Trauerzeit beendet

Kim Jong-un oberster Führer Nordkoreas

29. Dezember 2011, 10:48

Er erbe Ideologie, Charakter und "die revolutionäre Sache" von seinem Vater

Pjöngjang - Nordkorea hat am letzten Tag der offiziellen Trauerzeit für den Alleinherrscher Kim Jong-il dessen Sohn Kim Jong-un zum obersten Führer ausgerufen. Kim Jong-un erbe Ideologie, Charakter und "die revolutionäre Sache" von seinem Vater, rief das protokollarische Staatsoberhaupt des kommunistischen Landes, Kim Yong Nam, am Donnerstag vor Zehntausenden Menschen auf einem Platz im Zentrum Pjöngjangs.

Wie im Fernsehen zu sehen war, sprach Kim Yong-nam von einem Balkon über dem nach dem Staatsgründer und Vater des verstorbenen Machthabers benannten Kim-Il-sung-Platz vor zehntausende Soldaten und Zivilisten. An seiner Seite stand in einem dunklen Mantel Kim Jong-un. "Das große Herz von Kamerad Kim Jong-il hat aufgehört zu schlagen", sagte Kim Yong-nam. "Ein so unerwarteter und vorzeitige Abschied ist der größte und unglaublichste Verlust für unsere Partei und die Revolution."

Schweigen

Kim Jong-un übersah nach Berichten des Staatsfernsehens bei der zentralen Gedenkfeier für seinen Vater in Pjöngjang an der Seite von ranghohen Militärs und Parteifunktionären von dem Balkon aus die Menge. Während der Veranstaltung verharrten die Menschen drei Minuten lang in Schweigen. Danach waren den Berichten zufolge im ganzen Land Schiffssirenen und Signalhörner von Zügen zu hören.

Einen Tag nach der Beisetzungsfeier versammelten sich 100.000 Soldaten in Uniform sowie Zivilisten bei kaltem, aber sonnigem Winterwetter, um dem Toten in Stille zu gedenken.

Der Militärvertreter Kim Jong-gak versicherte dem neuen Führer die Treue des Militärs. Die Armee spielt mit 1,2 Millionen Soldaten eine wichtige Rolle in der Politik Nordkoreas. Zum Abschluss der Kundgebung wurde die Internationale gespielt, bevor Kanonen 20 Salutschüsse abfeuerten. Anschließend wurde im ganzen Land eine dreiminütige Schweigezeit abgehalten.

Trauerzeit beendet

Mit der Zeremonie endete offiziell die 13-tägige Trauerzeit. Der langjährige Machthabers war am 17. Dezember im Alter von 69 Jahren gestorben und am Mittwoch beigesetzt worden. Er hatte seinen jüngsten Sohn schrittweise auf die Nachfolge vorbereitet.

Die Gedenkzeremonie begann mit einem stillen Gedenken an dem Mann, der seine 24 Millionen Untertanen seit seiner Machtübernahme nach dem Tod seines Vaters Kim Il-sung 1994 mit eiserner Hand führte. Ein Meer aus Soldaten bevölkerte den Platz. (APA)

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18 Postings
vheissu
00
29.12.2011, 21:02

wer das Fernsehereignis des Jahres – noch vor der Hochzeit von Will & Kate – versäumt hat:

http://youtu.be/UVFVF2pgoxg
http://youtu.be/X2BIuw-pO3s

helpu
00
30.12.2011, 22:40

weiss jemand, wie die playback trauermusik zu beginn heisst?

Lim
02
29.12.2011, 13:48

Ob die Stelle auch ausgeschrieben war? :P

raff1
00
29.12.2011, 22:21
der khg landete nur mit einer stimme am zweiten platz

bei diesem regime.

vheissu
00
29.12.2011, 12:53

Le roi est mort, vive le roi!

Eins von Gottes Ebenbildern
15
29.12.2011, 10:25

Ironie des Schicksals oder Wiederholung der Geschichte, dass die kommunistische Revolution zu einer stalinistischen Dynastie führt...

Die Französische Revolution gebar ein Kaiserhaus, die Koreanische Revolution die Kim-Erbmonarchie.

lg mensch

computermaster
70
29.12.2011, 11:28
Welche Schule lehrt das?

Revolutionen sind an sich da, um die, die Macht haben zu vertreiben oder zu töten (mehr als 25.000 Edelschmarzotzer wurden damals entfernt - was uns auch wieder gut tun würde) und dann selbst die Macht zu ergreifen. Und nichts wird besser.

Bei der franz. Revolution wurde der Staatsvertrag aufgesetzt, wie er in dieser Form nicht vorhanden war. USA hatten einen, Frankreich durfte nur träumen. Es gab danach die Altaristokratie, die die Macht verloren hat und die neue napoleonische Aristokratie, der Macht gegeben wurde. Napoleon hat den rückständigen Ländern rundherum mit Macht neue Gesetzvorlagen gegeben (sehr zur Freude von z.B. Juden) und ist dann irgendwann abgebrannt. Kaiserhaus? Halbwahrheiten?

Eins von Gottes Ebenbildern
14
29.12.2011, 11:59

Die Revolutionen haben schon Gutes auch hervorgebracht, verstehen sie mich nicht falsch...

So wäre die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ohne die französische Revolution undenkbar gewesen. Auch Napoleon hat humanistisch geprägt Gutes gebracht, so zum Beispiel den Code Civil udglm.

Dennoch ist es unbestreitbare historische Tatsache, dass sich der Korse im unmittelbaren Anschluss an die Wirrnisse der Revolution selbst zum Kaiser krönte (auch Kaserhaus, immerhin bis zum III.)

Die kommunistischen Revolutionen dürfen es sich auf die Fahnen heften, zu einer Neubewertung der Arbeit beigetragen und die Gleichstellung von Männern und Frauen gefördert (nicht verwirklicht) zu haben.

lg mensch

Santino Corleone
01
30.12.2011, 11:22
Vor allem dürfen sich die Kommunistischen Revolutionen

den gewaltsamen Tod von Millionen Menschen auf die Fahnen heften

pluralis modestatis
00
29.12.2011, 13:34
Revolutionen haben etwas Gutes

kann man auch so verstehen:

Opfer von Menschenleben sind gerechtfertigt, wenn es mir (uns) heute besser geht.

Ein Menschenfreund

Eins von Gottes Ebenbildern
01
29.12.2011, 14:22

Ich habe den Eindruck, dass Sie in mir einen Freund blutiger Revolutionen sehen. Der Eindruck täuscht! Ich bemühe mich nur Dinge von allen Seiten zu betrachten.

Das mit Revolutionen idR verbundene Leid ist ein teuerer Preis, insbesondere wenn man sich ansieht, welche tatsächlichen Ergebnisse die Revolutionen gebracht haben. Dennoch, mit den Augen der jeweiligen Zeit betrachtet, mag das Anzetteln blutiger Aufstände gegen die Herrschenden ein gangbarer Weg sein. Unterm Strich bleibt halt nichts über.
Robbespierre - Bonaparte
Lenin/Trotzki - Stalin von diesem direkt zu Kim il Sung

lg mensch

pluralis modestatis
02
29.12.2011, 13:30
Menschenrechtserklärung

Irrtum:

die franz. Revolution war die blutige Neuauflage der amerikanischen Revolution.

Die "Menschenrechtserklärung" ist inhaltlich eine Abschrift der BILL OF RIGHTS der amerianischen Verfassung.

Die Menschenrechte sind vielleicht eine Erfindung der Europäer, aber eine "Innovation" der Amis. Diese Tatsache sollte unter gebildeten Europäern eigentlich bekannt sein.

Eins von Gottes Ebenbildern
11
29.12.2011, 14:13

tja, Bill of Rights ist gut und schön, Für Europa transskribiert habens dennoch die Franzosen, diese Tatsache sollte unter gebildeten Europäern eigentlich bekannt sein.

lg mensch

vheissu
00
29.12.2011, 13:02
„Neubewertung der Arbeit“

inwiefern?

The Return TO Earth TO Humanity
01
29.12.2011, 13:55

das jede arneit gleich viel wert ist

Eins von Gottes Ebenbildern
03
29.12.2011, 13:40

Vor dem Aufkommen kommunistischer Ideen war die Masse der Industriearbeiter verelendet und rechtlos. Es mussten bis zu 16 Stunden täglich gearbeitet werden, die einzige freie Zeit wurde zum Besuch der Sonntagsmesse gewährt. Auf Arbeitssicherheit wurde aus Kostengründen verzichtet, Kinderarbeit war die Regel. Sich eine Wohnung oder ein Haus für seine oft kinderreiche Familie zu leisten war nahezu unmöglich.

So eigenartig es klingt, waren es Kommunisten und Sozialisten im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert, die maßgeblich zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen, Zurückdrängung der Kinderarbeit, Einführung von Arbeitsschutz und geregelter Arbeitszeit usw. beigetragen haben.

lg mensch

vheissu
00
29.12.2011, 20:23
Okay, da gebe ich Ihnen recht.

Allerdings ist es auch so, dass es in den Staaten, in denen kommunistische Parteien das Machtmonopol innehatten und -haben, es um die Rechte von Arbeitenden auch nicht zum Besten bestellt war (und ist).

Eins von Gottes Ebenbildern
02
30.12.2011, 09:51

Da haben Sie vollkommen recht.

Ich habe mich auch auf die kommunistischen Ideale vor den Machtergreifungen bezogen, als Kommunismus noch basispolitische Arbeit in den Betrieben und Gewerkschaften war.

Wie jede gute Idee wurde auch diese durch die Macht korrumpiert und letzlich gings den Menschen wieder schlechter (nicht alles war schlecht, so war KUBA in den 70ern bis 90ern das Land, das die meisten Ärzte in die dritte Welt entsandt hat und das den Analphabetismus im eigenen Land nahezu ausgemerzt hat; wo steht da im Vergleich dazu Österreich?). Es liegt in der Natur der Menschen, dass Gutes nicht von Dauer sein darf.

George Orwells "Animal Farm" kommt als Axiom der Geschichte immer wieder.

lg mensch

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