren Händlern zufolge vor allem Stahl- und
Schifffahrtsunternehmen gefragt. Der Rohstoffhändler Marubeni legte
dank eines milliardenschweren Vertrags mit einer Ölraffinerie in
Kasachstan knapp zwei Prozent zu.
Auch die chinesischen Aktienmärkte in Hongkong und Shanghai
beendeten den Handel am Freitag fester.
Die Vorzeichen für 2012 sind nicht die besten - die Händler gehen
ohne viel Vorfreude in das neue Jahr: "Das Erdbeben, die
Flutkatastrophe in Thailand und die europäische Schuldenkrise - es
schwer zu sagen, ob die Investoren nächstes Jahr in Scharen auf den
Aktienmarkt zurückkehren", sagte Toshiyuki Kanayama von Monex. "Und
so wie die Dinge stehen, ist für den Markt kaum ein Motiv für eine
Rally auszumachen." (APA)