64-Jährige sitzt bereits wegen Wahlfälschungs-Vorwürfen in U-Haft
Manila - Wegen mutmaßlicher Korruption hat die philippinische Justiz ein weiteres Ermittlungsverfahren gegen Ex-Staatschefin Gloria Arroyo eingeleitet. Laut Behördenangaben vom Donnerstag geht es um einen Auftrag für den chinesischen Konzern ZTE im Wert von umgerechnet 256 Millionen Euro zum Aufbau eines Internet-Breitbandnetzes in dem Inselstaat.
Arroyos Ehemann Jose Miguel und ein politischer Verbündeter sollen große Mengen Schmiergeld kassiert haben. Arroyo, die das Land zwischen 2001 und 2010 regierte, hatte die Korruptionsvorwürfe bereits in der Vergangenheit zurückgewiesen, wegen wachsenden öffentlichen Drucks musste das Projekt aber 2008 aufgegeben werden.
Das Büro vom heutigen Staatschef Benigno Aquino begrüßte die Ermittlungen gegen Arroyo. Für viele Philippinos seien in dieser Angelegenheit noch viele Fragen offen, die nun endgültig geklärt werden könnten, sagte ein Sprecher. Aquino hatte im vergangenen Jahr mit dem Versprechen, die Korruption energisch zu bekämpfen, einen klaren Wahlsieg eingefahren.
Die 64 Jahre alte Arroyo sitzt seit Mitte November wegen eines anderen Verfahrens wegen mutmaßlicher Wahlmanipulation in Untersuchungshaft. Der Prozess in diesem Fall könnte noch im Jänner beginnen. (APA/AFP)