Versteckt

AK kritisiert Nebenspesen bei Krediten

29. Dezember 2011, 11:06
  • Artikelbild
    foto: arbeiterkammer/lisi specht

Kammer fordert verpflichtende Spesen-Veröffentlichung im Internet

Wien - Die Arbeiterkammer kritisiert, dass die Banken bei Hypothekarkrediten oft hohe versteckte Nebenspesen in Rechnung stellen und verlangt deshalb, dass die Banken verpflichtet werden, ihre Preise im Internet zu veröffentlichen. Nebenspesen sollen im Kreditvertrag angegeben werden müssen und auch in die Berechnung des effektiven Jahreszinses kommen. Insgesamt seien die Spesen bei Sparbüchern, Wertpapieren, Krediten und beim Zahlungsverkehr seit Mai im Großen und Ganzen gleich geblieben - das zeigt das aktuelle AK Bankenmonitoring bei 13 Banken und insgesamt 689 Einzelpreisen.

"Elf der 13 Banken haben die Preise fürs Sparen, für Kredite, Wertpapiere und den Zahlungsverkehr gleich gelassen", so Gabriele Zgubic, Leiterin der AK Konsumentenpolitik. Zwei Banken haben etwas an der Gebührenschraube gedreht - bis zu 2,44 Prozent. Die bankdirekt.at hat erneut die Spesen für das Schließen eines Dauerauftrages ein wenig angehoben. Die Santander Bank hat neun Gebühren geringfügig erhöht.

Von den 13 geprüften Banken bieten zehn Wohnfinanzierungen an. Besonders auffällig: Die überprüften Nebenspesen beim Hypothekarkredit sind zwar stabil geblieben, aber teilweise sehr hoch. "Die Gebühren sind oft versteckt, da sie in den Preisaushängen, Kreditofferten oder in den Kreditverträgen selbst nicht immer angegeben sind", kritisiert Zgubic am Donnerstag in einer Aussendung. "Die Kreditspesen können sich somit bis zum Vertragsende ziemlich läppern."

Das AK Bankenmonitoring zeigt konkret bei den Spesen für den Hypothekarkredit: Die Kontoführungsgebühren für das Verrechnungskonto beim Hypothekarkredit belaufen sich auf 4,80 bis 22,50 Euro pro Quartal. Die Schätzungs- und Bewertungsspesen für die Immobilie (einmalig zu Vertragsbeginn) machen 109 bis 700 Euro aus. Die Bankspesen für die Löschungsquittungserklärung betragen 50 bis 216 Euro. "Die Gebühr verlangen Banken zu Vertragsende für die Löschung der Hypothek im Grundbuch", sagt Zgubic. "Konsumenten sind von der Gebühr meist überrascht, wie Beschwerden in unserer Beratung zeigen. Konkret berichten uns Konsumenten, die Löschungsgebühr würde einfach verrechnet. Aber in den Kreditverträgen finden sie nichts über die Spesen bei Beendigung des Kreditvertrags." (APA)

Gabriele Zgubic, Leiterin der AK Konsumentenpolitik: "Die Kreditspesen können sich bis zum Vertragsende ziemlich läppern."

Kommentar posten
13 Postings
das ist fix
00

Die AK sollte generell von Konsumkrediten abraten.

Android1337
01
30.12.2011, 06:24
Seit Einführung des Verbraucherkreditsgesetzes 2011

müssen alle diese Spesen in der Gesamtbelastung, der Rate und der Effektivverzinsung ausgewiesen sein. Ich verstehe das Problem also nicht.

q1200
 
02
29.12.2011, 22:50
Die Daseinsberechtigung

wieder mal noch rechtzeitig zum Jahresende bewiesen.
Der AK wär es am liebsten, wenn alles überall gleich viel bzw. wenig kostet, von Brot und Bier zu Wintereifen, Bankspesen, Telefontarife und Leberkässemmeln.
Empfehlung an die AK: lest mal ein Buch wie Wirtschaft funktioniert und hört auf alle Konsumenten für unmündig zu erklären.

badaussie
00
13.1.2012, 17:37
Blauäugigkeit ...

... nenn ich das, wenn jemand behauptet, der 'einfache' Konsument könne sämtliche (Kredit-)Vertragsklauseln, die von hochbezahlten Juristen formuliert und verklausuliert wurden, versteht und deren Konsequenzen bis ins Detail (Geldbörsel) beurteilen kann. Pah!

DirtyHarry
52
29.12.2011, 13:38
Ich

kritisiere, dass ich zwangsweise bei der AK Mitglied bin.

gulba
 
00
29.12.2011, 22:39
ich ...

an ihrer stelle würde kritisieren das man geboren wurde

Gerhard Müller
00
29.12.2011, 17:14
selbst schuld

wenn du arbeitest. Geh stempeln.

Markus1975
00
29.12.2011, 13:26
Weg mit den Zusatz und Nebengebühren

Liebe AK,
Warum wird nicht endlich etwas gegen diese Gebühren gemacht ? Ich kann mir schwerlich vorstellen, dass diese gesetzlich gedeckt sind...

Mork vom Ork
00
29.12.2011, 19:40

nö, aber vertraglich sind sie gedeckt ... und eine löschungsquittung muss man immerhin notariell beglaubigt fertigen.

Peter_23
23
29.12.2011, 11:26
Da merkt man, dass auch die AK nur eine "Systemerhaltungsinstitution" ist

Statt klar und deutlich vor dem Schuldenmachen zu warnen, da mit viel Schuldenmachen eben sehr wahrscheinlich der (Privat)konkurs mit all seinen Problemen und Entbehrungen als Schuldsklave verbunden ist, moniert man nur irgendwelche "Nebenspesen".

Da auch die AK, als "Systemerhaltungsinstitution", das eigentliche Problem des Zins und Zinseszins nicht direkt ansprechen darf, das wäre ja politisch nicht korrekt, wird das Problem in hübschen Schönsprech als "Nebenspesen" tituliert. Ach wie hübsch.

Nur leider wird durch eine hübsche Bezeichnung das Grundproblem um den Zins und Wucher beim Schuldenmachen/Krediten nicht besser.

DirtyHarry
01
30.12.2011, 19:25

Das Problem ist nicht der Zins, sondern die Tatsache, dass heute Kredite für Konsum aufgenommen werden, früher gab es die nur für Investitionen, die auch eine Rendite erwarten ließen, von welcher dann die Zinsen bezahlt werden konnten.

DirtyHarry
01
30.12.2011, 19:21

Die AK sollte einmal eine Aussendung machen, aus der klar hervorgeht, dass Konsumkredite* grundsätzlich ein Wahnsinn sind.

*=Kredite für Auto, Möbel, Reisen, E-Geräte, etc.

Gobi Todic
00
29.12.2011, 19:11
informier dich bevor du suderst!

z.b. für jugendliche:
http://www.akstmk.at/online/pa... php?P=1056
---
für schuldner:
http://www.akstmk.at/online/pr... -1881.html

plus präventionsarbeit mit der schuldnerberatung in schulen usw.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.