Evolutionsbiologie

Schlangenalarm mit Köpfchen

29. Dezember 2011, 18:41
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    foto: roman wittig/mpi f. evolutionary anthropology

    Schimpansen ängstigen sich vor Schlangen. Dieser hier hat sich auf einen Baum geflüchtet.

Menschenaffen auf dem Weg zur Sprache: Schimpansen wissen, was ihre Artgenossen wissen, um effizienter zu kommunizieren

Leipzig/Wien - Man kennt es aus eigener Erfahrung. Geht man durch einen Wald, so stoßen viele Tiere Alarmrufe aus, um ihre Artgenossen vor der möglichen Gefahr zu warnen. Dies geschieht, wie Verhaltensbiologen wissen, häufiger bei Anwesenheit von verwandten Tieren. Bisher gab es jedoch wenig Belege dafür, dass selbst besonders kluge Tiere den Wissensstand ihrer Gruppenmitglieder berücksichtigen.

Studien an Schimpansen, die im Zoo leben, hatten zu widersprüchlichen Resultaten geführt. Catherine Crockford von der Universität St. Andrews in Schottland beobachtete deshalb mit Kollegen ihrer Uni und Forschern vom Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie frei lebende Schimpansen im Budongo-Wald in Uganda, die sie mit Attrappen gefährlicher Giftschlangen konfrontiert hatten.

Video 1: Das erwachsene Männchen Squibbs marschiert vor dem Weibchen Kutu und seinen zwei Nachkommen. Als Squibbs vor ihm auf dem Pfad eine gut getarnte Schlange entdeckt, stößt er fünf Warnrufe auf und umgeht die Gefahr. Obwohl die etwas später nachkommende Kutu nicht erkennen konnte, wo die Schlange sich verbirgt, wählt auch sie eine Ausweichroute.

Konkret ging es um zwei unechte Gabunvipern und eine Nashornviper, die sich - in echt - gut tarnen und oft wochenlang am selben Fleck liegen. "Es lohnt sich also, wenn der Schimpanse, der sie entdeckt, seine Gruppenmitglieder vor der Gefahr warnt", so Crockford.

Die Biologen nahmen für ihre Untersuchung, die im Fachblatt Current Biology veröffentlicht wurde, das Verhalten von 33 verschiedenen Schimpansen unter die Lupe, die jeweils eine der drei Schlangenattrappen gesehen hatten. Bei den Beobachtungen zeigte sich, dass Alarmrufe häufiger dann ausgestoßen wurden, wenn der Rufer sich in Gesellschaft von Gruppenmitgliedern befand, welche die Schlange entweder selbst noch nicht gesehen oder frühere Warnrufe nicht gehört haben konnten.

Video 2: Die beiden ausgewachsenen Männchen Kato und Nick bewegen sich etwa 20 Meter getrennt voneinander auf einem schmalen Pfad. Kato, der voran geht, entdeckt eine Schlange auf dem Weg und warnt den nachfolgenden Schimpansen mit mehreren Rufen. Dann blickt er zurück und warnt Nick erneut. Dieser stoppt und wählt schließlich eine Ausweichroute, ohne die Schlange selbst gesehen zu haben.

"Schimpansen scheinen den Wissensstand anderer zu berücksichtigen", folgert Koautor Roman Wittig vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig. "Sie verstehen offenbar, dass sie etwas wissen, was ihr Gegenüber nicht weiß." Gruppenmitglieder, welche die Gefahr bereits kannten, wurden nämlich entsprechend seltener informiert.

Voraussetzung für Sprache

Diese neue Beobachtung könnte auch neues Licht auf die Entwicklung der Sprache werfen, die eine exklusive Errungenschaft des Menschen ist. Denn die Fähigkeit zum Bereitstellen von fehlenden Informationen an andere Gruppenmitglieder gilt für einige Evolutionsbiologen als ein wichtiger Schritt für die Ausbildung sprachlicher Kommunikation: Denn warum sollte man jemanden über etwas informieren, wenn man nicht vorher erkannt hat, dass derjenige diese Information benötigt?

Wann in der Evolution der Affenartigen beziehungsweise der Menschenartigen dieser wichtige Schritt gegangen wurde, ist wissenschaftlich ungelöst. Wie die neue Untersuchung zeigt, sind bei Schimpansen mehr Voraussetzungen für komplexe Kommunikation vorhanden als bisher gedacht. Deshalb dürfte wohl auch bereits der gemeinsame Vorfahre von Mensch und Schimpanse vor sechs Millionen Jahren erste Ansätze gezeigt haben. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 30.12.2011)

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Nick Tameer
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Bevor ich den Artikel las, dachte ich für einen Moment, durch das Photo inspiriert, der Schimpanse wollte eventuell durch Hindeuten auf einen schlagenartigen Ast oder kleinen Stamm auf die Gefahr hinweisen. Aber soweit ist die äffische Semantik doch wohl nicht gereift.

schwejk
00
30.12.2011, 16:39
alte buschmann-geschichte:

natürlich können die affen reden.
sie tuns nur nicht, denn sonst müssten sie arbeiten.

Nick Tameer
00

Soweit ich weiß, ist das eine malaische Geschichte über die Orang-Utans. In der Heimat der Buschmänner - wenn Sie die meinen - gibt es keine Menschenaffen (ich glaube, soweit südlich in Afrika gibt es noch einmal Paviane).

Karlgaard
100
30.12.2011, 13:47

Der Mensch mag mit dem Affen verwandt sein, ist jedoch als Ebenbild Gottes geschaffen.

Zinsenfeger
00

Alles was ein Mann schöner ist wie ein Aff ist Luxus. Das wusste schon die Tante Jolesch.

pagat ultimo
00

ach, du liebes bisschen.

der mensch hat sich gott ausgedacht, damit er sich nicht der narzisstischen kränkung stellen muss, auch nur ein tier zu sein.

Zinsenfeger
00

Mit dem "ausgedacht" stimme ich ihnen zu, gebe aber zu bedenken, dass frühere Kulturen nichts anrüchiges dabei fanden, ihre Göttern mit Viechern in Verbindung zu bringen. Man denke an die tiergestaltigen Götter der alten Ägypter, oder an die indianischen Mythen, deren Protagonisten nicht selten in direkter Linie von Vögeln und anderen Viechern abstammen. Man kann darüber den Schädel beuteln oder aber den Reichtum an schöpferischer Phantasie bestaunen.

Nick Tameer
00
31.12.2011, 15:08

Ein Glaubenssatz, durch nichts als eine Bemerkung in einem alten Mythos belegbar, der Gott eher in ein schiefes Licht rückt. Auf den Gedanken, dass es sich umgekehrt verhalten könnte, sind allerdings schon die alten Griechen gekommen.

Bernhard Marold
00
31.12.2011, 14:34
Also

existiert Gott in zwei Exemplaren, Gott und Göttin. Mensch lebt schliesslich auch als Mann und Frau. Endlich mal jemand, der es verstanden hat, das Gott nicht nur ein Mann sein kann, wenn man dasan glaubt, dass Er/Sie den Menschen in seinem Bilde geschaffen hat. Schluss mit dem Gefasel von Monotheismus!

NONE
11
30.12.2011, 18:13

Dumme Argumentation.

Die Genetik zeigt das Hybridmoleküle, RNA Polymerasen aus verschiedenen Organismen, DNA ablesen können und die mRNA synthetisieren. Das zeigt die Verwandtschaft sehr elegant.

Der Mensch ist mit allen Lebewesen "verwandt".

Kein Biologe benötigt Gott denn die Erklärung für das Phänomen Leben ist in der DNA kodiert.

Karlgaard
11
30.12.2011, 21:25

gott schuf das leben mithilfe der DNA und da leben mithilfe des urknalls. ihre argumentation geht ins leere, da sie stets nur sagt WIE etwas entstaden ist und nicht warum.

Carles-Enric
01
31.12.2011, 10:20

und warum hat Gott urgeknallt? war im fad?

Nick Tameer
00
31.12.2011, 15:00

"Meine lieben Gäste, heute habe ich eine ganz besondere Überraschung für Sie!"

Karlgaard
00
31.12.2011, 11:21

vereinfacht gesagt: JA!

Nick Tameer
01

Die Welt als eine Art Patience Gottes. Ob sie wohl aufgehen wird? Aber wenn er allwissend ist, fehlt die ganze Spannung.

Carles-Enric
00
31.12.2011, 12:26

wie menschlich, Ebenbild halt, nur, fadisieren kann sich mein Hund auch.

Karlgaard
10
31.12.2011, 12:37

Auch ihr Hund ist ein Geschöpf Gottes und manches spiegelt sich von IHM in ihrem Wuff-Wuff wieder!

Carles-Enric
00
31.12.2011, 12:42

in diesem Sinne wünsche ich ein gutes neues Jahr.

Karlgaard
00
31.12.2011, 12:51

Auch Ihnen und Ihrem getreuen Vierbeiner!

Karlgaard
00
30.12.2011, 21:32

"und die welt mithilfe des urknalls" soll das heissen.

Martin Müller10
 
01
30.12.2011, 17:10
Was tut Opus Dei in den Punsch???

Karlgaard
01
30.12.2011, 21:25

was gehen mich die benediktiner an, ich bin evangelikal.

Zoologe
00
30.12.2011, 16:43
Silvesterscherz ?

schwejk
10
30.12.2011, 16:37

gotteslästerer

Tammo Generika
05
30.12.2011, 13:55

Ich mag Ihren Humor.

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