Wien - Das unter Kartellverdacht stehende Linzer
Stahlunternehmen voestalpine kooperiere mit den deutschen Behörden
und habe auch "entsprechende personelle Konsequenzen" gezogen, teilte
das Unternehmen als Reaktion auf Medienberichte am Donnerstag per
Aussendung mit. Unter Vorlage umfassender Sachverhaltsdarstellungen
wurde ein Kronzeugenantrag gestellt. "Sämtliche, in den vergangenen
Monaten in den Medien als 'neu' oder 'zusätzlich' kolportierte
Verdachtsmomente waren bereits Gegenstand von früheren
Sachverhaltsdarstellungen seitens der voestalpine gegenüber den
Behörden", heißt es weiter.
Wie berichtet wurden sechs Leitende Angestellte in der Division
Bahnsysteme ihrer Funktionen enthoben. Außerdem seien auch
tiefgreifende organisatorische Maßnahmen implementiert worden, um
Wiederholungsfälle zu verhindern - so würden die
Compliance-Strukturen und -Prozesse seit Herbst im Konzern weltweit
erweitert. Außerdem betont das Stahlunternehmen weiters, dass man
auch von der Deutschen Bahn (DB) erlassene neue
Compliance-Richtlinien erfüllt, bei neuen Schienenaufträgen
mitgeboten und auch einen Zuschlag erhalten habe.
Der voestalpine wird gemeinsam mit dem deutschen Stahlriesen
ThyssenKrupp und anderen Herstellern jahrelange Absprachen über
Mengen und Preise auf dem deutschen Schienenmarkt vorgeworfen. Das
Kartell soll mindestens seit 1998 bestanden haben. Die Ermittlungen
des deutschen Kartellamts und der Staatsanwaltschaft Bochum laufen
seit April auf Hochtouren.