ORF-Jobs

Unterm Regenbogen regiert sich's leichter

29. Dezember 2011, 17:03
  • Artikelbild
    foto: der standard/fischer

    Nikolaus Pelinka sorgte dafür, dass SP-Mann Alexander Wrabetz ORF-Chef wurde - Und der sorgt jetzt dafür, dass Pelinka sein Bürochef wird.

    Zitiert

    Das glaub ich jetzt nicht! APA meldet eben, Niko Pelinka wird Wrabetz-Büroleiter. Warum nicht gleich Laura Rudas? Naheliegendes Tweet von Armin Wolf

    Ich bin wirklich ein großer ORF-Fan, aber manche Dinge in diesem Haus machen einen echt fassungslos ...
    Nach der Wut die Trauer, wieder Armin Wolf

    Österreich sucht den Superbüroleiter.
    Den ORF als reale Castingshow sieht "ZiB 20"-Moderator Roman Rafreider auf Facebook

    Bitte um zahlreiche Bewerbungen für die spannenden Jobs!
    Redakteursrat Dieter Bornemann kurbelt an

    Mit entsprechenden Maschinschreibkenntnissen sind 7000 €/M locker drin.
    Vorschlag zum Gehaltsaufstieg, wieder Roman Rafreider auf Facebook

    Bin jung und brauche das Geld.
    Auf der Facebook-Seite "Die große Büroleiter Chance" trudeln laufend Bewerbungen ein

    Ich bin Verwendungsgruppe 13.
    Drei Gehaltsstufen über "ZiB 2"-Moderatorin Lou Lorenz-Dittlbacher fängt der Büroleiter an

    Wär schon fein, wenn jemand aus der grünen Chefetage mal kurz eine Stellungnahme aus dem Urlaub abgeben könnte.
    Hilferuf aus der Basis in der Facebook-Gruppe "Grüne raus aus dem ORF-Stiftungsrat"

Die ORF-Belegschaft will die Bestellung von SPÖ-Stiftungsrat Nikolaus Pelinka als Büroleiter von Generaldirektor Alexander Wrabetz nicht hinnehmen - Die Parteien üben sich ganz unüblich in vornehmer Zurückhaltung

Wien - Das Empörungspotenzial scheint diametral verschieden: Je mehr sich die ORF-Redakteure gegen den Wunschbüroleiter von Generaldirektor Alexander Wrabetz zur Wehr setzen, umso unaufgeregter verhalten sich die politischen Parteien zur angekündigten Bestellung von SPÖ-Nachwuchskraft Nikolaus Pelinka. Was vielleicht damit zusammenhängt, dass vier von fünf, SPÖ, FPÖ, BZÖ und Grüne - die "Regenbogenkoalition" -, im Stiftungsrat den ORF-Chef in dieses Amt gehievt haben. Alexander Wrabetz ist also "ihr" Mann.

Warum aber ergeht sich die ÖVP in seltener Zurückhaltung in der Causa Pelinka? Weil auch sie was "bekommen" hat. Der neue "Bundesländerkoordinator" Robert Ziegler aus dem Landesstudio Niederösterreich, selbst Stiftungsrat, gilt als ÖVP-Morgengabe.

Klubobmann Karlheinz Kopf ließ am Donnerstag denn auch nur wissen, dass er nicht damit rechne, dass der bisherige SPÖ-Stiftungsrat Pelinka den Job als Büroleiter tatsächlich bekommen wird. "Ich glaube nicht, dass Wrabetz damit durchkommen wird", sagte Kopf, betonte aber ausdrücklich, dass das seine persönliche Einschätzung sei und kein Rat. Druck von der ÖVP hat Wrabetz demnach nicht zu erwarten. ÖVP-Mediensprecher Kopf geht nur davon aus, dass der ORF-Chef "den internen Druck nicht aushalten wird".

Dass Wrabetz Pelinkas Bestellung noch vor der amtlichen Ausschreibung der Stelle verkündet hat, hält Kopf für "schlechten Stil" und "wahrscheinlich rechtswidrig", also "völlig inakzeptabel".

Ruhige Wahlhelfer

Auch Wrabetz' Wahlhelfer begründen ihr Stillhalten wortreich defensiv. FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky sieht den ORF zwar im "Würgegriff der Löwelstraße" und sagt, Wrabetz habe mit Pelinkas Bestellung "jegliche Schamgrenze verletzt". Dass die FPÖ die Personalentscheidung widerspruchslos hinnehme, weil sie selbst bedient worden sei, könne man also nicht behaupten, sagt Vilimsky im Standard-Gespräch.

Mit der Bestellung von Thomas Prantner zum stellvertretenden Technischen Direktor sei man in der FPÖ aber tatsächlich hochzufrieden. "An Prantner gibt es nichts Negatives auszusetzen", er habe seine Arbeit hervorragend gemacht, befindet Vilimsky. Der FPÖ könne man Prantner nicht zurechnen, "aber sicherlich gehört er ins bürgerliche Spektrum".

BZÖ-Obmann Josef Bucher zeigt sich im Standard-Gespräch fatalistisch, was den ORF anlangt: "Was soll ich mich noch wundern über dieses Unternehmen, das ohnehin aufgeteilt wird zwischen den Regierungsparteien?" Er findet aber auch, man solle "die Kirche im Dorf lassen: Es geht um die Besetzung eines Büroleiters", sagt Bucher, der Pelinkas Upgrading als Systemfehler interpretiert: "So gewichtig ist der Zwischenfall nicht. Es ist ein Betriebsunfall wie jeder andere im ORF auch." Privatisierung und damit Unabhängigkeit von Parteien und Regierung laute das Gegenmittel des BZÖ, das für Wrabetz aus Mangel an Alternativen gestimmt habe.

Bei den Grünen macht sich aktuell die größten Sorgen Stiftungsrat Wilfried Embacher. Der Jurist sieht aufgrund der jüngsten Personalentscheidungen - "offensichtlich ein größeres Paket" - arbeitsrechtliche Verfahren auf den ORF zukommen. Die Causa Pelinka sei "komplett absurd" abgelaufen.

Redakteure machen mobil

Absurd und inakzeptabel, ist die Einschätzung der ORF-Journalisten. Sie sammeln in allen ORF-Häusern Unterschriften gegen die Pelinka-Inthronisierung noch bis 10. Jänner - da läuft die Bewerbungsfrist für Pelinkas Posten ab. Im Text wird die Geschäftsführung aufgefordert, "alle Vorhaben, die das Ansehen des ORF als unabhängiges Medienunternehmen beschäftigen, zurückzunehmen". (Lisa Nimmervoll, Michael Völker, DER STANDARD; Printausgabe, 30.12.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 116
1 2 3
Schreck
00

Ein AG-Zitat ironisch verwendet- das gibt 100 Punkte auf der coole-Kinder-Skala

wogir83
01
30.12.2011, 13:02

dieser Posten ist doch nicht mal ein Tropfen auf den heißen Stein. Wieviele Posten werden Monat für Monat in den Ministerien herumgeschachert. Wo keiner hinschaut.

jive snobs
01
30.12.2011, 12:58
wenns wenigstens

eine quotenfrau genommen haetten

Kriti Kaster
02
30.12.2011, 12:42
Wir sollten ihnen kein Geld geben

Wenn nur ein paar Leute die Gebührenzahlung einstellen, dann merken sie nichts.
Es müssten zumindest 100.000 oder 200.000 die Zahlung an die GIS einstellen. Wer organisiert das?

Kriti Kaster
02
30.12.2011, 12:42
Wir sollten ihnen kein Geld geben

Wenn nur ein paar Leute die Gebührenzahlung einstellen, dann merken sie nichts.
Es müssten zumindest 100.000 oder 200.000 die Zahlung an die GIS einstellen. Wer organisiert das?

wogir83
01
30.12.2011, 13:03

Empfehlung: Fernsehen abmeldem und künftig nur noch Radio hören und zahlen. Kostet einen Bruchteil.

komischerVogel
00
30.12.2011, 11:53
mein mail an direkt@...

" .... Gleich zu Beginn möchten wir festhalten, dass der Generaldirekto (...) Medien- und Kommunikationsbereich.
Wir können und wollen die Qualifikation von Hrn. Pelinka nicht beurteilen, sind jedoch der Meinung, dass weder sein Alter noch seine Weltanschauung einen Ausschließungsgrund für die Tätigkeit als Büroleiter darstellen dürfen. ..."

Sehr geehrte Damen und Herren,

bitte unterlassen Sie es, mir obige Einheitsantwort zukommen zu lassen.
Nehmen Sie einfach meinen Unmut zur Kenntnis.
Und den Verlust einer Wählerinnenstimme.
Nicht nur der Vorgang selbst, nein, auch der Umgang damit:
Zum Weinen.
Und unwählbar.
Leider.

N.N.

living reef
01
30.12.2011, 11:51
umso unaufgeregter verhalten sich die politischen Parteien

ein krähe hackt der anderen nicht das auge aus! freunderlwirtschaft und - meist männlicher - postenschacher ist in vielen politisch eingefärbten bereichen erkennbar. sei es nun bawag, raiffeisen, orf, öbb etc...

das ist fix
00
30.12.2011, 11:44
Filz

Der ORF-Rotfilz ist unerträglich - und die handelnden Personen denken sich bei ihrem Tun gar nichts, die kommen gar nicht drauf, dass das was sie machen völlig daneben ist.
Der ORF sollte vollständig aufgelöst werden, private Medien machen das auch nicht schlechter.

MemoryDragon
01
30.12.2011, 13:32
Ad rotfilz

Die Effen und die Schwarzen sind genauso tief drin.

icybobo
01
30.12.2011, 11:23
Wir brauchen noch viel mehr Bewerbungen!

http://www.facebook.com/dgblc

Superschlau
01
30.12.2011, 11:31

wer noch die nötigen Qualifikationen braucht:

Ich mach jetzt den ORF-Büroleiter bei Humboldt!

https://www.facebook.com/pages/Ich... 614207814#

Walther von der Vogelweide, der 1.
00
30.12.2011, 11:22
Dieser ORF geht mir schon längstens auf den Keks ...

Die Xte Wiederholung irgendeines Uraltfilms, die Xte Wiederholung irgendeiner Uraltserie. Macht dem endlich ein Ende. Keine Zwangsbeiträge mehr! Der ORF soll sich finanzieren wie alle anderen Fernsehsender auch. Schlechter kann die Qualität eh nicht mehr werden. Last not least die ganzen Verwandten und Bekannten unserer Polit- und Wirtschaftsprominenz könnt ihr auch gleich rausschmeißen. Dann bleibt eh nix mehr übrig vom ORF. Das nennt man dann: "Selbstregulierende Marktwirtschaft".

Otto Ottinger
 
02
30.12.2011, 11:17
Privatisiert den Sauhaufen endlich!

Carlos Clementin
02
30.12.2011, 14:19

Die Privatisierung in Österreich sieht dann so aus:
Statt Politiker bekommen Ex-politiker und Freunde die Führungsposten. Der Gewinn wird aber weiterhin über Zwangsgebühren eingebracht - Irgednwie werdens das schon umbenennen. Die Qualität wird noch schlechter. Siehe Post Telekom Verwaltung usw usw...

Carlos Clementin
00
30.12.2011, 14:19

Die Privatisierung in Österreich sieht dann so aus:
Statt Politiker bekommen Ex-politiker und Freunde die Führungsposten. Der Gewinn wird aber weiterhin über Zwangsgebühren eingebracht - Irgednwie werdens das schon umbenennen. Die Qualität wird noch schlechter. Siehe Post Telekom Verwaltung usw usw...

Tadej Brezina
01
30.12.2011, 11:17

Weiß wer die Bewerbungsfakten für den Posten? Ist das wo online? Wär doch gelacht, wenn sich da nicht hunderte Bewerber in unserem Land finden würden.

Kriti Kaster
00
30.12.2011, 10:47
Auch die SP protestiert nicht

Dabei ist sie doch, wie wir wissen, die Hüterin der Unabhängigkeit des ORF.
Und darüber hinaus ist die SP auch gegen parteipolitisch motivierte Postenbesetzungen, wie wir aus den vielen Wortmeldungen in den Jahren nach 2000 gehört haben. Und schließlich ist doch die SP dagegen, dass in Interessenvertretungen wie der AK im Kammerbüro nur treue Rote was werden, genauso wie die VP bei den Bauern.

MemoryDragon
00
30.12.2011, 10:58
Naja

immerhin hat

Faymann die soziale Themenführerschaft
und die Zeitungen haben ihn so lieb.

Henry44
02
30.12.2011, 10:04
Erst wählen Sie den Parteigünstling Wrabetz

dann wundern sie sich über seine Entscheidungen.

Warum wohl hat diese seltsame Bereichskoalition Herrn Wrabetz gewählt? Die Annahme liegt nahe, dass es dafür Gegenleistungen gegeben hat oder aber solche versprochen wurden.

Man denke an das bekannt gewordene Mail des Herrn Hochegger an Herrn Wrabetz, in dem dieser ganz ungeniert die Erfüllung von Versprechungen einfordert, die mit der Intendantenwahl im Zusammenhang stehen sollen.

donna corleona
04
30.12.2011, 09:40
Vornehme Zurückhaltung?

Nicht bei den Grünen!
Peter Pilz bloggte bereits am 24.12.:

"Auch im ORF kommt Licht ins Dunkel. Würstchen Wrabetz wird jetzt der Weg geleuchtet. Seine rote Laterne heißt Nico Pelinka, ein Jungapparatschik ohne besondere Kennzeichen.
Was auch an dieser Bestellung auffällt, ist nicht die Farbe des Parteibuchs. Da gibt es zwischen rot, schwarz und blau kaum unterschiede.
Was auffällt, ist die Unverfrorenheit. Da steht der Untersuchungsausschuss über die vielen Formen der Korruption vor der Tür; da ermittelt der Staatsanwalt gegen Verdächtige in der Spitzenpolitik; da beteuern vom Kanzler abwärts alle, dass jetzt Schluss ist. Und dann geht es munter weiter..."

living reef
00
30.12.2011, 11:53
ein Jungapparatschik ohne besondere Kennzeichen. ??

aber ein feschak ist er doch! der macht ja glatt dem kurz und dem khg konkurrenz ;-)

MemoryDragon
00
30.12.2011, 14:25
Beim

Haider hätt der keine Chance gehabt, der hatte weit feschere :-)

trevor_francis
00
30.12.2011, 12:49

ein Albino?

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 116
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.