Telekom und Tochter Magyar zahlen mehr als 95 Millionen Dollar
New York/Frankfurt - Die Deutsche Telekom und ihre
ungarische Tochter Magyar ziehen mit der Zahlung von mehr als 95
Millionen Dollar (73,7 Mio. Euro) in den USA einen Schlussstrich
unter eine seit Jahren schwelende Schmiergeld-Affäre auf dem Balkan.
Die Unternehmen schlossen mit der US-Börsenaufsicht SEC und dem
amerikanischen Justizministerium einen Vergleich zum Abschluss der
dortigen Ermittlungen, wie die Behörden und die Telekom am Donnerstag
mitteilten. Der Vergleich beende die Ermittlungen gegen die Deutsche
Telekom ohne eine strafrechtliche Anklage.
Die US-Ermittler hatten Magyar vorgeworfen, sich 2005 und 2006
durch Schmiergeldzahlungen in Millionenhöhe in Montenegro und
Mazedonien Vorteile verschafft zu haben. Damit hätten die Ungarn
gegen ein US-Anti-Korruptionsgesetz verstoßen. Die SEC reichte in dem
Zusammenhang gegen drei Magyar-Manager Klage ein. Dem deutschen
Mutterkonzern hatten die Behörden vorgeworfen, Buchführungs- und
Berichtspflichten nach dem US-Gesetz nicht eingehalten zu haben.
Magyar zahlt im Zuge des Vergleichs nun mehr als 90 Millionen
Dollar, die Telekom knapp 4,4 Millionen Dollar an die US-Behörden.
Beide Konzerne versprachen zudem, die Einhaltung der
unternehmensinternen Richtlinien künftig besser zu überwachen und
legten Verstöße gegen das Anti-Korruptionsgesetz freiwillig offen.
Magyar hatte bereits seit längerem mit der SEC über eine
Beilegung des Falls verhandelt und bereits im Sommer eine
grundsätzliche Einigung mit der SEC auf eine Vergleichszahlung
bekanntgegeben.
Die Affäre hatte im Herbst 2010 auch Telekom-Chef Rene Obermann
eingeholt. Die Bonner Staatsanwaltschaft nahm den Manager wegen
angeblicher Bestechung auf dem Balkan ins Visier, stellte die
Ermittlungen aber vier Monate später wieder ein, da sich der
Anfangsverdacht nicht bestätigte. (APA/Reuters)