Neuer Vizepremier

Putins Rasputin wird zum Vize

Gianluca Wallisch, 28. Dezember 2011, 18:51

Kreml-Chefstratege Wladislaw Surkow wechselt Job

Putin ist ein Mensch, der Russland vom Schicksal und von Gott in einer schweren Stunde für unsere große Nation geschickt wurde." So reden nur Verehrer, und Wladislaw Surkow ist einer der glühendsten unter ihnen.

Der Lobbyist mag trotz seiner 47 Jahre jugendlich harmlos aussehen, doch er ist alles andere als ein Newcomer in der Moskauer Politszene. Seit Jahren bewegt er sich im engsten Umfeld von Wladimir Putin. Nun wurde Surkow nur wenige Monate vor der Präsidentenwahl zum Vizepremier bestellt - verantwortlich für die Modernisierung der Wirtschaft. Ob er damit aufgewertet oder beiseitegeschoben wird, um die aufgebrachte Opposition zu befrieden, ist unklar. Jedenfalls galt er bisher als einer der Topstrategen des "Systems Putin".

Über den Sohn eines Tschetschenen und einer Russin spricht man in der russischen Öffentlichkeit nicht gern - als einer der wenigen nimmt sich Milliardär Michail Prochorow, selbst politisch höchst ambitioniert, kein Blatt vor den Mund: "Er ist ein Marionettenspieler, der das politische System vor langer Zeit privatisiert hat, die Medien unter Druck setzt und die Führung des Landes desinformiert."

Der Weg in die innersten Machtzirkel begann in den 1990er-Jahren beim Ölmagnaten Michail Chodorkowski, der später von der Moskauer Nomenklatura fallengelassen wurde. Surkow, der seine Studien der Metallurgie und Theaterwissenschaft nie abschloss, ging in die Werbewirtschaft und zur einflussreichen Alfa-Bank. 1999, in den letzten Monaten der Jelzin-Ära, kam er in den Kreml und wurde stellvertretender Leiter der Präsidialadministration. Dort blieb er rund zehn Jahre.

Surkow stehe längst in ständigem Austausch mit Putin und Medwedew, sagt der im vergangenen Jahr in Ungnade gefallene Gleb Pawlowski, der als Präsidentenberater lange mit Surkow zusammenarbeitete: "Er ist für die Führung unentbehrlich." So unentbehrlich, dass ihn die Financial Times Deutschland bereits mit Michail Suslow, dem KP-Chefideologen unter Leonid Breschnew, oder gar mit Rasputin, dem geheimnisvollen Mönch, der als Einflüsterer des letzten Zaren in die Geschichte einging, verglich.

Privat beschäftigt sich Surkow mit dem Gitarrespiel und der Literatur. Angeblich soll er auch der Autor des Romans Nahe Null sein, der unter dem vielsagenden Pseudonym Natan Dubowizki erschien: Surkows Ehefrau, mit der er drei Kinder hat, heißt Natalia Dubowizkaja. (Gianluca Wallisch, DER STANDARD-Printausgabe, 29.12.2011)

dakakadu
11
29.12.2011, 09:51
..unsern täglichen Anti-Putin Artikel gib uns heute..

Jetzt wirds langsam lächerlich.

mc_abr
01
29.12.2011, 00:18

der nächste leerschuss vom standard. die synopsis einer telenovela mit mystikelementen.

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