Bildungsminister wegen Studentenprotesten zurückgetreten

30. Dezember 2011, 06:33
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    foto: reuters/caballero

    Am 18. Juli angetreten und schon wieder zurückgetreten - kurze Amtszeit für den chilenischen Bildungsminister.

Auch der Landwirtschaftsminister gibt sein Amt auf

Santiago de Chile - In Chile ist Bildungsminister Felipe Bulnes während der andauernden Studentenproteste gegen die Bildungspolitik der konservativen Regierung von Präsident Sebastián Piñera zurückgetreten. Bulnes habe aus "persönlichen Gründen" seinen Rücktritt eingereicht, sagte Regierungssprecher Andres Chadwick am Donnerstag. Der Landwirtschaftsminister Jose Antonio Galilea habe aus den gleichen Gründen sein Amt aufgegeben.

Als Nachfolger von Bulnes ernannte Präsident Pinera Haral Beyer. Nach Ansicht von Beobachtern war Bulnes enttäuscht über die Grenzen, die ihm bei den Verhandlungen mit den protestierenden Studenten gesetzt worden waren. Im Juli hatte Bulnes Vorgänger, Joaquín Lavín, sein Amt mit der Begründung aufgegeben, dass seine Legitimität durch Vorwürfe der Studenten wegen seiner engen Kontakte zu einer Privatuniversität beschädigt sei.

Die Studenten in Chile fordern seit Monaten eine Bildungsreform und mehr Geld für Schulen und Universitäten im kommenden Haushalt. Im Oktober hatten sie ihre Proteste gegen ungleiche Bildungschancen wieder aufgenommen, nachdem Gespräche mit der Regierung gescheitert waren. Die Probleme im chilenischen Bildungswesen gehen zum Teil auf die Diktatur in den 1980er Jahren zurück, als der Staat im öffentlichen Bildungswesen sparte. (APA)

Ernst Guevara
01
30.12.2011, 09:23
die probleme

gehen nicht nur zum teil sondern zur gänze auf die diktatur zurück. das chilenische bildungssystem, gegen das protestiert wird, wurde durch ein gesetz in den letzten tagen der diktatur begründet (LOCE). und es ist zwar auch zum teil richtig, dass der staat zu wenig für bildung ausgibt, aber das hauptproblem besteht darin, dass das privatisierte bildungssystem die schüler und studenten zu kunden und zu objekten privater geschäftsinteressen degradiert. das geldbörserl bestimmt darüber, ob jemand eine bildung erhält und welche qualität diese hat. ein typisches APA-pamphlet mal wieder, voller suggestiver halb- und unwahrheiten.

byron sully
03
30.12.2011, 13:11

das denk ich auch. und es ist zu befürchten, daß sich das bildungssystem in europa in eine ähnliche richtung entwickeln könnte (bzw. sind erste tendenzen ja bereits sichtbar).

meresi
00
30.12.2011, 15:48
es ist nicht zu befürchten...

da bereits eingetreten...

sainty1
00
30.12.2011, 08:35
auch keine schlechte Taktik..

verhandeln verhandeln verhandeln und dann den Minister absetzen..und das ganze fängt von vorne an!

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