Mit Hilfe von EU-Geldern

Athen will 150.000 Arbeitsplätze schaffen

29. Dezember 2011, 16:07

Beschäftigungsprogramm für 900 Millionen Euro - Das Eintreiben von Steuern läuft derweil nicht ohne "Interventionen" ab

Athen - Die Regierung des griechischen Ministerpräsidenten Lucas Papademos will versuchen, in den kommenden drei Monaten 150.000 Arbeitsplätze in dem von der Schuldenkrise heimgesuchten Land zu schaffen. Dies gab Papademos nach einem Treffen seines Ministerrats am Mittwochabend bekannt. "Die Krise und die Arbeitslosigkeit haben tausende Familien getroffen", erklärte Papademos schriftlich.

Athen wolle in den kommenden drei Monaten hauptsächlich mit Geldern aus der EU die neuen Arbeitsplätze schaffen. Zudem soll bedürftigen Menschen unter die Arme gegriffen werden. An dem ehrgeizigen Projekt sollen sich auch die Städte und Gemeinden sowie das Erzbistum der Orthodoxen Kirche in Athen beteiligen.

Das neue Beschäftigungsprogramm soll eine Höhe von 900 Millionen Euro haben. Die meisten Gelder sollen aus EU-Fonds kommen. Details darüber, in welchen Projekten genau diese Menschen Arbeit finden sollen, nannte der Regierungschef zunächst nicht.

Steuereintreiber treten wegen Einflussnahme zurück

Neben dem Beschäftigungsprogramm will man auch Steuersünder erleichtern. Nun sind aber zwei Spezialisten der Athener Staatsanwaltschaft für große Steuerhinterzieher wegen "Interventionen" bei ihrer Arbeit zurückgetreten. Zu Akteuren oder Einzelheiten äußerten sie sich jedoch nicht. Griechenlands Regierungschef Lucas Papademos hat nach dem Rücktritt eine sofortige Untersuchung angeordnet. "Der Ministerpräsident hat das Justizministerium und die Staatsanwaltschaft darum gebeten, ihn zu unterrichten und die Notwendigkeit einer schnellen Prüfung betont", hieß es in einer Mitteilung des Büros des Regierungschefs am Donnerstag.

Die Steuerhinterziehung ist einer der Hauptgründe für die dramatische Finanzlage Griechenlands. Experten haben ausgerechnet, dass das Land binnen zehn Jahren kein Finanzproblem mehr hätte, wenn der Staat alle Steuern eintreiben könnte.

Keine Krise ohne humanitäres Leid

In Griechenland ist allein dieses Jahr die Wirtschaft um etwa 5,5 Prozent geschrumpft. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 18 Prozent mit stark steigender Tendenz. Nach Angaben der nationalen Notenbank leben in Griechenland mittlerweile 500.000 Menschen in Familien, deren beide Eltern ohne Arbeit geblieben sind.

Humanitäre Organisationen und die Orthodoxe Kirche in Griechenland unterstützten in der Krise zehntausende Menschen. Allein die Kirche versorgt 250.000 Menschen im Land mit Lebensmittelhilfen und Mahlzeiten. An der Aktion "Alle zusammen - wir können es schaffen" nehmen auch tausende Bürger und fast alle Supermärkte des Landes teil.

In Griechenland erhalten Arbeitslose für höchstens ein Jahr Arbeitslosengeld. Danach gibt es keine Hilfe vom Staat mehr. Erwerbslose sind auf die Hilfe von Verwandten oder von kirchlichen und anderen humanitären Organisationen angewiesen.

Gläubigerbeteiligung vor Finale

In Griechenlands Verhandlungen mit Banken und Versicherungen über einen lindernden Anleihetausch steht nach Angaben der Athener Regierung bald eine Einigung bevor. "Ich denke, dass es bald eine Übereinkunft geben wird", sagte Regierungssprecher Pantelis Kapsis dem Radiosender Real News am Donnerstag. In den Gesprächen geht es im Detail um die Bedingungen des mühsam ausgehandelten Rettungspakets über mehr als 100 Milliarden Euro. Dabei sind erstmals private Gläubiger mit im Boot (Private Sector Involvement, PSI). Es sieht vor, dass Banken und Versicherer ihre alten Griechen-Bonds gegen neue mit längerer Laufzeit tauschen. Damit geht ein Bewertungsabschlag einher. Die Bankenbranche hatte den Fortgang der Verhandlungen zuletzt jedoch deutlich skeptischer bewertet. (APA)

 

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20 Postings
was ist real?
10
13.2.2012, 08:29
die griechen müssen nicht ausgeschlossen werden,

die finanz-oligarchie sollte die greichen (meine das volk) endlich gehen lassen. der größte teil des volkes leidet unter dem euro.
aber das hätte aber für den euro und in folge für die eu-diktatur einen machtverlust zur folge!

Javert
00
17.2.2012, 23:45
schwachsinn

das volk leidet nicht unter dem euro, sondern unter seinen schulden, gleich in welcher währung

was ist real?
00
18.2.2012, 11:20
zuerst nachdenken, dann schreiben!

schon mal darüber nachgedacht, wieso seit dem euro die geldmenge so schnell angestiegen ist?
hätte die grieche regierung mit ihrer nationalen währung überhaupt soviele schulden anhäufen können?
die betonung liegt auf "regierung" denn das volk hat ja eh fast nichts von dem geld erhalten. ein bisschen wurde ausgeteilt um wahlvieh zu kaufen!

NONE
21
31.12.2011, 23:25

Griechenland gehört ausgeschlossen.

Keine Geldflüsse der EU an Griechenland.

Javert
00

und dann?

jesus mohammed
00
30.12.2011, 18:12
Damit könnte man das ganze Land mit einem funktionierenden Fahrradwegenetz ausstatten

Pensionen für Radtouristen, Fahrradwerkstätten und -fabriken, Velotaxis und (Unterwasser-)Tretboote, etc.
Und die ganze Ägaisflotte auf Betrieb ohne Verbrennungsmotoren umstellen, z.b. Windturbinentriebwerke.
Dazu gibt es auch noch einen Strukturfond, aus dem Griechenland mehrere Milliarden nicht abgerufen hat, aber wahrscheinlich hat das der deutsche Oberöko Rösler für deutsche Unternehmen gesichert, um damit die letzten Inseln und Wälder mit extra zu bauenden Strassen für die Lieferung von Windrädern zu zerstören.

Peter_23
03
30.12.2011, 11:04
Statt sinnlose Arbeitsplätze zu Hungerlöhnen zu schaffen

wäre es besser, jeden dieser 150.000 Menschen einfach 6000 Euro in bar in die Hand zu drücken, mit der Auflage, die nächsten Monate "sich selbst still und ruhig zu beschäftigen". Egal mit was. Die Arbeitsleistung von denen braucht keiner.

x
00
31.1.2012, 14:56

und wenn diese nächsten Monate vorbei sind, was dann ?

Walter Bimini
00
die bürokratie will beschäftigung vorspielen und ihre macht genießen

watzlilaus "walmoerder" wondratschek
 
32
29.12.2011, 22:46
Schlimmer als ausgebeutet zu werden ist es eben, nicht ausgebeutet zu werden

Aber diese Krise ist eine Chance: Wenn Griechenland sein Arbeitsrecht modernisiert - etwa nach dem Vorbild Hong Kongs - werden diese Leute bald Arbeit finden.

Notwendig dafuer ist jedoch, dass Arbeitgeber Leute einfach entlassen koennen und die Loehne sich dem entsprechenden Humankapital anpassen koennen: Nicht voll motivierte Arbeiter haben keinen Platz in einem neuen Betrieb. Wenn nun ein chinesischer Arbeiter diesselbe Leistung erbringt - warum sollte man dann einem griechischen Arbeiter mehr bezahlen?

Sollte es der Regierung gelingen, den Arbietsmarkt so zu reformieren, so wird das zu einer Bluete der griechischen Wirtschaft fuehren - und in der naechsten Generation wird ganz Europa diese Reformen uebernehmen!

jesus mohammed
00
30.12.2011, 18:17
Weitsicht geht weiter: 37 Milliarden Euro aus China

Nach Zentraleuropa und Übersee vertriebene Griechen freuen sich über 1,5 Millionen "Illegale", die werden dann für einen Euro pro Tag noch billiger als Chinesen sein. Wahrscheinlich geht's eh nur darum...

docNukem
00
29.12.2011, 23:14
Als erstes dann aber alle Politiker, Beamte und Militärs Entlassen.

Da kann dann jeder, mit jedem über Arbeitsbedingungen und Löhne selber Verhandeln, Steuern, Abgaben und so Zeugs braucht dann auch niemand mehr Zahlen.
Solange es immer nur ein und die selbe Klasse ist, die die Rechnung Bezahlen soll, hat die große Mehrheit der Bevölkerung zum Glück keine Lust auf Feudaleuropa und da würde die schöne neue Neofeudalgesellschaft ganz schnell in Trümmer gehen.
Der Extremismus des Geld machens um jeden Preis, zieht immer auch den Extremismus der darunter leidenden nach sich.
Deine Vorstellung von EU ist ein Großdeutschland in den Grenzen von 1941/42

seventy-seven
00
29.12.2011, 19:24
Die Griechen, welche...

den Rahm absahnen werden weiterhin alles ins Ausland buttern. Legal oder illegal. Das "Ausland" gibt die Gelder als horrende Kredite an das Land zurück..und die EU Stopft weiter den bedenklichen Kreislauf!

Yanumáka-kumã
00
29.12.2011, 18:19

Und die kleinen u. ärmsten die eigentlich am wenigsten mit dieser Pecunistichen verwucherung zu tun haben, müssen wieder leiden, und wen es doch Gott gibt der in unseren semitischen Religionen alles sieht und gerecht ist dann werden die Pecunisten vor ihm zur Rechenschaft gezogen. Glaubt noch jemand an Gott ??? Möglich das es nicht wichtig ist, im Grunde werden wir von unsere eigene Natur zur Rechenschaft gezogen.

Fritz Meyer
11
29.12.2011, 16:50
Gab's sowas nicht auch mal in Österreich...

nach dem Ersten Weltkrieg?

Nur dass der EU-Währungsvertrag sicherlich nicht in Versailles unterschrieben wurde.

Karl Krammer
48
29.12.2011, 16:42
nicht der Sozialstaat hat Krisen in Europa verursacht,

sondern der Sozialstaat hat die letzten Krisen erträglich gemacht und geholfen, sie schneller zu überwinden. Die Sozialhilfe in Griechenland ist auf dem Stand von Österreich 1930. Auch damals gab es hierzulande eine Armee von "ausgesteuerten", deren fehlendes Einkommen nicht nur die Wirtschaft noch weiter nach unten zog, sondern auch - ein - Nährboden für den Faschismus war.

Daß die EU dabei zusieht, wie eines ihrer Mitgliedsländer mit seinen Bürgern umgeht, wie man es im Rest des Westens schon für überwunden glaubte (selbst in den USA gibt es immerhin Food Stamps), ist ein Verbrechen. Brüssel sollte hier schnell die Kosten für eine angemessene Sozialhilfe für die betroffenen Griechen übernehmen.

x
00
31.1.2012, 15:05

die Kosten übernehmen - mit welchem Geld ?

Wie Hannes Androsch einmal so schön gesagt hat 'die soziale Wärme braucht auch den wirtschaftlichen Ofen der Feuer hat und die Wärme abgeben kann'

hurdy gurdy
00
29.12.2011, 23:39
im Prinzip richtig, im Prinzip falsch

das ist die Crux des Systems, die Treffsicherheit des sozialen Netzes.
Da gibt es viele Nutznießer eines kaputten Systems, erinnern wir uns an die vielen toten Rentenbezieher.
Steuern zahlt man in Gr nur wenn man Lust hat. Finanziert wurde das System mit korrupten Politikern die vom Stimmvieh gewählt wurden wenn nix weh tut, also hat man halt die Bilanzen frisiert.
Hatte nix mit Sozialstaat zu tun sondern mit Sozialbetrug. Die Bürger haben ihre Schlächter selber gewählt.
Wenn jetzt die bösen Politiker gegensteuern sind das die, die die Rechnung zahlen müssen die die braven Politiker von damals auf Kredit finanziert haben um wiedergewählt zu werden. Die von damals gehören an den Pranger die die Schulden gemacht haben.

jesus mohammed
00
30.12.2011, 18:02
Mit den "toten Rentenbeziehern" sollte man etwas warten

Wahrscheinlich sind es weit weniger als was die Politiker zum Sozialkannibalismus hinwerfen. Es gibt tatsächlich Fälle, in denen an Alleinstehende schon lange toten und in abgelegenen Dörfern überwiesen wurde. Auch häufen sich die Meldungen über Verwandte, die die Behörden erfolglos auf Fehler hinwiesen.
Das meiste Geld ist zwischen Behörden und Banken versickert oder taucht sogar wieder auf.

Walter Bimini
00
in griechenland taucht sicher nichts mehr auf

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