Eigentlich hätte es ein triumphales Jahr werden sollen, statt dessen verzeichnete Roskosmos einen Negativrekord
Moskau - Nach der jüngsten Pannenserie der russischen Raumfahrt hat die Regierung in Moskau eine neue Kosmos-Strategie bis Ende Februar
angeordnet. Die Raumfahrtbehörde Roskosmos solle die wichtigsten Ziele zur
Entwicklung der Branche bis 2030 festlegen, forderte der neue
Vize-Regierungschef Dmitri Rogosin nach Angaben der Agentur Interfax am
Donnerstag.
Russland erlebte in diesem Jahr mit fehlgezündeten Raketen, Abstürzen von
einem Satelliten und einem unbemannten Raumfrachter sowie der gescheiterten
Mars-Mond-Mission "Phobos-Grunt" so viele Pannen wie noch nie in seiner jüngeren
Geschichte. Als Gründe für die Krise nennen Experten Unterfinanzierung, den
Mangel an Fachkräften und marode Industriekomplexe.
Jahr der Raumfahrt geriet zum Fiasko
Das von der Regierung ausgerufene Jahr der russischen Raumfahrt hatte
eigentlich eine neue Erfolgsgeschichte bringen sollen - 50 Jahre nach dem Flug
des ersten Menschen ins All, der von dem Russen Juri Gagarin absolviert worden
war. "Wenn wir nicht nach vorne schauen, werden wir sehr viel verlieren - von
den Kadern angefangen bis zur Technologie", sagte Rogosin.
Zugleich forderte der Politiker bei einem Treffen mit Roskosmos-Chef Wladimir
Popowkin, dass alle Sicherheitsmängel in der Raumfahrt bis Ende Jänner beseitigt
werden. Nötig seien standardisierte Überprüfungen der Sicherheit von
strategischen Objekten. Rogosin kündigte Strafen an für den Fall neuer Pannen.
Wegen der Fehlzündung einer Sojus-Rakete war am vergangenen Freitag der
russische Militärsatellit "Meridian" abgestürzt. Vom Weltraumbahnhof Baikonur
startete am Mittwochabend eine Sojus-Rakete mit sechs Satelliten für das
US-Kommunikationssystem Globalstar. (APA, red)