Washington/New York - Der chinesische
Internet-Händler Alibaba bereitet offenbar ein Gebot für Yahoo vor.
Das Unternehmen hat in den USA Lobbyisten angeheuert, die es bei dem
Vorhaben unterstützen könnten. Alibaba habe sich an die Kanzlei
Duberstein gewandt für den Fall, dass es gemeinsam mit
Privatinvestoren eine Übernahme des angeschlagenen Internetkonzerns
angehen wolle, sagten Vertreter, die mit der Lage vertraut sind,
Reuters.
Demnach könnten die Investoren das US-Geschäft von Yahoo
übernehmen, während Alibaba und die japanische Softbank die
asiatischen Teile erhalten sollen. Ein gemeinsames Angebot einer
solchen Gruppe wurde von Branchenexperten auf grob 17 Milliarden
Dollar geschätzt.
Duberstein selbst veröffentlichte Unterlagen, in denen neben
Alibaba auch die Softbank als Kunden genannt ist. Die Japaner halten
30 Prozent an Alibaba und sind Partner bei Yahoo Japan. Yahoo
wiederum gehören 40 Prozent von Alibaba. Die Unternehmen versuchen
derzeit, ihre komplizierten Überkreuz-Beteiligungen in Asien
aufzulösen. Vor allem Alibaba hat Interesse daran, sich dem Zugriff
von Yahoo zu entziehen. Der US-Konzern kämpft mit wachsender
Konkurrenz von Google und Facebook.
Da China das Internet kontrolliert und zensiert, dürfte Alibaba
auf massiven Widerstand stoßen bei dem Versuch, ein US-Portal zu
übernehmen. Lobby-Unternehmen müssen in den USA ihre
Geschäftsverbindungen ab einem gewissen Umfang offenlegen. Duberstein
war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. (APA)