Osteuropa-Präsenz

Raiffeisen will sich von keinen Banken trennen

29. Dezember 2011, 13:50

2012 sieht Herbert Stepic, Chef der Raiffeisen Bank International (RBI), als sehr hartes Jahr für die gesamte Bankbranche

Wien - Der Chef der Raiffeisen Bank International (RBI), Herbert Stepic, hat Äußerungen zu Verbleib oder Nicht-Verbleib in dem einen oder anderen Land in Osteuropa relativiert.

Stepic hatte es bei der Quartalsberichtsvorstellung im November als durchaus möglich bezeichnet, dass sich seine Bank aus dem einen oder anderen Land in Zukunft zurück ziehen wird.

In einem ORF-Mittagjournal-Interview am Donnerstag sprach Stepic von einer "klassischen Fehlinterpretation meiner Aussage während der letzten Pressekonferenz". "Wir wollen", so Stepic heute, "auch weiterhin global in Zentral/Osteuropa tätig sein und denken eigentlich nicht aktiv daran, uns hier von einzelnen Banken zu trennen". Freilich müsse jeder in seiner Geschäftspolitik flexibel sein, meinte der RBI-Vorstandschef auf die Frage nach einer möglichen Neustrukturierung im Ausland.

Trotz Ungarn "ansehnliches Ergebnis"

Abgesehen von Ungarn - wo nach hohen Wertberichtigungen eine Rekapitalisierung nötig war - habe die RBI in der Region keine Federn lassen müssen. In einer Zeit, wo viele andere Banken Verluste schrieben und die Situation extrem angespannt sei, werde die RBI 2011 ein "durchaus ansehnliches Ergebnis heimbringen", prognostizierte Stepic. Verluste in Ungarn - "ein Problemfall als Land und auch für uns" - würden überkompensiert durch die Erträge in anderen Ländern. Das zeige die Stärke dieser Organisation.

2012 sieht Stepic als sehr hartes Jahr für die gesamte Bankbranche. "Schwierig, aber meisterbar". Für das zweite Halbjahr 2012 sei er nach einem vorherigen Wirtschaftsabschwung wieder optimistisch. Alles hänge aber davon ab, wie rasch die europäische Politik dem Markt glaubhaft beweise, dass Vereinbarungen hielten. Für 2013 sieht er durchaus wieder positive Wachstumaussichten. Im abgelaufenen Jahr 2011 überraschte ihn am meisten der so harte und stringente Eingriff der Aufsichtsbehörden. Die Aufseher hätten dabei auch nicht die Gesamtwirtschaft im Blick gehabt. Er halte das für gefährlich.

Kritik an voreiligen Eigenkapital-Vorschriften

Die neuen Kapitalvorgaben der europäischen Bankenaufsicht EBA - bis Juni sind bei Großbanken neun Prozent hartes Kernkapital nötig - schafften bei der RZB-Gruppe einen Kapitalbedarf von 2,1 Milliarden Euro, den die Gruppe mit fast zwei Dutzend Einzelmaßnahmen stemmen will. Das Tempo der EBA und der nationalen Aufseher hält Stepic für überzogen und kontraproduktiv. Seine Gruppe habe eigentlich keinen echten Kapitalbedarf, befand Stepic heute: Nach den derzeitigen Bestimmungen sei man überkapitalisiert, habe damit auch mit Bravour die letzte Krise gemeistert.

Die vielen Maßnahmen, die auf den Kreditapparat einprasselten, führten dazu, dass das Bankgeschäft laufend teurer werde, so der Raiffeisen-Banker. Die Krise zwinge die Institute aber auch, ihr Kostenprofil deutlich zu verbessern, sodass nur ein Teil der entstandenen Zusatzkosten beim Kunden landen werde. (APA)

QUMI
00
30.12.2011, 09:21
Das nächste Jahr ist immer das härteste Jahr - das sollte er mit seinen Berufsjahren schon wissen!

MeinePrognose/Anmerkung
00
29.12.2011, 20:42
Sorgen"tochter" verkaufen

Die Raiffeisen-Mutter soll die UNIQA verkaufen, dann sind sie ein Sorgenkind los, haben damit mehr Geld für ihre Banken.
Die UNIQA wird sich nicht sanieren lassen.

karl der postler
10
29.12.2011, 19:05
die sumsen nur rum und wollen staatliche hilfe

der raiffeisen konzern besteht aus über 1000 firmen - die haben vermögen genug!

ich denke, die wollen nur geld für ihre banken vom staat rausziehen - und mit den connections des raiffeisenkonzerns zur politik wird das auch funktionieren!

pröll und konrad lassen grüßen!

österreich lass dich nur weiter verars.....!

oachkatzlschwoaf
00
30.12.2011, 13:46
Dumm und dümmer ...

Ihr Kommentar zeigt, dass Sie so gut wie keine Ahnung über die tatsächlichen betriebs- und volkswirtschaftlichen Vorgänge in unserem Land bzw. in unseren Betrieben haben.

Eine staatliche Beteilung und damit Einflußnahme wird jede Bank versuchen zu vermeiden. Wenn jedoch die Regulierungen des Bankensektors so aussehen, dass die Kreditvergabe (Stichwort anrechenbare Eigenmittel) und nicht die Spekulation erschwert wird, dann beisst sich die Katze in den eigenen Schwanz.

peter a. krobath
00
29.12.2011, 17:05
jetzt

versteh ich endlich den tv-spot von raiffeisen: wer kunde von raiffeisen ist, muss sogar für einen einzelnen euro, der davonrollt, sein leben riskieren, weil es möglicherweise sein letzter ist.

Walter Bimini
00
29.12.2011, 18:39
allzu viel geld würde ich keiner österreichischen bank anvertrauen.

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