Wirtschaftskammer

Pensionen: Angleichung des Frauen-Antrittsalters schon ab 2014

29. Dezember 2011, 13:20
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    Frauen sollen später in Pension gehen, fordert die Wirtschaftskammer.

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    Anna-Maria Hochhauser: Früher in Pension zu gehen, bringe finanzielle Nachteile.

WKÖ-Generalsekretärin Hochhauser: Frühere Pension bringt Nachteile - Angleichung soll 2024 abgeschlossen sein

Die ÖVP drängt darauf, das Pensionsantrittsalter der Frauen jenem der Männer früher anzugleichen als geplant. Frauen dürfen in Österreich mit 60 in Pension gehen, Männer mit 65. Ab 2024 hätte die schrittweise Anpassung erfolgen sollen. Zuletzt forderte ÖVP-Sozialsprecher August Wöginger jedoch, bereits 2016 damit zu beginnen. Einen Schritt weiter geht nun Wirtschaftskammer-Generalsekretärin Anna-Maria Hochhauser. Ihrer Ansicht nach soll die Anhebung schon in zwei Jahren, also 2014 beginnen.

Finanzielle Nachteile

Im Ö1-Mittagsjournal sagt Hochhauser, die Angleichung des Pensionsalters sei nicht nur im Interesse des Staatshaushalts, sondern auch in dem der Frauen. Denn früher in Pension zu gehen, bringe finanzielle Nachteile: Das Lebenseinkommen sei geringer und auch die Pension für die Frauen. Daher sollte die Angleichung des Pensionsantrittsalter um zehn Jahre früher beginnen als geplant, nämlich ab 2014, und bis 2024 bereits abgeschlossen sein.

Der Entschluss, das Pensionsantrittsalter ab 2024 anzuheben, wurde 1992 gefasst. In den Augen Hochhausers habe sich seither aber vieles geändert. Damals habe es andere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gegeben. Auch die Lebenserwartung sei heute eine andere. "Keine Sorgen" macht sich Hochhauser über Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt: Es kämen in den nächsten Jahren weniger junge Leute auf den Arbeitsmarkt, zudem klage die Wirtschaft ständig über Facharbeitermangel. 

ÖGB: Vorschlag "absurd"

Die Bundesfrauenvorsitzende des ÖGB, Brigitte Ruprecht, bezeichnete Hochhausers Vorstoss als "absurd". " Frauen sollten zuerst darauf vertrauen können, dass sie genauso viel verdienen wie ihre männlichen Kollegen. Dafür müssen die Betriebe ihrer Pflicht zur Einkommenstransparenz nachkommen, Frauen echte Karrierechancen einräumen und mehr Vollzeitarbeitsplätze für Frauen schaffen", so Hochhauser in einer Aussendung. 

Martina Schenk, Frauensprecherin des BZÖ begrüßte in einer Aussendung Hochhausers Forderung. Schenk forderte ebenfalls eine raschere Angleichung des Pensionsantrittsalters, die Regierungsparteien SPÖ und ÖVP sollten den Vorstoss zum Anlass für Verhandlungen nehmen. "Es müssen aber die Kindererziehungszeiten sowie die Pflegezeiten dementsprechend berechnet werden und die Rahmenbedingungen für die Frauen auch am Arbeitsplatz passen", so Schenk. (red, derStandard.at, 29.12.2011)

Kommentar posten
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Markus Alexander
10
Unterschidliches Pensionsatrittsalter für Frauen und Männer ist verfassungswidrig.

Diese Ungleichbehandlung wird nur über ein Verfassungsgesetz aufrecht erhalten. Wenn sie schon gleichberechtigt sind (und dass sie das sind wird niemand im Ernst bestreiten wollen) dann bitte überall. Außerdem werden Frauen im Schnitt viel älter und machen keinen Präsenzdienst. Wer also ist benachteiligt???

pluralis modestatis
20
Soziologische Definition

Eine kritische Analyse der traditionellen Definition von „Frau“ und „Mann“ aufgrund biologischer Kriterien erkennt diese als konservativ-reaktionär und obsolet.

Die fortschrittliche Begriffsdefinition, die die gesellschaftliche Realität in Produktion und Lebenswelt abbildet, lautet:

„Frau“ ist, wer sich qua Geschlecht als diskriminiert wahrnimmt; „Mann“ ist, wer diesen Selbstentwurf verinnerlicht und draufzahlt.

maj jong
10
31.12.2011, 17:46
und die Angleichung der Gehälter....

bereits ab 2010 - rückwirkend,

so verlogen wie konservativ, damit die Frauen auch höhere Pensionen bekommen...

Dorli Krainer
24
31.12.2011, 09:31
"Zu früh Pension"?

Wieder einmal gehts nur ums Pensionsantrittsalter und nicht um die geleisteten sprich einbezahlten Dienstjahre! Ich werde mit 55, 40 Dienstjahre zusammen haben, unterbrochen von 1x 8 Wochen fürs Kinder kriegen und eine Woche wegen eines Lungeninfarktes. Wenn Gott mir weiterhin die Gesundheit schenkt hab ich dann 40 Jahre voll gearbeitet und einbezahlt. Mehrkosten wurden von meiner Zusatzkrankenkasse abgedeckt. Ich finde es absolut nicht zu früh wenn ich mit 55 in "Frühpension" gehe! Was ist daran früh bitte schön??
Arbeite ich bis sechzig hab ich 45 Dienstjahre also ebenso lang wie jeder Mann! Damit ist die Gleichstellung von Mann und Frau in diesem Fall gegeben! Liebe Verantwortlichen: Rechnet mal Dienstjahre und nicht Alter!!!!!!

kakaniengeist
12
31.12.2011, 10:19
40 jahre sind zu wenig!

frauen haben eine höhere lebenserwartung als männer und müssten mindestens 50 beitragsjahre für einen *wohlverdienten* ruhestand vorweisen können.

das wäre die neue regelung, die die statistik vorgibt.

und nur um DIE geht es.

4simo
13
31.12.2011, 10:41

ist nett, dass Sie nru das betrachten wollen.
frauen übernehmen eine vielzahl an unbezahlten aber notwendigen tätigkeiten.
in welchen rahmen wollen Sie die abgegeolten wissen? am besten gar nicht?

kakaniengeist
03
31.12.2011, 10:52
denen, die sie leisten, sollen sie ganz FÜRSTLICH abgegolten werden!

aber das alpenrepublikanische system sieht gerade das ganz selten und marginal vor (miese bewertung der kinderbetreuungszeiten).

ich wiederhole mich: am besten profitieren vom hiesigen modell genau jene, die all diese betreuungs- und pflegetätigkeiten gar nicht vollziehen müssen.

warum frauen ohne nachwuchs gegenüber männern, die sehr oft (familien-finanzielle) bürden zu tragen haben, bevorzugt werden, ist nie logisch klar gewesen und wird es auch NIE sein.

sialich.

Chris Quast
22
30.12.2011, 20:14

man muß sich dass mal auf der zunge zergehen lassen.
nach geltenden recht sind alle frau älter als jg 1969 sowieso aus dem schneider. die können sich 2024 noch mit 55 in die früh pensi vertschüssen. alle jetzigen kanpp 40+ jährigen werden statistisch nicht das jahr 2024 erleben, aber die meisten. und die werden dann wahrscheinlich noch gut 40 jahre leben.
also wie das finanzierbar sein soll ?

the bugger_off
00

liar liar pants on fire...

wie soll das bitte zu leisten sein dass "die männer" im durchschnitt mit 59 in pension gehen? -nichts hindert sie darann obwohl ihr offizielles antrittsalter 65 ist.

bluebeard's 8th wife.
02
31.12.2011, 09:34

das ist alles falsch: alle frauen ab jahrgang 06/1966 haben dasselbe antrittalter wie männer.

die vorzeitigen alterspensionen laufen bis 2014 aus, die hacklerregelung ebenfall, abgesehen davon, dass dabei ab 2013 wesentlich höhere abschläge berechnet werden - nix ist mit 55.

de facto ist ab 2015 die invaliditätspension die einzige "frühpension" (abgesehen von der mit hohen abschlägen belasteten korridorpension für männer).

und glauben sie mir: so krank, dass sie mit mindestens 13,2% abschlägen in pension sind, wollen sie bestimmt nicht sein.

Pierre d´Aubusson
00

13,2%? Ich kenne von mir 1,8% pro Jahr, maximal 18%.
Wo ist das her?

Außerdem, nur für die Betrachtungsweise: 18% heißt nicht, daß da 82% als Pension übrigblieben, es heißt, daß man statt 80% nur 62% erhält, sohin nur 3/4 dessen, was einem vor der "Reform" zugestanden wäre. Im ASVG sind da irgendwo 13,2% Abschläge, also weniger als bei den Beamten?

legal eagle
 
00

13,2% ergibt sich aus 3 x 4,2% korridorabschlag pro jahr, das ist derzeit auch der deckel für die abschläge bei invaliditätspension.

ergänzend gibt es noch die abschläge bei vorzeitigem pensionsantirtt in der parallelrechnung (max. 10,5% im altrecht und max 15% im kontorecht) für langzeitversicherte.

gilt für ab 1955 geborene.

Hans Mustermann1
01
31.12.2011, 08:52

Finazierbar? Da gibt es einige Möglichkeiten. Der Rechnungshof hat 499 Vorschläge gemacht, wie man Einsparungen machen kann, leider haben die Politiker "Angst" diese Umzusetzen. Dies wäre zudem wirklich mit Arbeit verbunden...
Wenn man z. B. in betracht zieht, dass 16 ehemalige staatsnahe Manager zusammen pro Jahr über 4 Mil. € Pension beziehen, so zeigt dies doch deutlich, was an Einsparungen möglich ist. Die Pension wären dann auf Jahrzente hinaus gesichert. Ich glaube, wir "kleine" Leute soll uns nicht ein schlechtes Gewissen einreden lassen, sondern auf eine gerechte Pension bestehen.

Chris Quast
00

p.s trotzdem gehören viele sachen des RH gemacht, aber da sehe ich beim politikerpersonal und auch den menschen in ö schwarz. (florianerprinzip)

Chris Quast
00

da wird mit peanuts herumgeschoben, dass es eine freud ist.

ma die pöhsen staatsnahen manager verdienen, ein paar kröten (aktiv oder in pensi).
wäre mir neu, dass die der staat zahlt.

könnte ja bei der hauptversammlung dagegen stimmen. haben ja zT noch große anteile.

was ist gerecht ? also das/die pensionssystem/e in ö, sind sicher einer der ungerechtesten in der westlichen welt.
zwar schön hoch, und großzügig. aber eben ungerecht !! (finanzierungsanteile zw. knapp 10%(altpolitiker) und um die 70-80% (ASVGler) kenn die zahl nicht mehr genau).
Man sollte aber versuchen ein so flexibles system zu schaffen das möglichst 100% selbstfinanziert wird)

kakaniengeist
22
31.12.2011, 07:49
so ist es! da werden noch viele sich mit 55 vertschüssen, für die das patriarchalische unterdrückungssystem gar nicht mehr zur anwendung gekommen ist!

das, was sich die alpenrepublik *leistet*, ist weit jenseits von gut und böse (frei nach friedl nietzsche).

und wird sich auch im konzert der eu-mitgliedsstaaten nicht finanzieren lassen.

sialich

nicht.

wie sie richtig hingewiesen haben, viele damen gehen mit 55!

und spezialironie in diesem zusammenhang:

das sind zum großteil frauen, die keinen aktiven anteil an der entwicklung des pensionssystems geleistet haben (kinderlosigkeit).

was wiederum beweist:

am MEISTEN profitieren vom altersversorgungssystem der alpenrepublik die, die gar keinen nachwuchs haben.

auf kosten derer, die sich das heute noch antun.

the bugger_off
00

schon seltsam frauen gehen derzeit nur 3 jahre früher in pension als sie müssten, männer 6.

*ich will augenverdreher smileys in diesem forum!!!*

NicoPelikan
04
30.12.2011, 16:09
Nur Vorteile ?

- auch für die Frauen, die im Supermarkt an der Kassa oder in der Fabrik am Fließband stehen ?
- die die Enkel aufziehen, weil Mütter und Väter beide arbeiten müssen, weil ein Gehalt heute nicht reicht ?
- die mit 55 den Job verlieren, weil die Firma nach Tschechien oder China übersiedelt, keinen Job mehr bekommen und dann bis 65 statt bis 60 Notstandsbezieher sind ?

kakaniengeist
14
30.12.2011, 18:34
das sind alles *private lebensentscheidungen*, die NICHTS mit dem pensionssystem zu tun haben sollen und dürfen!

das waren doch die schalmeitöne der führenden politischen kräfte über die letzten jahrzehnte.

außerdem, und noch einmal, das privilegierte frauenpensionssystem gilt auch für die damen, auf die all das, was sie hier an belastungssituationen aufzählen,

NICHT

zutrifft.

4simo
01
30.12.2011, 19:09
diese privatentscheidungen werden über die role models und eltern vorgelebt, in den medien als stereotypen vorgezeigt, in der peegrgroup für kuhl erklärt,

von den lehrern wird entsprechend seggregiert (die mädchen können halt kein mathe, die burschen hamms halt nicht so mit der sprache) von der wirtschaft vorausgesetzt *immerhin können Sie ja kinder bekommen, daher werden Sie nicht vorgerückt*
und wenn unsere kinder in der situation sind den beruf zu wählen, die erwerbs/familienarbeit aufzuteilen, sind sie bereits auf Schiene
das bedeutet nicht, dass es keine persönl entschungen AUCH sind, aber eben nicht nur.
wenn wir wollen, dass die individuellen entscheidunegn ausgleichend gefällt sind, sollten wir die bedingungen ändern, tun wir das nicht, wollen *wie* das traditionelle rollenbild behalten, zumindest da wo sich nur die frauen und ja nicht die männer benachteiligt fühllen

the bugger_off
22
30.12.2011, 18:47

lol

"ich entscheide mich privat mit 55 keinen job mehr zu bekommen"

wo gibts hier die vogelzeig-augenverdreh smileys ?

kakaniengeist
03
30.12.2011, 19:03
es verlieren auch männer mit 55 ihren job!

also was soll diese komische argumentation.

the bugger_off
22
30.12.2011, 19:22

immer wenn frauen miese pensioinen bekommen/ die kinder allein erziehen/you name it ist das aufgrund einer falschen/schlechten "privat entscheidung"...

aber wenn männer einen schwerarbeits job haben/ überstunden machen/ ihre familie nur vom hörensagen kennen... dann sind sie ganz edel oder arm und haben sich aufgeopfert...

bäh!
ES REICHT SCHON LANGSAM!

kakaniengeist
01
30.12.2011, 20:22
sozialmoralindividualkollektivpsychoanalyse in allen ehren!

aber all dieses ist keine logische antwort darauf, warum frauen, die all diese negativimplikatoren NICHT aufweisen, früher als männer, die vielleicht all diese frauenspezifischen *leidensfaktoren* zufälligerweise auch haben, in pension gehen können.

die alogik des alpenrepublikanischen systems hat einen mittlerweile ewig langen bart:

es gibt noch immer viele mütter, die, aufgrund der mehrfachbelastung im familiären bereich, überhaupt KEINEN anspruch auf eine EIGENE altersversorgung haben.

aber frauen ohne diese leidens- bzw. einschränkungsfaktoren wird ein privileg bis auf den st.-nimmerleins-tag zugestanden (reformbeginn ab 2024!?).

da sind die ALLE noch dabei dabei, die die emanzipationsbewegung schon erlebten und davon profitierten.

Hafniumcarbid
02
30.12.2011, 16:53
Den Männern...

...sind diese drei Fälle offensichtlich zuzumuten, ohne mit der Wimper zu zucken. Wieso also eine Spezialbehandlung für die Frauen?

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