Justin, Chantal, Celina und Co. haben erheblich geringere Chancen auf Partnersuche-Plattformen als etwa Alexander oder Charlotte
Berlin/Wien - Vielleicht wird es sich ja wieder ändern. Im Moment kann man
allen Eltern nur davon abraten, ihren Kindern die Vornamen Kevin oder Justin zu
geben. Psychologen der Berliner Humboldt-Uni haben nämlich herausgefunden, dass
diese Namen die zwischenmenschliche Kontaktbereitschaft erheblich herabsetzen
können.
Für ihre Studie in der aktuellen Ausgabe des Fachblatts Social
Psychological and Personality Science haben die Forscher vor allem
Männernamen miteinander verglichen: Träger des positiv besetzten Vornamens
Alexander etwa wurden auf Partnersuche-Plattformen im Internet um 102 Prozent
häufiger angeklickt als Kevins. Mit klassischen Namen wird anscheinend mehr
Bildung und Prestige assoziiert als mit Gestalten aus Film oder Fernsehen, deren
Vornamen bei sozial schwachen Familien beliebt sind.
"Singles bleiben wohl lieber weiter allein als sich mit einem Kevin oder
einer Chantal zu treffen", sagte Studienleiter Jochen Gebauer. Auch zwei weitere
Studien kamen zu einem ganz ähnlichen Ergebnis.
Die Psychologen halten es für wahrscheinlich, dass Menschen mit negativ
besetzten Vornamen auch im wirklichen Leben häufiger soziale Zurückweisung
erfahren und über ein geringeres Selbstwertgefühl verfügen. Allerdings sei der
Name dabei nur eine Ursache von vielen. (APA, tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 30.12.2011)