Aufsichtsrat der Gelddrucker hatte Problembewusstsein
Wien - In der Causa Banknotendruckerei (OeBS; es geht um den Verdacht auf Korruption per Provision) wurden inzwischen etliche der beschuldigten Aufsichtsräte vernommen. Am 6. Dezember sagte der OeBS-Aufsichtsratschef und Vizegouverneur der Nationalbank, Wolfgang Duchatczek, aus.
Eines der Hauptthemen waren die Geschäfte mit Syrien, wo bis zu 16 Prozent Provisionen bezahlt wurden. Im Februar 2011 verhandelte Duchatczek laut seiner Aussage in Syrien über das Banknotendesign; noch nach Ausbruch der Unruhen waren die Syrer im Mai in Wien. Duchatczek habe den syrischen Notenbankgouverneur damals am Flughafen zu Gesprächen getroffen. Zu einer Finalisierung des Auftrags kam es aber nicht: Im Sommer traten die Sanktionen gegen Syrien in Kraft.
Auf die Frage, warum sich der Syrer an ihn wandte, antwortete Duchatczek: "Wahrscheinlich hat er gedacht, dass es eher zu einer Entsprechung seiner Wünsche kommt, wenn er den Aufsichtsratsvorsitzenden kontaktiert."
Was die fragwürdigen Provisionen allgemein betrifft, habe der Aufsichtsrat "stets" nach deren Zweck gefragt, die Antwort sei immer gewesen, das Geld sei "für Vertriebsleistungen vor Ort" nötig. Warum dann immer wieder gefragt wurde? Duchatczek: "Weil dem Aufsichtsrat bewusst war, dass es sich um einen kritischen Bereich gehandelt hat." (gra, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29.12.2011)