Bis zu 12 Prozent

Firmenpensionisten rechnen mit Pensionskürzung

29. Dezember 2011, 14:13

pekabe-Sprecher Braun: Über 60.000 stehen vor den Trümmern ihrer Altersvorsorge - Politik "willfähriger Steigbügelhalter" der Kassen - Seniorenrat kritisiert geplante PK-Novelle

Wien - Für das kommende Jahr müssen Firmenpensionisten in Österreich zum dritten Mal in Folge mit teilweise massiven Kürzungen ihrer betrieblichen Zusatzpensionen rechnen. Die Pensionskassen werden die Betriebspensionen voraussichtlich um bis zu 12 Prozent kürzen, sagte Günter Braun, Sprecher des Schutzverbandes der Pensionskassenberechtigten (pekabe) am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Wien. Kritik übte Braun erneut an der geplanten Novelle des Pensionskassengesetzes.

In vielen Fällen seien die Firmenpensionen seit dem Jahr 2000 um mehr als die Hälfte geschrumpft. "Es wird so weiter gehen", beschrieb Braun die aus seiner Sicht zu erwartende negative Tendenz.

Die Altersvorsorge über Pensionskassen sei gescheitert, das Pensionskassensystem schaffe sich unter staatlicher Aufsicht von selbst ab, die Reformkommission habe nur heiße Luft geschaffen, so Braun. Über 60.000 Firmenpensionisten stünden vor den Trümmern ihrer Altersvorsorge. Bei den Betroffenen handle es sich um keine "G'stopften" oder "Schmarotzer", betonte Braun, sondern um Menschen, die um Lohnbestandteile betrogen worden seien und jetzt auf taube Ohren stoßen würden.

Politik "willfähriger Steigbügelhalter"

Der Politik wirft Braun vor, "willfähriger Steigbügelhalter" der Pensionskassen zu sein. Der einzige Anwalt der Betroffenen, der Seniorenrat, sei in der Kommission ausgegrenzt worden und die Politik habe dessen konstruktiven Vorschläge zu einer wenigsten ansatzweisen Sanierung abgeblockt. Ziel des Schutzverbandes sei es, die Verabschiedung im Parlament zu verhindern.

Das Pensionskassensystem in der jetzigen Form sei nicht lebensfähig, die Novelle stabilisiere es nicht, kritisierte der stellvertretende pekabe-Sprecher Günther Konecny. Die Voraussetzungen seien von Anfang an unerreichbar gewesen.

Das "Krebsübel" sei, dass man aus dem System - mit zwei Ausnahmen - nicht mehr aussteigen könne. Das werde auch in der Novelle nicht geändert. Diese sei eine "absolute Enttäuschung." So würde etwa ein Wechsel in die "hochgelobte" Sicherheits-VRG (Veranlagungs- und Risikogemeinschaften) pro Prozentpunkt Rechnungszinsdifferenz eine Pensionskürzung von 10 Prozent bedeuten

Unterstützung für Blecha und Khol

Der Schutzverband wiederholte seine Forderungen für eine Abfederung bereits entstandener Verluste, eine wirksame und realistische Mindestertragsgarantie, eine Befreiung von der Pflicht zur Schwankungsrückstellung - sollte die Performance unter dem Rechnungszins liegt, sowie die generelle Möglichkeit zur Abfindung der Pensionsbeiträge. Erneut wurde auch auf die private Initiative für ein entsprechendes Volksbegehren (www.stoppdempensionskassenflop.at) verwiesen.

Der pekabe stellt sich auch hinter die Forderungen und Vorschläge des Seniorenrates. Die Seniorenvertreter Karl Blecha und Andreas Khol kritisieren in ihrer aktuellen Stellungnahme zur Novelle unter anderem die mangelnde Absicherung der Firmenpensionisten gegen künftige Verluste. Sie fordern ein Vorweg-Steuermodell für bereits in Pension befindliche Leistungsberechtigte mit dem Halbsteuersatz. Im Gegenzug wären laufende Pensionszahlungen steuerfrei zu stellen. Laut Braun würde das dem Staat sofort 500 Mio. Euro bringen. Sollte diese Variante nicht möglich sein, fordert der Seniorenrat die steuerbegünstigte Auszahlung des gesamten Pensionskassenkapitals als Option für alle Leistungsberechtigten. Alternativ sollten alle Anwartschafts- und Leistungsberechtigten mit einem Rechnungszins von 5 Prozent oder höher die Option erhalten, das Vorweg-Steuermodell in Anspruch zu nehmen. Blecha und Khol begründen ihre Forderungen mit der Mitverantwortung der Politik an der prekären Situation vieler Firmenpensionisten. (APA)

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NicoPelikan
13
30.12.2011, 15:49
"Die staatliche Pension wird nicht reichen, wir brauchen eine private Säule"

Sagten Schüssel und Grasser in der Wende-Regierung (sinngemäß), ...echte Fachleute, wie man heute sieht (denn die Klientel hat ja verdient, auf Kosten der Masse)

Bertel Mann
01
30.12.2011, 07:04
Zuerst von der tollen kapitalgedeckten Vorsorge schwärmen, die ja so viel besser ist als das staatliche Umlageverfahren,...

...und anschließend nach dem vorher so bösen Staat schreien, wenn alles den Bach runtergeht.

Keinen Cent an Steuergeldern (auch nicht durch niedrigere Steuern) in dieses Verfahren!

"Die Altersvorsorge über Pensionskassen sei gescheitert, das Pensionskassensystem schaffe sich unter staatlicher Aufsicht von selbst ab, ..."

Und das ist gut so!

Marilynn E.
01
30.12.2011, 19:12
danke!

zuerst überall die dollarzeichen in den augen haben und sich grandiose gewinne erwarten und dann wenn das schief geht, die risiken der kapitalgedeckten vorsorge vom staat abgegolten bekommen wollen. die gewinne wären ja auch prvat eingestreift worden, die verluste gehen den staat nix an, das muß zwischen den akteuren gelöst werden.

)so(
02
30.12.2011, 03:43
So sieht leider die Realität einer kapitalstockbasierenden Altersvorsorge aus.

ückblende: Seit 20 Jahren agitieren gewisse Politiker und Interessensverbände gegen die auf dem Umlageverfahren basierende staatliche Pension. Anstatt dessen propagieren sie die auf dem Kapitalstockprinzip ruhende Privatpension. Bereits nach wenigen Jahren offenbaren sich die Baumängel dieser sog. 2. und 3. Säule. Profiteure davon waren bislang primär Banken, Versicherungskonzerne und Kapitalmärkte. Letztere erhielten dauerhaft neue Liquidität, die die Aktienpreise in Höhen trieb, mit denen selbst die tollsten Unternehmensprofite nicht mitkamen. Der Ausweg? Realistische Antrittsalter bei generationsgerechten Pensionshöhen. Die Beamten sind davon weiter entfernt denn je.

Marilynn E.
14
29.12.2011, 21:11

die kapieren alle nicht, was eine beittragsorientierte pensionsvorsorge ist. es gibt keine pensionskürzungen. es gibt eine errechnete pensin, wenn bestimmte parameter eintreffen. wenn die nicht eintreffen, wird die pension geringer. versprochen wurde NICHTS. das problem ist zwischen dem arbeitgeber und den arbeitnehmern zu lösen und sicher nicht vom staat und der allgemeinheit, die 100derte steuer millionen für ZUSATZPENSIONEN locker machen soll, wo der großteil der leute mit einer viel niedrigeren asvg-pension dsa auslangen finden muß.

eine unglaubliche chuzpe tatächlich zu verlangen, daß da auch nur ein cent steuergeld hineingesteckt wird.

hobsch
00

Was ist die Verringerung der ausbezahlten Pension von einem Jahr auf das nächste?

Also ich würde das schon als Pensionskürzung bezeichnen - oder anders gefragt: was ist es sonst, wenn es keine Pensionskürzung ist?

Marilynn E.
00

Eine kuerzung ist es wenn mir etwas grantiert wurde. Wenn man mir sagt unter vorussetzung dass xy passiert, bekomme ich x euro und wenn zb zy passiert, bekomme ich z euro, dann bekomme ich eben nur z euro, wenn zy passiert. Das ist keine kuerzung, sondern es wurden nicht die voraussetzungen fuer eine bestimmte hoehe erfuellt. Genauso wenn ich eine aktie habe, die mir dividenden bringt. Wenn die mir weniger bringt als im vorjahr, dann ist das auch keine dividendenkuerzung. Ein kapitalgedecktes verfahren ist nun mal kein umlageverfahren.

hobsch
00

Es geht nicht darum, dass einem als 40-jährigem jemand sagt, mit 65 bekommst du unter den Rahmenbedingungen das oder jenes und dann ist es etwas anderes.

Es geht darum, dass man als 70-jähriger, 80-jähriger, 90-jähriger im Jahr 2011 eine Pension von zB 100 Einheiten ausbezahlt bekommen hat, und dann bekommt man 2012 nur mehr 85 Einheiten.

Das nenne ich Pensionskürzung - auch wenn die 100 nicht garantiert waren. Das (die Nicht-Garantie) ist ja überhaupt erst die Voraussetzung, dass die Kürzung von 100 auf 85 möglich ist.

Marilynn E.
00

sobald die übertragung in die pensionskasse passiert ist, hat man aber keinen anspruch auf xy euro mehr, die man monatlich bekommt. man hat nur eine erwartung und die kann sich erfüllen oder nicht. und wenn sie sich nicht erfüllt, ist es halt weniger, was man bekommt. subjektiv ist das natürlich eine kürzung, objektiv nicht.

hobsch
00

Na, gut, wenns dem Seelenheil dient, nennen wir halt eine Pension, die von einem Jahr auf das nächste geringer wird, nicht "gekürzte Pension" sondern "Pension mit negativer Erhöhung".

Marilynn E.
00

;-))

der fehler ist zu glauben, daß das eine pension ist wie die 1. säule. in der denke ist das natürlich eine gekürzte pension. in wahrheit ist das aber irgendeine rendite aus einem kapitalprodukt, die lebenslänglich ausgezahlt wird.

hobsch
00
Über die Wirkungsweise von beitragsorientierten Modellen (und so mancher falschen Erwartungshaltung aus Unkenntnis dieser Wirkungsweise) sind wir einer Meinung, denke ich.

Warum ich nun zu einer Reduktion einer Pension (die es im beitragsorientierten nuneinmal geben kann) nicht "Kürzung" sagen darf, ist mir schleierhaft.

Noch dazu, wo die Pensionskassenbranche selbst diesen Begriff verwendet. Tante Google liefert binnen kürzester Zeit einige Treffer.

Beispiele:
- VBV PK Geschäftsbericht 2008 (zB im Vorwort des Aufsichtsratsvorsitzenden)
- Allianz PK Geschäftsbericht 2008 (zB im Lagebericht)
- Fachverband der Pensionkassen in einer Presseaussendung 2010 (http://reloaded.wko.at/wk/format... dstid=293)
- Valida: Newsletter zum Geschäftsbericht 2009 (http://www.valida.at/DE/%C3%9C... 2009.aspx)

Richard Bayer
 
00
30.12.2011, 09:27
Zusatzpension

Bei mir ist es keine Zusatzpension sondern Pensionsbestandteil. Zur Klärung !!! Wir wollen nur über unser Kapital verfügen können wenn die Regierung das Pensionskassengesetz nicht rep. kann, damit nichtweiter Geld verbrannt wird!!!!

Marilynn E.
00
30.12.2011, 19:09
das ist nicht Ihre ASVG-Pension, oder?

das ist eine Betriebspension Ihres arbeitgebers, hat nix mit dem staat zu tun und nix mit der allgemeinheit, also ist das zwischen ihnen und dem arbeitgeber zu lösen und nicht vom staat.

hättets halt der übertragung damals nicht zugestimmt. wenn jetzt die hälfte das geld rausnimmt, dann bricht ja für alle anderen das system zusammen und denen wird noch mehr geschadet. aus einem pk-modell kann man eben nicht aussteigen. wenn Ihr arbeitgeber in konkurs gegangen wäre, hätten sie nicht einen cent mehr bekommen. das risiko ist ausgelagert, aber dafür hat man dsa risiko des kapitalmarktes.

das muß ich mir halt vorher überlegen, wenn ich eine kapitalgedeckte vorsorge habe. die arbeitnehmervertreter haben zugestimmt.

"mir fällt kein nick ein" ist schon vergeben
00
30.12.2011, 10:21

Pensionsbestandteil? Wie darf ich das verstehen?

Meiner Meinung nach ist alles, was nicht ASVG-Pension ist, als Zusatzpension zu verstehen.

Richard Bayer
 
00
30.12.2011, 13:24
Pensionsbesandteil

Aufklärung !!!!
Unsere Fa. Hatte einer der wenigen österr. Privatfirmen eigene eigene Pensionskasse. Um nicht alle Anteile in die Pensionskasse einbringen zu müssen wurde ein Teil wie ein "Kredit" an den Arbeitnehmer als Pensionsanteil der direkt über die Fa. bezahlt wird, ein anderer Teil in die Pensionskasse eingebracht wird, um nicht den gesamten Anteil in die Pensionskasse einbringen zu müssen. In weiser Voraussicht, dass die Rechtsansprüche an die Fa nicht schlagendwerden. So ist es leider.

Marilynn E.
00
30.12.2011, 19:13

Sie haben keine staatliche Pension, also keine ASVG-Pension oder dergleichen?

Walter Bimini
32
29.12.2011, 18:18
vor den trümmern werden sie bald deshalb stehen, weil auch das staatliche pensionssystem kollabieren wird.

trebork
00
30.12.2011, 08:26
Worauf

begründet sich diese Analyse. Allenfalls muss es Adaptierungen in der Pensionshöhe geben (da sich der Staat die Zuschüsse nicht mehr in vollem Umfang leisten kann). Das Umlageverfahrenselbst sehe ich nicht bedroht.

Walter Bimini
00
30.12.2011, 18:52
wer wird die pensionen bezahlen,

wenn die arbeitslosenrate sehr hoch und der staat pleite ist? griechenland, spanien, portugal, irland, ... sind etwas weiter als wir, aber in österreich ist die lage vorallem deshalb noch besser, weil wir noch relativ günstige kredite bekommen. 2012 plant die österreichische regierung über 9 milliarden zusätzlich aufzunehmen und diese 9 milliarden sind etwa 14% der geschätzten staatseinnahmen von 64 milliarden. außerdem hat österreich offiziell mehr als 200 milliarden euro schulden - d.h. bereits mehr als das dreifache der staatseinnahmen. dazu kommen noch die ausgelagerten schulden von öbb, asfinag, ..., länder, städte und gemeinden.

O5
10
29.12.2011, 17:31

Das Gute an Firmenpensionen ist dass diese sich ganz automatisch an Wirtschaftswachstum und Inflation anpassen. Wenn die Einnahmen um 12% sinken dann sinken eben auch die Pensionen automatisch um 12%. Damit ist die Nachhaltigkeit stets garantiert. Bei staatlichen Pensionen würde man aus politischem Populismus hingegen das Finanzierungsloch durch noch mehr Schulden finanzieren - was nicht ewig gut gehen kann. Deshalb bin ich ein großer Freund von Firmenpensionen, auch wenn diese kurzfristig vielleicht für manche einen Nachteil haben.

Bertel Mann
02
29.12.2011, 20:39
"Wenn die Einnahmen um 12% sinken dann sinken eben auch die Pensionen automatisch um 12%."

Und mit diesem absoluten Unwissen wagen Sie es, über das Thema kapitalgedeckte Pensionen mitzudiskutieren?

weisheitszahn
00
29.12.2011, 17:09
no risk, no fun

Keine zwei Jahre ist es her, da war einer, der nicht spekulierte, dumm.
Beim Spekulieren muss immer einer verlieren.
Alos warum so wehleidig?

angelo6
10
29.12.2011, 17:26
die Pensionskassen-Berchtigten wurden nicht gefragt, ob sie spekulieren wollen.

Deshalb www.stoppdempensionskassenflop.at -
Einfach Unterstützungserklärung ausdrucken und am Magistrat unterschreiben

Marilynn E.
11
29.12.2011, 21:13

niemand hätte der ausgliederung der ansprüche in eine pensionskasse zustimmen müssen. das wurde zwischen arbeitgeber und arbeitnehmern vertreten durch die betriebsräte vereinbart. damals 1999 hatte alle die dollarzeichen in den augen - tja, der kapitalmarkt hat nicht gehalten, was versprochen wurde. aber dsa ist EUER problem und sicher nicht das der 7,5 Mio anderen Österreicher, die keine firmenpension haben und von denen ihr jetzt hunderte millionen an steuergelder wollt, damit euer risiko am kapitalmarkt auf null gestellt wird.

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