WPS

Millionen WLAN-Router haben ein Sicherheitsproblem

Bericht | 29. Dezember 2011, 12:20
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    foto: (c) ap

Österreichischer Student entdeckt Sicherheitslücke die Brute-Force-Angriffe ermöglicht

2007 führte die Wi-Fi Alliance das Wi-Fi Protected  Setup (WPS) ein. Das Programm sollte die Einrichtung verschlüsselter WLANs vereinfachen. Der Student Stefan Viehböck entdeckte Designfehler, die Brute-Force-Angriffe auf das System ermöglichen. Da seit einiger Zeit beinahe alle Router mit aktiviertem WPS ausgeliefert werden, sind praktisch alle aktuellen Geräte von der Sicherheitslücke betroffen.

Drei Möglichkeiten

Es gibt drei Möglichkeiten, um mit Hilfe von WPS ein verschlüsseltes WLAN einzurichten. Entweder mit "Push-Button-Connect", dabei wird sowohl am Access Point als auch am WLAN-Client ein Knopf gedrückt, oder durch zwei Möglichkeiten der Eingabe einer PIN. 

External Registrar

Man gibt entweder in das Webinterface des WLAN-Routers einen PIN ein der auf dem WLAN-Client aufgedruckt ist (Internal Registrar) oder am Client wird eine vom Router erzeugte PIN eingegeben (External Registrar). Viehböck erkannte die Sicherheitslücke in der letzten Möglichkeit. Dafür wird außer der PIN keine andere Art der Authentifizierung benötigt.

Access Point hilft Angreifern

Unterstützung erhalten die Angreifer vom Access Point. Dieser schickt bei einer Fehlanmeldung eine EAP-NACK-Nachricht. Welche Hälfte der PIN falsch ist, erkennt der Angreifer daran, wann die Nachricht verschickt wird. Dadurch werden die Versuche zum Erraten der PIN auf 104+104 reduziert. Statt 100 Millionen benötigt man nur noch 20.000 Versuche. Da die achte Ziffer die Prüfsumme der ersten sieben Ziffern ist, reduziert sich die Zahl nochmals au 11.000.

Geknackt in 5.500 Sekunden

Um die Lücke zu testen, hat der Student der FH Hagenberg ein Brute-Force-Tool in Python entwickelt und mit verschiedenen Routern von unterschiedlichen Herstellern getestet. Ein Authentifizierungsvorgang dauerte je nach Router zwischen 0,5 und drei Sekunden. Damit würde es 90 Minuten bis zehn Stunden dauern, bis man Zugang zu den Routern erhält. Im Durchschnitt benötigte das Programm 5.500 Sekunden.

In einem Durchgang

Da einige Routerhersteller keine Sicherheitsmaßnahmen gegen Brute-Force-Angriffe eingebaut haben, können alle PIN-Kombinationen ohne Unterbrechung durchprobiert werden.

WPS abschalten

Nutzer sollen WPS abschalten, sofern es möglich ist, rät Viehböck. Die Hersteller fordert er auf WPS zu blockieren, wenn die Authentifizierung mehrmals fehlgeschlagen ist. Somit würde für Angriffe mehr Zeit benötigt.

Aufsatz

Der Student hat seine Entdeckung an das United States Computer Emergency Readiness Team (US-CERT) weitergeleitet. Dieses hat daraufhin eine Warnung veröffentlicht. Laut Viehböck hat aber kein Hersteller bisher ein Firmware-Update bereitgestellt. Der Aufsatz Brute forcing Wi-Fi Protected Setup - When poor design meets poor implementation, in dem Viehböck das Problem beschreibt, ist online abrufbar. (soc)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 151
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Promille Prolet
00
18.1.2012, 10:10
was ist ein wps und wie schaltet man es ab?

Tox in
00
12.1.2012, 10:37
Sicher zu 100% ist nie was...

...Das wirds nie geben. Sicherheitslücken ziegen schön und gut, aber BruteForcemethoden werden immer funktionieren auf diese oder andere Weise. Wenn man ein Passwort hat um hier und dort rein zu kommen funktioniert Brute-Force immer. Man kann es nur erschweren. SUPER-Sichere-Passwörter wie z.b: GrosskleinZahlenundSonderzeichen (theoretisch bei einem 14 stelligen code (24 Buchstaben mal 2 zwecks Großbuchstaben +10 (Zahlen 1-2-3....8-9-0) plus Sonderzeichen (z.b/"§)also ohne Sonderzeichen wär das schon (58¹4 = 58 hoch 14 (KLEINGROSSNUMMER)Möglichkeiten). Das würde sich dann kein Skriptkiddie bzw. Cracker vielleicht antun. Ein echter "Hacker" hat andere Möglichkeiten, der braucht sowas gar nicht...

-[daV bOz]-
40
30.12.2011, 19:36
MBR
00

sehr madig

zwergerl
11
30.12.2011, 13:27
Analogie in die analoge Welt

Jeder halbwegs geschulte Schlosser kann so ziemlich jedes Auto innerhalb der besagten 5.500 Sekunden öffnen.

Ich glaube die verbringen nur weniger Zeit in Foren um sich gegenseitig zu erzählen wie scheiße es ist sein Auto zuzusperren.

vandermonde
01
12.1.2012, 12:15
Die Konsequenzen sind...

...beim Computer aber möglicherweise größer. Das geht vom Netbanking bis zu Firmengeheimnissen auf dem privaten Rechner.

aero seven
02
30.12.2011, 20:16

dazu braucht er allerdings physikalischen zugriff auf besagtes auto. und er kann nicht damit fahren, ohne dass sie es bemerken, er kann ihnen nicht während sie drin sitzen das handschuhfach ausräumen... man könnt ewig so weiter machen, aber ich denke es gibt da offensichtlich probleme mit wlan/auto vergleichen.
;-)

Heavyweather
01
30.12.2011, 18:46

In 5500 Sekunden kann ich locker 500 Autos aufmachen...

Heavyweather
15
30.12.2011, 13:08

Ich lasse mein Wlan aus Prinzip offen. Mein Nachbar kann sich selbst z.B. kein Internet leisten. Er und eine Kinder sollen aber auch Zugang zur Informationsgesellschaft haben.

Die Hersteller sollten die Router lieber mit einem Mesh Protokoll ausliefern das der User beim Einrichten eines unlimited Zuganges freischalten kann..von mir aus mit Limits und Priorität für den Besitzer. Kaum jemand kann seinen Zugang wirklich ausnutzen.
In der Stadt hatte ich selbst auch www.Funkfeuer.at
Das Netz wäre schneller, billiger, demokratischer und anonymer mit solchen Inovationen.

nawas
41
30.12.2011, 18:26

... ich hoffe dir ist bewusst, dass du dich strafbar machst, wenn du dein WLNa offen lässt und jemand darüber in einschlägigen Foren postet... habe es bei einem kollegen erlebt, dem letztes jahr die kripo aus diesem grund einen besuch abgestatt hat und seine rechner kassiert hat.

Heavyweather
02
30.12.2011, 18:45

Macht sich das Einkaufszentrum auch strafbar mit seinem offenen Wlan? McDonalds? Starbucks? ....die Stadt Wien?

Postingname 2.0
00
31.12.2011, 20:34

Bei den meisten "offenen" WLANs (Netwave u.a.) kommt erstmal eine Webmaske, über die du bestätigst, die AGB gelesen zu haben. Da steht dann natürlich drin, dass du und nur du die allfällige Verantwortung für deine Aktivitäten im WWW übernimmst.

Heavyweather
12
30.12.2011, 18:44

Strafbar macht sich jemand der eine Straftat begeht.

Hier hinkt einfach nur die Rechtsprechung der Technologie hinterher.

Wie ist deine Geschichte weitergegangen?

Heavyweather
11
30.12.2011, 13:02

Ich habe mein Wlan gleich offen gelassen.
Mein Nachbar benutzt meine Leitung schon seit Jahren mit.

Zum Glück haben wir ja alle unlimited und rund um die Uhr kann man das ja alleine eh nicht ausnutzen.

Bin dafür dass alle Router vom Hersteller ein Mesh Protokoll bekommen, würde das Netz schneller, billiger und anonymer machen.

www.funkfeuer.at hatte ich auch als ich in Wien gewohnt habe.

Freimaurer 34. Grad
00
30.12.2011, 14:07

sie wissen aber schon dass wenn ihr nachbar oder wer auch immer über ihren anschluß kompromitierende inhalte lädt dies zu einer strafanzeige gegen sie kommen kann?

Heavyweather
06
30.12.2011, 14:14

Geh bitte.
Und Provider werden sicher auch für ihre anonymen Wertkartenkunden haften...
Das Donauplex wird auch jede Woche von angezeigt weil wieder alle utorrent darüber laufen haben lassen ;)

Wenn man sich ständig vor jedem Mist angackt wird das nix mit der Freiheit.

Wir brauchen mehr anonyme Mesh Netze damit die Verfolgung endlich aufhört.

Freimaurer 34. Grad
00
31.12.2011, 11:26

ich brauch keine angst haben ich konsumiere keine gefährlichen inhalte.

aber zu mesh vermute ich wenn da alle mitmachen würden, wird einfach abgedreht weil die terrorgefahr dadurch erhöht wird.

diese keule zieht eigentlich immer, deshalb wird sie auch so oft hervorgeholt.

RS69
 
01
31.12.2011, 17:21

"aber zu mesh vermute ich wenn da alle mitmachen würden, wird einfach abgedreht weil die terrorgefahr dadurch erhöht wird."

Das wäre die Begründung. Real geht's aber um Geld und Überwachbarkeit.

Heavyweather
01
31.12.2011, 11:45

cloud computing und spontane Netze gehen genau in diese Richtung. Abdrehen geht dann nicht mehr so einfach. Nur die Uplinks ins heimische Internet vielleicht. Dann hilft noch ein Länderübergreifendes mesh. Man kann files auch anonym direkt zwischen Endgeräten tauschen. Verhindern kann man Kommunikation nie ganz.

PjotrV
00
30.12.2011, 11:53

Hab ich jetzt endlich ein ach' so tolles Schloss an der Tür, und jetzt kann jeder Einbrecher nach x-tausend Versuchen und 10 Stunden Arbeit meine Türe knacken - so ein Mist!

Wie wäre es mit Althergebrachtem? 10 Versuche, dann ist Feierabend.

Mohl
 
00
30.12.2011, 15:12
Naja

Wenn jemand 10 Stunden an ihrer Eingangstür rumbastelt fällt das so ziemlich allen auf, es sei den, Sie wohnen in einer einsamen Berghütte. Bei WLan hingegen fällts kaum auf, es sei denn, sie kontrollieren alle 10 Stunden die Protokolle...

RS69
 
00
31.12.2011, 17:23

Im Wesentlichen geht's um angemesene Sorgfalt.

Irgenwen gibt's immer, der knacken kann.

Wenn's das Notebook und das Geld am Tisch im Hotel lassen, war es Fahrlässig - im Safe zahlt die Versicherung, auch wenn es genauso wegkommen kann.

TRex30M
10
30.12.2011, 11:00

Einerseits ist es ja gut, dass Experten auf Lücken aufmerksam machen.
Andererseits, gebe es solche Experten u. die kriminellen Gegenteile davon nicht, dann wäre es wirklich fein, wenn man einfach nicht weiss, dass es den Bug gibt und könnte ihn ignorieren....
Bei mir ist WPS sowieso abgeschaltet... :-/

MBR
12
30.12.2011, 17:03
genial!

wenn keiner das system versteht, können sicherheitslücken nicht ausgenutzt werden!
ihr brillanter einfall wird die it grundlegend revolutionieren.
ich bin daher für ein generelles verständnisverbot um absolute sicherheit gewährleisten zu können.

arbeiten sie bei der legislative?

TRex30M
00

Irrelevant wo ich arbeite.
War eine rein theoretischer Gedankengang von mir, wo ich selber weiss, dass es praktisch nicht umsetzbar ist.
Das scheinen sie nicht verstanden zu haben, sie Genie.

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