Ab Neujahrstag

Katalonien ohne "Fiesta": Stierkampfverbot in Kraft

30. Dezember 2011, 08:15

Anhänger wollen Verbot nicht hinnehmen - Klage auch vor dem spanischen Verfassungsgericht

Madrid - Das letzte "Ole" ist längst verhallt, nun wird es auch offiziell: In Katalonien dürfen ab kommenden Sonntag keine Stierkämpfe mehr stattfinden. Am 1. Jänner tritt das Verbot in Kraft, dass das Parlament der nordostspanischen Region im Juli 2010 beschlossen hatte. Katalonien wird dann nach den Kanarischen Inseln die zweite Region in Spanien sein, in der Stierkämpfe untersagt sind.

Die Anhänger der Fiesta geben die Hoffnung jedoch nicht auf, dass das Verbot wieder zurückgenommen wird. Die konservative Volkspartei (PP) erwirkte eine Klage vor dem spanischen Verfassungsgericht, zudem bemüht sich eine Initiative um die Einleitung eines Volksbegehrens. Die Erfolgsaussichten werden in beiden Fällen jedoch als sehr gering eingeschätzt. Alles deutet darauf hin, dass bei der Corrida am 25. September in Barcelona der Stier "Dudalegre" der letzte war, der in einer katalanischen Arena sein Leben ließ.

Arenen abgerissen

Der Stierkampf stand in der wirtschaftsstärksten Region Spaniens praktisch vor dem Ende, noch bevor er verboten wurde. Städte wie Gerona, Figueras oder Lloret de Mar hatten ihre Arenen schon vor Jahren abreißen lassen, weil sich kaum jemand für die Kämpfe interessierte. In Barcelona war von ursprünglich drei Arenen zuletzt nur noch eine in Betrieb. "La Monumental" war bis September in ganz Katalonien der einzige Schauplatz von Stierkämpfen. Die Arena brachte den Betreibern jedoch Verluste ein, da sie mit ihren 18.000 Plätzen bei Kämpfen zumeist nicht einmal zu einem Drittel gefüllt war.

Tierschützer feierten das Verbot des blutigen Spektakels damals als einen großen Erfolg. Allerdings hatten die Parlamentarier bei ihrer Entscheidung nicht allein an das Wohl der Tiere gedacht. Es spielten auch andere Motive eine Rolle. Katalanische Nationalisten betrachten den Stierkampf als etwas typisch Spanisches und sahen in dem Verbot eine Chance, zum ungeliebten Spanien auf Distanz zu gehen.

Tierschutz

Dass es bei dem Verbot nicht allein um die Belange des Tierschutzes ging, zeigte sich auch daran, dass die Abgeordneten die umstrittene Tradition der "Correbous" von dem Verbot ausdrücklich ausnahmen. Dabei handelt es sich um Stiertreiben, die auf Volksfesten in bestimmten katalanischen Gemeinden stattfinden und bei denen Stiere auf verschiedene Weise gequält werden. Die Regionalregierung erleichterte kürzlich sogar die Abhaltung solcher Feste.

Im übrigen Spanien lockt der Stierkampf noch immer Tausende von Fans an. Aber er steckt ebenfalls in einer schweren Krise. Die Zahl der Festivals ging seit 2007 um ein Drittel zurück. Die jungen Spanier suchen sich ihre Idole lieber bei den Popstars oder Fußballern als bei den Toreros. Die Besucher der Stierkampfarenen sind überwiegend ältere Leute. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 74
1 2
fine postings
01
31.12.2011, 21:37
kein fiestas?

ich hoffe die katalonen finden auch ohne stierkämpfe zeit für fiestas...
:)

un salud

Abelaard
123
31.12.2011, 20:50

In meinen augen sind die verbieter reine trottel welche sich von einer sogenannten tierschützermafia aufhetzen haben lassen, die viecher sterben sowieso da haben sie wenigstens die möglichkeit den töter mitzunehmen

rock a boogie beaten
 
12
???

Sie meinen das wohl als schlechte Satire??
Es ist ein himmelhoher Unterschied, ob ein Tier vom Tode schmerzfrei überrascht wird oder mit unfassbaren Schmerzen in Raten das Leben rausgezogen wird.
Ich will damit nicht die Schlachthöfe verniedlichen, aber schon alleine dadurch hinkt der Vergleich, den aber die Aficionados nicht müde werden, herbeizubemühen gewaltig.

rock a boogie beaten
 
00
31.12.2011, 15:54
???

Zitat:..Katalanische Nationalisten betrachten den Stierkampf als etwas typisch Spanisches und sahen in dem Verbot eine Chance, zum ungeliebten Spanien auf Distanz zu gehen...

das ist nur eine Unterstellung. Das wesentlich separatistischere Baskenland ist nach wie vor Corida- verrückt.
Das ist auch nur wieder dieselbe Perfidie:
sagten früher die Aficionados: "So lange man den Stierkampf will, wollen wir ihn haben!"
Kaum wollen die Katalanen den nicht mehr, wollen die Aficionados mit adminstriativen Erlassen oder noch schlimmer, den Stierkampf zum UNESCO Weltkulutrerbe zu erklären, jede Gegenreaktion zu seinem Unwesen mit Denkverbot bestrafen.
Das ist NICHT demokratisch!

fuerTiere
24
31.12.2011, 14:03
gegen den Stierkampf !!!

Jedes Jahr werden alleine in Spanien über 40.000 Stiere getötet. Die Stierkampf-Industrie erhält schätzungsweise etwa 530 Millionen Euro an Subventionen von der EU. Ohne diese Mittel könnte das blutige Spektakel gar nicht stattfinden. Noch bevor die Tiere die Arena betreten, werden sie mit Elektroschocks traktiert. Oft verabreicht man ihnen Abführmittel und in ihre Augen wird Vaseline gerieben, um ihre Sehkraft zu trüben. In der Arena angekommen werden sie mit Lanzen und Speeren verletzt und gequält. Nach der grausamen Prozedur versucht schließlich der „Matador“, die geschwächten und panischen Tiere mit seinem Schwert zu töten. Oft genug verfehlt der Matador das Rückenmark und das Sterben dauert qualvoll lange.

rock a boogie beaten
 
01
31.12.2011, 16:48
Richtigstellungen

ich bin zwar auch ein Antitaurino, daher muss ich paar SAchen richtigstellen, bevor es einer dieser Aficionados macht.
1. der Stier wird nicht durch einen Stich ins Rückenmark sondern durch einen in die Aorta getötet.
Der Genickreisser wird erst nach einer fetgelegten Anzahl mislungener Estocados eingesetzt.
Dass der Estocado in sich selber wieder eine Tierquälerei darstellt, brauche ich hoffentlich nicht zu erwähnen
2. der Stier ist -wow- ein reiner Pflanzenfresser. Dem fehlt jeder Tötungsinstinkt. zusätzlich ist er ein reines Herdentier.
Wird er aus seiner Herde gerissen und in einer Arena gelassen, die aus gutem Grund rund ist (da kann er sich nicht mal verstecken) reagiert er in Panik, da er nicht fliehen kann

rock a boogie beaten
 
02
31.12.2011, 17:31
Richtigstellungen 2.Teil

3. unabhängig von der Anwendung dieser miesen Tricks stellt der Stierkampf alleine lege artis eine Perfidie dar, die nur ankotzt.
Wäre der Stier nur ein bisschen klüger, wäre es komplett aus mit den ganzen Passas, Veronicas und sonstiger Schwachsinnigkeiten, die sogar große Künstler in die Selbstverblödung trieben, weil er schlichtweg nicht das wehende Tuch sondern den Kasperl als Peiniger identifizieren könnte.
Picasso, Hemingway etc. waren nur Künstler aber keine Naturwissenschafter.

Helmut
21
31.12.2011, 18:08
Das ist so...

...nicht ganz richtig. Jeder Stier lernt relativ schnell. Das ist auch der Grund, warum kein Stier zweimal in die Arena kommt. Das wuerden Sie als Perfidie bezeichnen, vergessen dabei aber, dass die Welt voll davon ist.
Es gibt auch "sentidos", die lernen schon in der Arena sehr schnell und dann wird es fuer den Torero natuerlich noch gefaehrlicher. Ganz frueher wurden Stiere auch mehrmals in die Arena geschickt. Das war meist das Ende des Toreros.
Leute wie Picasso als selbstverbloedet zu bezeichnen, nur weil sie etwas gutheissen, was Ihnen missfaellt, zeugt leider von wenig Reflexion.

rock a boogie beaten
 
02
31.12.2011, 18:54
aus Rest an Sympathie

Ausdauernde Legenden, Mythen und Lügen über den Stierkampf gibt's wie Reissäcke in China.
Das rote Tuch ist nur die berühmteste davon. Auf wen die Farbe stimulierend wirkt, sind die Aficionados nicht der Stier.
Ja ja, das kommt davon, wenn man Lügen unreflektiert einfach wiederkäut!
MUH!

Helmut
10
31.12.2011, 19:07
Mit Leuten...

...die das Wahrheitsmonopol fuer sich gepachtet haben (ohne auch nur die geringste Legitimation dafuer vorweisen zu koennen) kann man natuerlich nicht diskutieren. Schoenen Abend noch!

rock a boogie beaten
 
01
31.12.2011, 20:41
nur zur Info

Ich bin Vetmedstudent. Mache im Jänner meinen Abschluss

rock a boogie beaten
 
01
31.12.2011, 18:24
DAS IST BLÖDSINN PUR

der Stier lernt gar nichts. Das ist auch so eine Legende, die unausrottbar wie falsch ist. Gerade der "große" Cordobes war doch berüchtigt für seine "Posings".
Szenen, wo Stierkämpfer die Brust hinstreckend vor die Stiere hinknien, oder die Muleta nah um sich herumdrehen, sodass sie sogar mit der Hand seinen Rücken berühren oder manchmal seinen Kopf streicheln, gibt's zuhauf.
Der Stier kann nicht "recycelt" werden, weil er alleine schon wegen der Verletzungen so malträdiert ist, dass eine Therapie die Kosten nicht amortisiert, falls er die überhaupt noch überlebt.
Nochmal: Picasso war ein großer Maler, ein Naturwissenschafter war er nicht. Nur deswegen halte ich ihn für die Verteidigung des Stierkampfes als deplatziet

Helmut
11
31.12.2011, 19:02
Sie scheinen sich...

...ja als Naturwissenschaftler zu sehen. Dann verstehe ich nicht, warum Sie Argumente bringen, die mit Ihrer These wenig zu tun haben. El Cordobes hat nicht mit Stieren posiert (was auch nicht unumstritten war), die zum zweiten Mal in der Arena waren. Ich vermute auch sehr stark, dass er das dann auch nicht gemacht haette.
Und Sie werden es natuerlich wieder abstreiten, aber Leute, die ein Leben lang mit Stieren verbringen und deren eigenes Ueberleben davon abhaengt, haben halt einmal mehr Stierkenntnis als wir Laien.
Mir ist auch nicht klar, warum nur Naturwissenschaftler ueber Stierkampf reden duerfen...

rock a boogie beaten
 
01
31.12.2011, 20:57
Tatsachen die Ihnen JEDER Toro Bravo Züchter verschweigt

1. Kampfstiere werden NICHT auf Intelligenz, Ausdauer, Wendigkeit und Scharfsichtigkeit gezüchtet.
(Auch so ein unausrottbares Klischee)
2. jeder Züchter, der dies täte, bliebe einfach auf seinen Stieren sitzen, weil ansonsten die gesamte 0815 Konzertierung des Kampfablaufes wirklich unberechenbarer würde.
3. man versucht das natürliche Fight or Flight Verhalten des Stieres wegzuzüchten. Ganz gelang es trotzdem nicht, da noch immer hie und da ein Stier in die Zuschauertribüne hüpft

zebilein
01
31.12.2011, 13:59
Also ich persönlich ...

... hab ja immer zu den Stieren gehalten. Vorallem wärend der jährlichen 8-tägigen Stierhatz (Pamplona?). Leider gibt es noch immer Vertreter des männlichen Geschlechts, die Glauben sich Ihre Männlichkeit durch das Töten von Tieren, Verprügeln von Frauen und Unterdrücken von Minderheiten beweisen zu müssen.

Guten Rutsch + Prost
Zebilein

Hautflügler
03
31.12.2011, 13:18

Von der Qual der Tiere abgesehen ist mir nicht klar warum diese Stierkämpfer hier teilw. zu Helden stilisiert werden. Feige Typen sind das, dieser "Kampf" wird auch nicht dadurch fair, dass ab und zu mal einer auf die Hörner genommen wird. Wie armselig muss man sein um sich an einer kognitiv weitaus unterlegenen Kreatur zu messen? Uhhh Lebensgefahr, was für Helden, wenn die Typen ihren Heldenmut beweisen wollen so mögen sie doch gegen leidensunfähige Gegner (z.B. Berge)kämpfen, oder gegen solche die eingewilligt haben (Boxen etc.). Sich an Tieren zu beweisen ist nur erbärmlich.

Mob Barley
01
31.12.2011, 12:18

Wenns diesen Tieren zu Lebzeiten auch viel besser geht als in unserer heuchlerischen Gesellschaft, so ist das Ritual dennoch brutal u verroht.
Zuzusehen u sich daran aufzugeilen wie ein Tier in der Hitze zu Tode gemartert wird - auch wenn manchmal der Torero was abbekommt - ist einfach irgendwie pervers.
Der Kampf ist total unfair u die Toreros keine tollen Heros.
Unter diesen Umständen das Tier zu töten ist eher billig - eine ganze Armada steht den tollen Toreros zur Seite wenn's wirklich brenzlig wird.

kottan123
211
30.12.2011, 18:21
Das kann nur der Anfang sein

Tatsächl. muss dieser Irrsinn endlich weltweit enden, Stkpf in jeder Form ist pervers, barbarisch und hat in unserer htgen Zivilisation genau gar nichts mehr verloren.
Und noch eine Anmkg zu den vielen Postern die hier den Stkpf verteidigen: Es wäre doch wünschenswert, wenn ihr euch über die Fakten informieren würdet, bevor ihr solche "Weisheiten" von euch gebt. Das Tier hat von Anfang an nie den Funken einer Chance und wenn ein Torrero vor dem Kampf gleich vorbereitet würde als der Stier-jeder 12jährige könnte gegen ihn antreten, eine halbe Stunde quälen bis er sein Blut kotzt und ihm danach die Eier abschneiden.
Soviel zu deren Heldentum!
Diese Bullen empfinden Schmerz und Angst wie auch wir-wer das nicht kapiert dem ist nicht zu helfen!

mlzt
61
31.12.2011, 01:31

Wenn Sie in Ihrem superklugen Geschwurbel schon jeden zweiten Buchstaben weglassen, so könnten Sie wenigstens so klug sein und sich auch das zweite "r" bei Torero sparen. Oder wollten Sie uns von einem Leuchtturmwärter erzählen (bzw. handelt es sich bei Ihnen vielleicht um einen solchen?).

kottan123
03
31.12.2011, 11:00
Vielen Dank

für die Nachhilfe in Rechtschreibung.
1) Die Buchstaben wurden ausgelassen da die Texteingabe begrenzt ist - bei Ihren zynischen Bemerkungen brauchen Sie offensichtlich nie so viel.
2) Der letzte Abschnitt in meinem ursprünglichen Posting ist Ihnen gewidmet.

Tina Tsornigg
10
31.12.2011, 13:37

Beistriche könnten sie auch verwenden.

kottan123
03
31.12.2011, 13:54
Und die Anrede

"Sie" schreibt man nicht klein - Schlauchen!

Tina Tsornigg
10
31.12.2011, 16:40

Stimmt. Sie schreibt man gross. Sie wissen also mehr, als Sie zugeben. Was meinen Sie eigentlich mit "Schlauchen"?

rock a boogie beaten
 
01
31.12.2011, 15:27
mach Dir nichts daraus.

Bei jeder Stierkampfdiskussion kommen diese Sprach-Talibans daher und meckern über Deinen Syntax, wenn denen schon die Argumente ausgehen. Sogar in Englischsprachigen (persönlich miterlebt) -obwohl diese Sprache vom Syntax und Orthographie her wesentlich wirrer ist.

Diversion
38
30.12.2011, 15:46
welcher konservative wappler verteilt hier bei jedem anti-tierquäler-posting einen roten strich?

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