Vornamen wirken sich stärker auf Attraktivität aus als bisher gedacht

30. Dezember 2011, 12:01
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Justin, Chantal, Celina und Co. haben erheblich geringere Chancen auf Partnersuche-Plattformen als etwa Alexander oder Charlotte

Berlin/Wien - Vielleicht wird es sich ja wieder ändern. Im Moment kann man allen Eltern nur davon abraten, ihren Kindern die Vornamen Kevin oder Justin zu geben. Psychologen der Berliner Humboldt-Uni haben nämlich herausgefunden, dass diese Namen die zwischenmenschliche Kontaktbereitschaft erheblich herabsetzen können.

Für ihre Studie in der aktuellen Ausgabe des Fachblatts Social Psychological and Personality Science haben die Forscher vor allem Männernamen miteinander verglichen: Träger des positiv besetzten Vornamens Alexander etwa wurden auf Partnersuche-Plattformen im Internet um 102 Prozent häufiger angeklickt als Kevins. Mit klassischen Namen wird anscheinend mehr Bildung und Prestige assoziiert als mit Gestalten aus Film oder Fernsehen, deren Vornamen bei sozial schwachen Familien beliebt sind.

"Singles bleiben wohl lieber weiter allein als sich mit einem Kevin oder einer Chantal zu treffen", sagte Studienleiter Jochen Gebauer. Auch zwei weitere Studien kamen zu einem ganz ähnlichen Ergebnis.

Die Psychologen halten es für wahrscheinlich, dass Menschen mit negativ besetzten Vornamen auch im wirklichen Leben häufiger soziale Zurückweisung erfahren und über ein geringeres Selbstwertgefühl verfügen. Allerdings sei der Name dabei nur eine Ursache von vielen. (APA, tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 30.12.2011)

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    grafik: derstandard.at
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