Alkoholpräsenz in den Medien

Alkohol, dein Freund und Helfer

Leser-Kommentar | 29. Dezember 2011, 09:26

Alkohol in den Medien als Retter und Helfer zu präsentieren verstößt klar gegen Kernaussagen des Selbstbeschränkungs-Kodex des Österreichischen Werberats. Eh klar, aber...

Alkoholismus zerstört Menschen, macht Menschen und Familien kaputt und bringt viel Leid mit sich. In Österreich sind viele Menschen von Alkoholabhängigkeit betroffen, viele weitere fallen in die Rubrik "Alkoholmissbrauch" und sind gefährdet, in die Abhängigkeit zu rutschen.

Gratwanderung zwischen Genuss und Sucht

Gerade weil der Grat zwischen Genussgut und zerstörerischem Suchtmittel schmal sein kann, ist ein verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol und eine Bewusstseinsbildung wichtig. Leider laufen einige mediale Publikationen in die entgegengesetzte Richtung. Mit den unterschwelligen Mitteln der Werbung und der vorbildhaften Darstellung im Fernsehen werden Menschen dazu angeregt, im Alkohol Hilfe zu suchen.

Fragwürdige aktuelle Plakatserie

Eine Ottakringer-Plakatserie hat uns betroffen gemacht. Die Plakate präsentieren das Bier als "Helfer" und animieren so zu Alkoholkonsum aus emotionalen Gründen (Stress, Einsamkeit etc.). Einige Beispiele: "Ist die Stimmung im Keller, muss man sie raufholen." Ein anderes Beispiel: "Das Ende jeder Durststrecke", oder: "Abend ist immer Feierabend. Dank uns".

Als wir uns damit an Ottakringer wandten, reagierte die Marketingleitung mit einem Brief, in dem sie ihre Werbeslogans verteidigte und versicherte, sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst zu sein. Daneben erhielten wir Gutscheine für eine Brauereiführung. Damit fühlten wir uns eher auf den Arm, als ernst genommen.

Alkohol als Retter und Helfer zu präsentieren verstößt klar gegen Kernaussagen des Selbstbeschränkungskodex des Österreichischen Werberats, dass Werbung soll nicht den Eindruck erwecken solle, "Alkoholkonsum (...) könnte mithelfen, private und soziale Probleme zu lösen."

Verantwortung der Medien

Im Unterhaltungssektor propagieren Fernsehsendungen wie "Mein cooler Onkel Charlie" einen äußerst fragwürdigen Umgang mit Alkohol. Das muss wirklich nicht sein - der Profit der Einnahmen (der Medienunternehmen, Getränkefirmen oder durch dazugehörige Steuern) darf nicht höher gestellt werden als die Menschen, die davon betroffen sind!

Wir appellieren darum eindringlich an die betroffenen Unternehmen und Kontrollorgane wie den Publikumsrat des ORF, ihre (selbst proklamierte) soziale und ethische Verantwortung aktiv wahrzunehmen. Darüber hinaus plädieren wir für Maßnahmen der Regierung, die Alkoholwerbung auch in den Printmedien sinnvoll einzuschränken (z.B. keine Werbung in der Nähe von Schulen, deutlich sichtbarer Hinweis auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkoholkonsum).

Die so wesentliche Vorbildwirkung für einen gesunden Umgang mit Alkohol fängt zu Hause an und geht bei den Medien weiter. Setzen wir Schritte für eine gesunde Zukunft. Zum Wohl von uns, unserer Kinder und unserer Mitmenschen. (Leser-Kommentar, A. Kollmann, J. Cristofolini, M. Bauer, derStandard.at, 29.12.2011)

Autoren

A. Kollmann, J. Cristofolini, M. Bauer aus Wien

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 168
1 2 3 4
Kasperltheater
07
30.12.2011, 08:29
in unserer

Jugend haben wir alle gesoffen und geraucht was das Zeug hielt, oft weil es von den Eltern (bzw. wie die Autoren sich das vorstellen vom Staat) verboten war. In der Zwischenzeit rauchen vielleicht noch 20% (aus vollster Überzeugung und nicht weil sie's nicht lassen können) und Alkoholiker ist niemand geworden, eher im Gegenteil (Marathonläufer und Triathleten). Ich denke es hängt überhaupt nicht von Werbung sonder ausschließlich vom Einzelnen ab, und dieser sollte bitte seine Entscheidung für sich selbst treffen dürfen. Wenn die Werbung Schuld wäre, dann würd's ja nach Gras und harten Drogen überhaupt keine Nachfrage geben.

THX1138
06
30.12.2011, 07:30
der rausch

der rausch (rausch drogen) sind bestandteil ein jeder gesellschafft.
in unsriger ist man aber dabei den umgang mit berauschenden substanzen zu verlien.
konsumkompetenz wäre gefragt keine verbote
ein gute gesunder umgang mit berauschenden drogen
keine verbote

alan watts
20
30.12.2011, 07:16
Ohne Alkohol

ist dieses kranke System offenbar für viele Menschen nicht mehr zu ertragen. Eine Art der Rebellion gegen Konformität und ausgebeutet werden halt. Es gibt aber auch andere Wege der Befreiung, die erfordern allerdings Mut zur Selbstreflexion.

Robert Meiersfelder
 
00
30.12.2011, 12:24
Watts shells

Schicke Schickse
16
30.12.2011, 03:16
Ojemine, dieser "Leser-Kommentar" ist so daneben.

Und diese naive Auffassung über Medienwirkung ist fast schon zum Lachen. Ohne Kenntnis der ziemlich reichhaltigen Fachliteratur wird fröhlich dilettierend das uralte, längst widerlegte Reiz-Reaktions-Modell zum Ausgangspunkt für Medien"kritik" genommen. Hier ein paar Links zur weiteren Information:
http://de.wikipedia.org/wiki/Reiz... ons-Modell
http://de.wikipedia.org/wiki/Medienwirkung
http://de.wikipedia.org/wiki/Nutz... ungsansatz
Lustig ist auch die "Kritik" an "Two And A Half Men". Natürlich wird dort gar nichts "propagiert". Sondern bloß ironisch gebrochen verarbeitet. Ob Alkohol, Müttersöhnchen, Beziehungsunfähigkeit oder Stalking. Aber ich weiß - Humor verträgt sich nicht mit dem Tragen einer ideologischen Brille.

Robert Meiersfelder
 
08
30.12.2011, 01:36
Brav hackeln und immer schön steril bleiben

Bleib schön brav sprach die Mama
geh nicht fort bleib immer da
Wein, Weib und Gesang,
sind dein sichrer Untergang.

Also blieb er brav zuhause,
trank mit Mutti Himberbrause

Erst wenn alle über diesen Kamm geschert
findet er sein eigenes Leben lebenswert

Bis dahin gibt er nicht ruh
kleistert alles mit Verboten zu

Zarathustra
08
30.12.2011, 01:21
Teil 2

..Und weil sie es daheim nie lernten...weil der Vater sie nie auf Augenhöhe behandelte und die Mama sie immer vor allen Bösen in dieser Welt beschützte, hatten sie später diese schwerwiegenden Probleme. Und die Antwort darauf soll sein, dass man diese Fehler nicht nur auf der familiären Ebene belässt, sondern sogar noch auf die Staats-Ebene hinaushievt? Checkt denn hier keiner, dass es genau diese Nannystaat-Mentalität ist, die jede Eigenverantwortung aushebelt und den Menschen das Selbstbewusstsein raubt, weil sie nie unter dem Druck stehen etwas selbst auf die Reihe zu kriegen? Ich hab Anfang und Ende der Odyssee meines Bruders live mitgekriegt. Mir muss keiner was erzählen. Die Antwort darauf können nicht noch mehr Verbote sein.

MrTee
01
12.1.2012, 09:22

Sie haben sooo Recht und mein herzliches Beileid wegen ihres Bruders. Hab auch vor ein paar Jahren einen guten Freund aufgrund dieser Tatsachen verloren =(

Zarathustra
00
12.1.2012, 23:27

Danke für ihre Anteilnahme. Es ist schwer das zu verkraften und noch schwieriger mit Leuten umgeben zu sein, die ständig stupide auf die bösen Drogen als Auslöser hinweisen und fragen "wann er denn dort hineingerutscht ist". Hier trennen Welten die Form der Anschauung. Für die einen gibt es die monokausale Erklärung, über die jene, die diesen Menschen sein Leben lang begleitet haben, nur lachen (oder heulen) können. Es klingt vielleicht nicht einleuchtend, aber ich bin durch den Tod meines Bruders nicht etwa von meiner liberalen Einstellung in Bezug zu Drogen abgekommen, sondern es hat meine Ansichten noch bestärkt. Drogenkranke sind nicht drogenkrank. Sie sind psychisch krank und die Droge (ob legal oder illegal) ist nur das Ventil.

Zarathustra
06
30.12.2011, 01:17
Als jemand, der seinen alkoholkranken und drogenabhängigen Bruder vor 3 Monaten verloren hat, möchte ich hier einmal etwas zu dieser sch... Nannystaat-Mentalität sagen:

Alkohol und Drogen sind NICHT die Ursache für Alkohol- und Drogenabhängigkeit. Diese Menschen haben schon zuvor ein schwerwiegendes psychisches Problem. Die werden nicht durch irgendwelche politisch unkorrekten Plakate zu so einem Leben verdammt. Ich bin in einer Umgebung aufgewachsen in der man von 15-20 Jahren mind. 104 Mal im Jahr betrunken war - bei jedem von uns ging diese Phase nebenwirkungsfrei vorbei. Die Säufer die ich kenne, begannen erst später wieder (und systematisch - nicht aufs Feiern beschränkt) zu saufen, weil sie mit ihren psychischen Problemen nicht klar kamen und nicht umgekehrt und die meisten von denen (inkl. mein Bruder) wurden daheim verhätschelt und lernten niemals Verantwortung zu übernehmen -> Teil 2

Zarathustra
07
30.12.2011, 00:59
Kann man bitte ENDLICH aufhören mit diesen Rufen nach Verboten?

Genügt diesen Leuten nicht, dass sie in Summe 70% ihres Gehalts dafür abführen, dass der Staat auf sie aufpasst und ihnen jegliches Denken, jegliche Verantwortung und jegliches Verantwortungsbewusstsein abnimmt? Es reicht endgültig.

LL MM
04
30.12.2011, 00:14

In Zukunft sollen nur Filme gezeigt werden, in denen nicht geraucht, als härtestes Getränk Kamillentee konsumiert wird und man sich ausschließlich vegan ernährt.

Gewalt darf es natürlich auch keine geben (außer der Gewalttäter ist Raucher, Alkoholtrinker oder Fleischesser). Diesen hat man extrem hässlich zu schminken und zu kleiden.

Natürlich müssen auch in jedem Film neue Aspekte der Genderforschung mit einfließen und eindringlich kommuniziert werden.

Alles andere muss auf den Index und der Konsum von Filmen und Serien, die nicht diesen Ansprüchen genügen, streng verboten werden.

Zarathustra
04
30.12.2011, 01:00
Ehrlich gesagt will ich "vegan leben" nicht unbedingt in der Liga wissen....

....Fleisch essen ist keine Sünde. Das Verbrechen besteht darin, wie die Tiere zuvor behandelt wurden.

Wieviel Demokratie ist es bitte?
00
30.12.2011, 00:00
NUAZO
00
29.12.2011, 23:58

ich bin mir der scheiß doppelmoral bewusst, aber die realität ich darstellen zu dürfen ist faschistoid. aber wie gesagt charlie darf saufen so vieler will solange er keine anderern drogen nimmt, denn die wären ja pöse. haha wers glaubt

kronprinz idared
00
29.12.2011, 23:32
Heimliches Lobbying für "Legalize it"?

Thomas Geißler
00
29.12.2011, 21:52
Krügerl vor'm G'sicht | Bronner & Qualtinger (Live)

Wolltens net selbst so viele G'soffene ham,
gäbe es fürs Saufen net so vü Reklam.
Drum hör i niemals auf, geht a mei Leber drauf
krieg i a Krankengeld, dass i 's versauf'.

http://www.youtube.com/watch?v=LaA-ZbURcnA

derschonwieder
03
29.12.2011, 20:26
Es darf keine werbung ür Drogen geben, also auch nicht für alkohol.

Der Ruf nach dem Verbot von Literatur, Filmen, Sewrien, etc. ist aber nur eines: faschistoid.

maxbz
31
29.12.2011, 19:24

Man sollte nicht Genußtrinker wegen Säufern, die über die Stränge schlagen einschränken.
Was man aber angehen sollte, wäre eine stärkere Verurteilung bei Straftaten unter Alkoholeinfluss, statt wie bisher eine Milderung. Beim Straßenverkehr sollte es die 0,0 Promille Grenze geben. Alkwerbung sollte man verbieten.

NUAZO
00
29.12.2011, 23:55

haha leg das mal auf andere drogen um dann schau ma weiter.

waniwiadawödua
00
29.12.2011, 19:15
akohol..

..die lösung all meiner probleme, die ich ohne ihn nicht hätte.

Club-der-dichten-Toten
00
29.12.2011, 18:29

Kein Alkohol ist auch keine Lösung.
Aber immer aufpassen, Alkohol ist kein Spielzeug!
;-)

onlooker
10
29.12.2011, 21:55
alkohol ist keine lösung?

schauen sie sich einmal die vielen alkoholiker an, die nicht mehr davon loskommen, die eine soiegel haben müssen, damit sie nict zu zittern beginnen, gehen sie doch nach kalksburg und scahuen sie sich die alkoholkiker an wie die sich bemühen von diesem teufelszeug los zukommen, diese leute leben dort etwa 8 wochen und trotzdem ist die rückfallquote über 80%, und wenn dann noch die lifestyle werbung den jungen suggeriert, wie wunderbar es ist, in dem gewässer bier zu kühlen und nachher spass zu haben, werden barrieren überschritten, wer sagt denn den jungen leuten, was falsch und richtig ist ? , aber in österreich wissen doch die alkfirmen wie man die jungen in ihre fänge bekommt, eigentlich verantwortungslos, ich bin nicht gegen alk

Quatremère
00
30.12.2011, 00:00

wieso muss man den jungen leuten alles sagen und vordenken? wir habens ja auch von alleine gelernt. der eine lernt von guten vorbildern, der andere von schlechten.

onlooker
10
30.12.2011, 09:20
sie haben soeben die antwort selbst gegeben,

der hat gute, der andere schlechte vorbilder, und wie wird die zukunft des schlechten vorbildes aussehen?
und wir haben es auch von selbst gelernt, ist es nicht viel leichter, wenn man positive aussagen befolgt? sie wollen alles selbst lernen? ohne anweisungen? dieses problem ist viel zu gross, als dass man dieses vielschichte thema in 750 worten fassen könnte, aber es ist sicher sehr interessant, darüber zu diskuttieren, guten rutsch

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