Die Regierung will dem Handel die Marge bei Grundnahrungsmitteln kürzen
Belgrad - Die serbische Regierung plant, dem
Kleinverbraucher unter die Arme zu greifen. Medienberichten vom
Donnerstag zufolge dürften die Handelsmargen für die grundlegenden
Nahrungsmittel - Milch, Fleisch, Zucker, Mehl und Speiseöl -
womöglich schon im Laufe des Tages auf 10 Prozent eingeschränkt
werden. Derzeit bewegen sie sich bei Nahrungsmitteln auf 23 Prozent,
bei anderen Produkten sogar auf bis zu 40 Prozent.
Die Reduktion der Handelsmargen dürfte zu Preissenkungen zwischen
10 und 15 Prozent führen, berichtete der Sender "B-92" unter Hinweis,
dass man im heimischen Handel meist durch Preiserhöhungen gegen die
Finanzschwierigkeiten vorgeht.
"Die Ausgaben für die Nahrung haben in Serbien bis zu 43 Prozent
des Familienbudgets erreicht", stellte Vojislav Stankovic aus der
Wirtschaftskammer fest. Er hält die Senkung der Handelsmargen für
eine unerlässliche Maßnahme angesichts des sinkenden Lebensstandards
und der Arbeitslosigkeit. Diese beläuft sich laut Amtsangaben auf 22
Prozent. Mancher Wirtschaftsexperte glaubt, dass sie in der Tat
wesentlich höher liegt.
Verbraucher haben unterdessen auch andere Sorgen. Man befürchtet
nämlich, dass die Reduktion der Handelsmargen zu einer Warenknappheit
führen könnte. Die Erinnerungen an die späten 1980-er und 1990-er
Jahre, als dies der Fall war, sind noch wach. (APA)