Volksbank International

ÖVAG muss Ostbanken billiger abgeben

Renate Graber, 29. Dezember 2011, 17:50

Die Sberbank will nur rund 480 Millionen Euro zahlen

Wien - 2011 geht für die Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG) nicht rasend gut zu Ende. Der Verkauf der Volksbank International (VBI) an die russische Sberbank wird nun doch nicht mehr, wie von den Volksbankern erhofft, vor Jahresende in trockene Tücher gebracht. Grund: Die Aufsichtsbehörden der Ukraine und Ungarns haben ihre Zustimmung zu dem Deal noch nicht gegeben; im Jänner soll das Closing aber wirklich stattfinden. Die Ostbanken-Holding VBI gehört zu 51 Prozent der ÖVAG, den Rest halten deutsche DZ- und WGZ-Bank sowie französische Volksbanken.

Zudem müssen sich die Verkäufer der VBI mit einem niedrigeren Kaufpreis begnügen. Die Sberbank wird nur rund 480 Millionen Euro zahlen, wie VBI-Aktionäre bestätigen. Ursprünglich wollten die Russen 585 Mio. Euro auf den Tisch legen und hätten bei gutem Geschäftsgang noch bis zu 60 Mio. Euro draufgelegt; im November waren die Nachverhandler aber schon bei 500 Mio. Euro gelandet.

Verluste der VBI

Dass auch daraus nichts wird, liegt am flauen Ergebnis der VBI. Aus dem Gewinn des ersten Halbjahres (14,8 Mio. Euro) ist nämlich schon per Ende September ein Verlust geworden. Mittlerweile schreiben alle acht VBI-Töchter (die neunte, die rumänische, wird nicht mitverkauft) rote Zahlen, tiefrote die ungarische. Und das Risiko, dass sich die Ergebnisse bis zum Jahresende weiter verschlechtert haben und daher auch die Planungen für 2012 runderneuert werden müssen, lassen sich die Käufer eben mit einem weiteren Preisnachlass abgelten. Am entsprechenden Nachtrag zum Kaufvertrag wird derzeit noch gebastelt.

Auch der Sektorumbau wird noch dauern. Geplant ist ein strenger Haftungsverbund nach Vorbild der niederländischen Rabobank, die ÖVAG soll zum reinen Spitzeninstitut werden.

Das durchzusetzen ist im Sektor (den rund 60 "kleinen" Volksbanken gehört die ÖVAG, die für heuer einen Verlust von 1,2 Mrd. Euro avisiert hat) nicht ganz einfach - viel schwieriger ist aber noch die Vorbereitung der so genannten Abbaubank. In der sollen, wie berichtet, die Problemkredite vor allem der Investkredit landen, zudem Immobilien, die verlustreiche rumänische Volksbank und die Leasingsparte. Geht es nach den Plänen der Volksbanker könnte so ein Volumen von an die 27 Mrd. Euro zusammen kommen. Die Assets darin sollen binnen drei bis fünf Jahren abgearbeitet werden.

Die Crux dabei: Die Volksbanker wünschen sich, dass die Republik Haftungen erklecklichen Ausmaßes für die Assets in der Abbaubank übernimmt - dagegen sperrt sich aber vor allem das Bundeskanzleramt. Zwar werde es ohne Bundeshaftung nicht abgehen, weiß ein Informierter, über die Höhe solcher Garantien müsse aber wohl noch länger diskutiert werden.

Grenznahe Nummernkonten

Kurzer Schwenk zu einer der "kleinen" Volksbanken, der VB Braunau Altheim. Dort ist im Rahmen eines Strafverfahrens gegen eine Ex-Mitarbeiterin der lockere Umgang bei Einzahlungen auf und Abhebungen von Nummernkonten ("540er"-Konten, die heftig von deutschen Kunden genützt werden) aufgefallen; der Standard hat berichtet. Inzwischen hat die Bankenaufsicht FMA eine Vor-Ort-Prüfung vorgenommen und ein Verwaltungsverfahren eingeleitet; das Institut muss den gesetzesmäßigen Zustand in Hinblick auf die Prävention von Geldwäsche herstellen. Von der Bank war dazu niemand zu erreichen. (Renate Graber, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 30.12.2011)

habsi
10
30.12.2011, 11:58
D A N K E

liebe Aufsichtsräte und Vorstände, dass wir Steuerzahler für euer supertolles Agieren nun blechen können. Zeigt doch endlich Format und wirft samt euren tollen Bereichleiterndie Badetücher (weil Handtücher sind bereits zu klein)

plebs et principes
00
30.12.2011, 11:33

ich will für hypo alpe und auch nicht für die övag-blamage bezahlen!

aber mal abwarten, ob österreich nicht prinzipiell vom osten in den abgrund gestoßen wird. die banker werden noch unser ruin!!

über 300 mrd österr. gelder sind im osten! gott sei dank!

?und
01
30.12.2011, 10:15
Verdammt: ICH WILL NICHT FÜR DIE ÖVAG HAFTEN

die haben mit auch noch nie was geschenkt!!!

ein österreichischer steuerzahler

Comedian
01
30.12.2011, 01:55
Frau Graber!

In Österreich birngen wir was unter Dach und Fach und nicht in trockene Tücher :)

rompitasche
00
30.12.2011, 10:14

wird halt a Piefke sein.

fromrussiawithlove
00
30.12.2011, 00:29
payback?

Man kann zum Andreas T. stehen wie man will ,aber der zahlt wenigstens eine Kleinigkeit seines Bonus zurück - angesichts des "Erfolgs" sollte das der OVAG -Vorstand auch einmal überlegen !

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