Trauerzeremonie für Diktator Kim Jong-il soll der Nachwelt makellos erscheinen
Nordkorea tut etwas, um den Kondukt für den verstorbenen nordkoreanischen Diktator Kim Jong-il für die Nachwelt makellos erscheinen zu lassen. Laut "New York Times", die auch einen Spezialisten zur Analyse beizog, hat offenbar ein nordkoreanischer Fotograf ein Bild der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA geringfügig am Computer manipuliert. Das Bild sei von der European Pressphoto Agency (EPA) übernommen worden, die es schließlich aber mit dem Hinweis auf eine Veränderung zurückgezogen habe, heißt es auf lens.blogs.nytimes.com.
Wegretuschiert
Demnach wurde eine Gruppe von Personen um einen TV-Kameramann, die am gestrigen Mittwoch bei dem Trauerzug mit dem Sarg Kim Jong-ils durch Pjöngjang hinter den Reihen der Trauernden am Straßenrand standen, samt ihrer Spuren im Schnee offenbar aus ästhetischen Gründen aus dem Bild wegretuschiert. Den Beweis soll ein Foto der japanischen Agentur Kyodo darstellen, das nur Sekunden früher geschossen wurde: Dort ist die "störende" Personengruppe im Hintergrund noch deutlich zu sehen. Damit sich die Menschen zwischen Bild eins und Bild zwei entfernen konnten, hätte sich wohl ein Schlund auftun müssen, der sie verschlingt. (APA)