Sky zeigt ab 2012 keine Paramount-Filme mehr

29. Dezember 2011, 14:23

Sky-Sprecher: Folgen für das Sky-Programm überschaubar

 Fans von Hollywood-Blockbustern wie "Tim und Struppi" und "Mission Impossible" schauen bei Sky künftig in die Röhre. Der Bezahlsender habe seinen Vertrag mit dem US-Filmstudio Paramount nicht verlängert, sagte ein Sky-Sprecher am Dienstag. Der Kontrakt laufe Anfang Jänner 2012 aus. Die Folgen für das Programm hielten sich aber in Grenzen: Von den bis zu 240 Filmpremieren, die Sky jährlich im Programm habe, seien zuletzt lediglich sieben von Paramount gekommen. Details zu den Gründen für die Auflösung wollte der Sprecher nicht nennen.

"Man ist sich beim Preis nicht einig geworden."

Ein Sky-Insider sagte, dass dem Sender die Preisvorstellungen von Paramount zu hoch gewesen seien. "Man ist sich beim Preis nicht einig geworden." Das Management des Münchner Senders habe befürchtet, dass im Fall einer Einigung mit Paramount auch die anderen großen Hollywood-Studios versuchen könnten, mehr für ihre Filme zu verlangen. Es sei aber nicht auszuschließen, dass die beiden Unternehmen sich im Laufe des neuen Jahres doch noch einig würden, sagte die Person weiter. Paramount gehört zum US-Medienkonzern Viacom.

An der Börse kam der überraschende Verlust der Paramount-Filme, von dem die "Financial Times Deutschland" zuerst berichtete, nicht gut an. Die Sky-Papiere sanken um 2,6 Prozent und waren damit größter Verlierer im Nebenwerteindex MDax.

Nachricht kommt zur Unzeit

Für Sky kommt die Nachricht zur Unzeit. Nach zwei Jahrzehnten, in denen beinahe nur Verluste geschrieben wurden, gewinnt das Unternehmen seit einigen Quartalen wieder Abonnenten hinzu - Ende September standen insgesamt 2,86 Millionen in der Kartei. Um den Sprung in die schwarzen Zahlen zu schaffen, braucht es nach Aussage von Unternehmenschef Brian Sullivan aber drei bis 3,2 Millionen zahlende Zuschauer. Wann das der Fall sein soll, verrät der Amerikaner nicht. Für dieses Jahr stellte er die Aktionäre, also hauptsächlich US-Medienmogul Rupert Murdoch, noch auf bis zu 175 Millionen Euro Betriebsverlust ein. Murdoch hat seit seinem Einstieg vor drei Jahren über seinen Medienkonzern News Corp eine Milliarde Euro in das Münchner Unternehmen gesteckt und hält knapp die Hälfte der Sky-Aktien.

Weit wichtiger als die Paramount-Streifen sind für Sky die Übertragungsrechte an der Fußball-Bundesliga. Vor einer Woche kündigte der Ligaverband DFL an, bald die Fernsehrechte für drei Spielzeiten ab 2013/14 versteigern zu wollen. Die Live-Spiele sind für Sky unverzichtbar, viele Zuschauer haben den Sender nur deshalb abonniert. (Reuters)

Link

Sky

Kommentar posten
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.