Einserkastl rau

ÖVP am Existenzminimum

Einserkastl | Hans Rauscher, 28. Dezember 2011, 19:45

Wenn die ÖVP von der FPÖ verdrängt wird, ist das nicht gut für die demokratische Kultur

Die SPÖ ist ziemlich weit vorn, obwohl die 30 Prozent objektiv ziemlich mickrig sind. Die ÖVP ist schlicht an der Existenzgrenze. 23 Prozent für eine moderat-konservative Partei sind im Europa von heute, wo fast nur noch Christdemokraten und Konservative die Regierung stellen, eine Anomalie. 23 Prozent (in den Umfragen) hatte die Schüssel-ÖVP vor den Wahlen 1999, wo sie sich zu 27 Prozent emporstemmte, aber ein paar hundert Stimmen hinter der Haider-FPÖ lag. Heute liegt die Spindelegger-ÖVP gleich drei Prozentpunkte hinter der Strache-FPÖ. Eine Wiederholung des Schüsselcoups - als Dritter mit Haider zur Kanzlerschaft - ist weder ratsam noch wahrscheinlich. Spindelegger ist in jeder Beziehung kein Schüssel.

Für die zahlreichen ÖVP-Hasser im retrolinken Lager ist das vielleicht Grund zum Frohlocken, sollte es aber nicht sein. Wenn eine bürgerlich-konservative Mittepartei von einer rechtspopulistischen Krawallpartei verdrängt wird, ist das nicht gut für die demokratische Kultur in einem Land, das mentalitätsmäßig ohnehin ziemlich weit rechts steht. Die ÖVP hat die Kompetenz für solides Wirtschaften verloren (danke, Karl-Heinz!) und ist argumentativ nicht in der Lage, dem Populismus von links ("die Reichen" sollen zahlen) und rechts ("Staatsgeld reichlich, aber nur für 'echte Österreicher'!") publikumswirksam zu entgegnen. Wenn sie jetzt beim Sparpaket über den Tisch gezogen wird, ist es aus mit ihr. (STANDARD, Printausgabe, 29.12.2011)

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Rächer der Enterbten1
00
...zunächst dringend den Artikel von Herrn Sperl lesen...

...und die Frage beantworten, wozu man die ÖVP noch braucht.
Außer für die "Vermögenden", Bauern und Beamten einzutreten, können die nix.
ASVG Arbeitnehmer kennen die nicht (und die dafür den ÖAAB nicht)
Eine neue und notwendige Arbeitnehmerinteressen vertretende Partei gibts derzeit nicht, die Grünen als Damenrunde ist nicht wählbar, dann muss man eben nehmen was man kriegt....

Resilienzfaktor
01
30.12.2011, 11:29

Tja, wenn eine "bürgerlich-konservative Mittepartei" sich zunehmend als "rechtspopulistische Krawallpartei" gerieren will, darf sie sich nicht wundern, dass 2-3 "rechtspopulistischen Krawallpartei" für eine "optimale" Zustimmungskurve in diesem Segment einfach zu viele sind.
Detto gilt das für die SPÖ: Wenn sie sich dadurch auszeichnet, zunehmend autoritäre Entwicklungen maßgeblich mitzutragen ("Anti-"Terrorgesetz), in sozialen Fragen versagt (Fremdenrechtsnovellen) und neoliberalen Unfug auch noch selbst propagiert (Schuldenbremse), dann wandern die Stimmen direkt nach rechts.

Das alles hat nix mit ideologischen Gedankenlinien oder moralisierendem Blabla zu tun, sondern ist eine logische Entwicklung (Stichwort: Angebot und Nachfrage).

kater bruno
02
30.12.2011, 08:24

Der Herr Spindelegger sollte mit Strache nicht zu viel reden, denn das Volk hat nicht vergessen, was SchwarzBlauOrange für einen Schaden, für Österreich, angerichtet haben und welche Leute sich alle bereichert haben.

TT1
03
30.12.2011, 11:41
Spindi wird wohl mal mit seinem zukünftigen Chef sprechen dürfen....

Klingt spooky oder?

Trash-Flegel
10
30.12.2011, 06:26
die FPÖ ist der natürliche

Koalitionspartner der SPÖ und paßt auch besser zu Österreich.

Rene Stangeler
15
29.12.2011, 23:38
Warum bloss erinneren mich Rauschers

Absonderungen immer mehr an die vom Unterberger?

mikromalist
 
03
29.12.2011, 21:23
Ja, bedenkt mensch, dass die OeVP immer eine

pointierte Beamten-und-Bauernpartei war, sind 23% noch erstaunlich viel.
OeVP schaffte das Volkarteiimage immer mit den Trick der Bünde. Sie gibt vor, Wirtschaftspartei zu sein, christlich-sozial, ...
Und dann kam Khol auf die Idee der OeVP ein ultra-konservatives Macht-ohne-Mehrheit Konzept zu verpassen. Beschirmt und mit begeisterter Zustimmung von Schüssel.
Nicht ohne Intelligenz.
Und dann kam E Proell. Er dirigiert die OeVP in die dummdreiste Interpretation dieses Konzeptes.
Sie entschied sich für sStemische Korruption und Postenschacher.

Und deshalb sind 23% noch weit nicht das untere Ende.
OeVP hat derzeit NICHTS ihren Untergang zu verhindern.
Sie glaubt ihrem Korruptionsimage durch noch mehr Korruption zu entgehen.

LeMik
01
29.12.2011, 20:05

ruhig war er heute im forum, der rau..

ohne-tee-party
26
29.12.2011, 19:57

lieber retro-links als neo-konservativ

Peter Sichrovsky
20
29.12.2011, 19:53
Rechts-Links-Walzer

All die verstaubten Bilder der musealen Kommentatoren stimmen nicht mehr (es ist unbegreiflich, warum Zeitungen der jungen Journalisten-Generation nicht mehr Raum geben); die Sp ist nicht links so wie die FP nicht rechts ist, die VP so grün wie die Grünen konservativ - die Wähler denken mehrheitlich schon lange nicht mehr in diesen Schuhschachteln mit denen uns die politische Welt erklärt wird. Nur eine kleine Minderheit hat ein ideologisches Motiv bei der Stimmabgabe, die Mehrheit entscheidet sich situativ je nach Angebot/Personen, kategorial und völlig un-politisch. So werden in Zukunft Wahlen gewonnen - und verloren.

FalscherProphet
00
Ja, das verträgt der FPÖ-Sichrovsky

natürlich überhaupt nicht
wenn man zu verstehen gibt, dass seine (Ex-)Partei ein einziger schäbiger Schandfleck ist.

Da kommt der prototypische Mitläufer-Peda aus dem Sudern gar nicht mehr heraus.

i-tüpfelchen-reiter
00
30.12.2011, 08:42
da muss ich ihnen leider widersprechen

"die xxx hab ich schon immer gewählt, also wähl ich sie wieder"

J. Reichhart
01
30.12.2011, 06:44
dass die fp vor allem eins ist: machtgeil und

gierig an die tröge des unerschöpflich sprudelnden steuergeldes zu kommen, das steht fest.

rechts ist sie nur, insofern es nützt die vorurteile und ressentiments der wählerschaft zu nutzen und zu verstärken.

warum es in öst. keine linke protestpartei und nur eine rechtsrabiate hetzpartei wie die fpö gibt, liegt an unserem gründunsmythos: wir waren opfer und nicht täter, also brauchte es auch keine aufarbeitung und aufklärung der braunen vergangenheit. das hamma mit der ehem. ddr gemeinsam. auch dort sind neo- und altnazis politisch aktiv. im gegensatz zur ehem. brd, wo es keine rechtspopulistische rozzerpartei gibt.

LeMik
00
29.12.2011, 19:46
..link zu einer retrolinken övp-hassenden tageszeitung..

http://derstandard.at/132450156... uldenkrise

Cato lebt!
02
29.12.2011, 19:43
aha.

es sind also die wähler schuld, dass diese partei absäuft?

was können die wähler denn dafür, dass das geistig, humanistisch oder volkswirtschaftlich verständige politikersegment in dieser partei sukzessive rausbugsiert wurde?

das konzept, die övp als suburbane proletenpartei zu etablieren konnte nicht funktionieren, das war klar, trotzdem wurden leute wie j rauch ins generalsekretariat oder j mikl-leitner ins innenministerium gehievt - wozu?

dass sich in dieser partei niemeand über das nahezu lückenlose politikversagen der letzten jahre wundert oder dies zu beenden versucht ...
... kann wahrscheinlich nur noch mit psychologie erklärt werden.

spiehsbürger
01
29.12.2011, 19:35

so ist das in der demokratie. parteien entstehen, werden gewählt oder vergehen. auch die spö ist dem untergang geweiht. die werkttätigen massen vertritt sie schon lang nicht mehr......

Aung San Suu Tschi
 
11
29.12.2011, 19:30
Retro-Linke aller Länder vereinigt Euch !

Wir Retro-Linken sind gerade dabei uns mit den jungen Occupy-Leuten auf beiden Seiten des Atlantik, mit den Attac-lern, mit den wirklich gläubigen Katholiken u.a. Christen, mit den echten Grünen, Roten & Dunkelroten, mit vielen Volkswirten, mit Initiativen in der Steiermark und Tirol, mit gequälten Griechen, mit Arbeitern in Mailand und und und zu vereinigen.

Und wir WERDEN dieses System umbauen und NUR DADURCH am Leben erhalten, wie das Retro-Linke wie George Soros, Warren Buffet, Dominique Strauss Kahn (weshalb seine Sucht öffentlich gemacht wurde), Josef E. Stiglitz u.a. angesichts der Weltwirtschaft fordern.

Und das Tollste: Verdiente Publizisten wie Hr. Rauscher werden FÜR uns schreiben (weil sie immer auf der Seite der Sieger sind).

lunatico
00
29.12.2011, 19:20
welche demokratische kultur?

dass man sich einmal in vier jahren aussuchen kann, von welchen gfrastern man sich die kommende legislaturperiode lang belügen lassen will?

OphiuchuS
03
29.12.2011, 19:18
Das Problem ist nur:

hat die ÖVP was zu sagen ist es erst recht schlecht um die "demokratische Kultur" bestellt - Schüssel & CO haben das Land ordentlich heruntergewirtschaftet. Und jetzt soll ich bedauern, dass die Partei in Richtung 20% trudelt? Noch dazu, wo Spindelegger wohl jederzeit erneut mit der FPÖ koalieren würde?

Und was ist "Retro-link"? Ein anderes Wort für "Links-link"?

Karl Kuketz
32
29.12.2011, 19:06
schon in den 30er Jahren haben Sozialdemokraten

geglaubt, dass sie mit den Branuen besser fahren als mit den Schwarzen.
Das Forum belegt, dass der Hass auf die ÖVP immer noch blind macht.
Die SPÖ ist natürlich auch nicht "besser" als die ÖVP. Augenfällig zuletzt belegt durch die Machenschaften um den kleinen Pelinka (was natürlich kein singuläres Geschehen ist).

http://www.bsa.at/ueber-den... erbericht/
http://sciencev1.orf.at/science/news/131862
http://www.gegenrechts.at/rechtsext... nach-1945/

Radio ZU
03
30.12.2011, 10:37
seien sie mir nicht böse,

aber wenn sie aus der geschichte der ersten republik als einzige lehre ziehen, dass die sozialdemokraten die braunen unterstützt haben und nicht die schwarzen, dann haben sie absolut keine ahnung!!!

war es nicht vielmehr so, dass die austrofaschisten die roten niedergemacht haben, und so den braunen reihenweise die leute zugetrieben haben? (wiedereinführung der todesstrafe, bürgerkrieg, arbeiterschauprozesse, verbot der spö, etc....).

die bauernpartei mit ihren intellektuellen kapazundern wie dollfuss, staremberg, schober, etc. war dermaßen in ihrem sozihass blockiert, dass sie offenbar völlig übersehen haben, dass der feind der lachende dritte war.

aber was reg ich mich auf ....

socram
00
29.12.2011, 18:43

und was machmer jetzt?

WässrigesWienerWürstchen
03
29.12.2011, 18:29
die ÖVP muss weg

bula sagt
02
29.12.2011, 18:14
zahlreiche vorposter haben schon

bestens die defizite der övp aufgezählt.
das existenzminimum ist allerdings noch immer erst 4% und obwohl die 4 zwar der derzeit für die övp zu vergebenden schulnote entspricht, ist sie noch weit davon entfernt. und wird es auch bleiben.
denn die nutzniesser des in guten zeiten aufgebauten filzes - und derer, die glauben früher oder später ebenfalls unter den lodenmantel schlüpfen zu dürfen - sind noch immer für 15-20% schlecht.
der platz in der mitte - um den sich nun bereits drei parteien streiten - wird immer weniger.
so wie övp agiert wird sie der hauptverlierer in diesem segment werden.
übrigens wird kommentiertes retroschubladendenken die sache nicht besser machen.

Dilbert
03
29.12.2011, 18:12

Die ÖVP ist jetzt dort wo sie hingehört. Eine Partei die seit Jahrzehnten jede Modernisierung verhindert muss weg.

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