Lokal "Naschmarkt" bringt Kaliforniern Schnitzel & Co. näher

29. Dezember 2011, 12:28
  • Es gibt Traditionsgerichte, an denen der Koch nie herumdoktern würde: das Schnitzel zum Beispiel.
    foto: apa/günter r. artinger

    Es gibt Traditionsgerichte, an denen der Koch nie herumdoktern würde: das Schnitzel zum Beispiel.

Matthias Fröschl eröffnete im Silicon Valley Restaurant mit Österreichischer Küche

Wien - Die Amerikaner lieben jetzt österreichische Esskultur: Matthias Fröschl (30), ehemals Chef de Cuisine der Blauen Gans von Kurt Gutenbrunner in New York, serviert in seinem Restaurant "Naschmarkt" im kalifornischen Campbell echt heimische Küche, von Wiener Schnitzel mit Erdäpfelsalat über Gulasch bis zu Salzburger Nockerln. "Einer der großen Trends beim Auswärtsessen ist die Neue Österreichische Küche", urteilt die Zeitung "The Mercury News" begeistert.

Das vor rund einem halben Jahr in der 40.000-Einwohner-Stadt eröffnete Lokal hat Fröschl, der es mit seiner amerikanischen Frau Margaux und deren Eltern sowie zwei weiteren Partnern betreibt, nach dem Wiener Naschmarkt benannt. Geboten wird ein Mix aus kalifornischer Küche und modern interpretierten, österreichischen Gerichten.

Als Vorspeisen gibt es u.a. Topfennockerl und Bratwurst, als Hauptgang Schweinsbraten und Krautrouladen. Suppen, Salate und Vorspeisen kosten sieben bis 16 Dollar (5,35 bis 12,24 Euro), Hauptspeisen gibt es von 19 bis 32 Dollar (14,5 bis 24,5 Euro). Desserts wie Eispalatschinken und Scheiterhaufen kosten sieben bis neun Dollar (5,35 bis 6,88 Euro). Auf der Weinkarte finden sich auch Grüner Veltliner, Riesling und Blauer Zweigelt aus österreichischer Produktion.

"An einem Schnitzel ist nichts falsch"

Er liebe es, Rezepte neu zu interpretieren, sagte Matthias Fröschl US-Medien. Aber es gibt auch Traditionsgerichte, an denen er nie herumdoktern würde: "An einem Schnitzel ist nichts falsch, also wozu es verändern. Es ist perfekt so, wie es ist." Selbst wenn sich der Trend zur Neuen Österreichischen Küche, wie "The Mercury News" schreibt, nur als vorübergehende Erscheinung entpuppen sollte, sei das Naschmarkt "eines der besten Restaurants, die dieses Jahr im Silicon Valley eröffnet haben".

Der gelernte Koch hatte Mitte der 1990er Jahre seine Karriere in der Gastronomie als Lehrling im Hotel Ebelsberger Hof in Linz begonnen. Eine weitere Station war u.a. die Position des Sauciers im Wiener Steirereck, bevor Fröschl 2003 im New Yorker Lokal Wallse von Kurt Gutenbrunner anheuerte, ehe er 2005 Chef de Cuisine in dessen Blauer Gans und zwei Jahre später Sous Chef im Golf & Country Club Los Altos in Kalifornien wurde. (APA)

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An einem Schnitzel ist nichts falsch, also wozu es verändern

sagens das mal den Deutschen, die ersäufen das edle Teil in diversen Saucen, daß es einem den Magen umdreht.

"mit seiner amerikanischen Frau Margaux"

1982er Jahrgang? :-)

Interessant...diese Beschreibung auf der Homepage des Restaurants:

"Austria was once the center of the large Austro-Hungarian Empire stretching from France to Russia and from the Baltic Sea to Turkey, imparting a varied heritage to Austria's cuisine."

Von Frankreich bis Russland und vom Baltikum bis zur Türkei?

Typischer Ami-Übertreibungs-Quacksprech.

Frankreich kann man uU gelten lassen, wenn man die österr. Niederlande (= Belgien) nimmt.

Aber Baltikum wird schwer.

ist das die reaktion auf "von der maas bis an die memel, von der etsch bis an den belt"?

Das is für Kalifornier...

Passt schon...

genau...weil die meisten wissen eh nicht...

was die monarchie war...

Hier in den USA

Da würde ein komplett auf Mozart ausgerichtetes Österreichisches Restaurant glaub ich gut laufen.

Wo die Kellner mit gepuderten Perruecken ausgestattet sind und alles voll-kitschig dekoriert ist. Auf sowas stehen die Leute hier.

Kulinarisch ist bodenständige Österreichische Kueche glaub ich nicht konkurrenzfähig in einer amerikanischen Grossstadt. Mit Schnitzel und Schweinsbraten fadisiert man hier nur (muss da mal ein Klischee zerstören: Amis essen nicht nur Burger und das kulinarische Angebot in einer Grossstadt lässt die Österreichische Küche im Regen stehen. Generell ist die Esskultur höher als in Österreich (wo ja das "chicken fried steak" - aka Schnitzel als ein Highlight angesehen wird - 'Tschuldingung)).

ja klar...

weil eh alle amis die kohle haben um in diesen vermeintlich guten häusern zu speisen...hier in indiana, goshen, da gibt es außer nichts garnichts...und auch in south bend oder fort wayne findet man kaum was...für das ich 50-70 dollar hinlegen würde..daher selbst kochen...period

Cafe Mozart gibt's schon mindestens eines, in Washington DC. Nur an den Perücken müssen die noch arbeiten ;-).

Es gibt schon einen Unterschied zwischen einem "normalen" Restaurant (Diner-ähnliche Küche, nicht extrem aufregend aber trotzdem gut) und was Feierlicherem. Deutsche Restaurants schaffen es ganz gut, mit normalem Essen erfolgreich zu sein.

bleibt bei der sache

http://www.naschmarkt-restaurant.com

schaut's euch das menü an, dann posten.

als desert ein scheiterhaufen, das gib'ts in wien selten.

leider gibts den scheiterhaufen selten.

noch besser sind unter Lunch die "Quark" Spätzle

Naja, das ist das normale englische Wort dafür. Von einer Speisekarte, die kaum wer versteht, hat auch niemand was.

Das englische Wort für Topfen oder Quark ist aber curds.

den curd kannst aber nicht mal in der sprichwörtlichen

pfeife rauchen mein lieber...topfen macht man/n hier selbst. von der milch einer amish-kuh unbehandelt...ja ja...aber es stimmt: topfenknödel mundet den meisten amis nicht so...oder topfenpalatschinken...nicht süß genug...aber dann geht wieder der feine säuerliche geschmack des topfen flöten...das wollen wir auch nicht...aber der käsekuchen kann was...da können sie hier mit ihren fabrik-cakes einpacken...

Das wäre ein Überbegriff, der alles mögliche beinhalten kann.

Deutscher Quark und österreichischer Topfen sind nach meiner Erfahrung einfach "quark" (klar kommt das aus dem Deutschen), das ist noch das kulinarisch gängigste Wort.

besonders zu dem preis...

Aber harmlos gegen die Schnitzelsemmel (vom Schwein; das Schnitzi, nicht die Semmel) um $ 19.

off topic

Naschmarkt war in Wien bis vor einigen Jahren eine exzellente SB-Restaurantkette, die zur WIGAST gehört hat.

man stelle sich vor, in china würden sie über jedes neu eröffnete china-lokal berichten....

Och, chinesische Medien schreiben sogar sehr viel so Lifestyle-Zeug. Sogar über Expansionspläne chinesischer Ketten u.a. nach Österreich, wie ich eben gesehen habe.

heute kocht wieder der Fröschl :-)

da muss noch einige aufklärungsarbeit geleistet werden

http://www.wienerschnitzel.com/

...wenn nämlich eine kalifornische 300-locations hot-dog-kette "Wienerschnitzel" heisst.

Oh ja,

ich bin da extra reingestapft um zu prüfen, ob es in diesem Laden Schnitzel (oder wenigstens etwas, das man als Wiener Schnitzel durchgehen lassen könnte) gibt. Aber nix da, Burger, Burger und nochmals Burger.

Letztendlich war es mir egal, ich hätte dort sicher kein Schnitzel gekostet.

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