Zehn Polizisten bei Bombenexplosion im Süden getötet
Kabul - Ein Mann in afghanischer Armee-Uniform hat im Osten des
Landes zwei angehörige der französischen Fremdenlegion der Internationalen Schutztruppe erschossen. Nach französischen Angaben war der Täter Soldat der regulären
afghanischen Armee. Die Taliban erklärten ihrerseits, ein "afghanischer Soldat"
habe drei französische Soldaten in der Provinz Kapisa erschossen. Nach Zählung
des unabhängigen Internetdienstes icasualties.org starben seit Jahresbeginn mehr
als 560 ausländische Soldaten in dem Konflikt am Hindukusch.
In der südliche Provinz Helmand kamen unterdessen zehn afghanische Polizisten
bei einem Bombenanschlag ums Leben. Ein weiterer Polizist wurde verletzt, als
das Fahrzeug der Sicherheitskräfte auf einer Straße im Distrikt Nad Ali von
einem Sprengsatz getroffen wurde, wie die Provinzregierung am Donnerstag
mitteilte.
Die Beamten gehörten demnach zu der von den USA geförderten Lokalen
Afghanischen Polizei (ALP). Diese wurde gebildet, um normale Bewohner zu
bewaffnen, die sich in von der regulären Polizei schwer erreichbaren Regionen
selbst verteidigen sollen. Die radikalislamischen Taliban übernahmen in einer
Erklärung die Verantwortung für den Bombenangriff.
Unterdessen zogen die USA ihre drei Berater aus dem Informations- und
Medienzentrum der afghanischen Regierung (GMIC) ab. Dieser Schritt sei im Rahmen
der allmählichen Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die afghanischen
Behörden seit längerem vorgesehen gewesen, erklärte die US-Botschaft in Kabul.
Die finanzielle Unterstützung für das Zentrum werde aber aufrechterhalten. Ein
Vertreter des GMIC sagte hingegen, das Zentrum betrachte den Abzug als Reaktion
auf eine Presskonferenz vom vergangenen Samstag. In der vom GMIC organisierten
Veranstaltung war heftige Kritik an Luftangriffen der NATO geübt worden, bei
denen "grundlos" Zivilisten getötet würden. (red/APA)