Wiener Center nehmen neuen Anlauf

28. Dezember 2011, 18:23
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Die Gewerkschaft gibt dem Vorstoß keine Chance - sieben Einkaufszentren in Wien wollen es dennoch einmal versuchen. Ziel sind zwei offene Sonntage

Die Gewerkschaft gibt dem Vorstoß keine Chance - sieben Einkaufszentren in Wien wollen es dennoch einmal versuchen. Ziel sind zwei offene Sonntage Ende des kommenden Jahres. Gesucht wird der Dialog mit der Politik.

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Wien - Das Weihnachtsgeschäft ist heuer noch nicht in trockenen Tüchern, da wird bereits ums kommende gerungen. Zweimal ist der Vorstoß einzelner Einkaufscenter-Betreiber für längere Öffnungszeiten im Advent am Widerstand der Politik, der Gewerkschaft und der Mehrheit der Handelsvertreter gescheitert. Nun wollen sie es noch einmal wissen und das Thema für 2012 aufs Tapet bringen.

"Wir probieren einen weiteren gemeinsamen Anlauf und suchen das Gespräch mit Politikern", sagt Peter Schaider dem Standard. Der Chef der Wiener Shoppingcenter Auhof und Riverside will den 23. Dezember, 2012 ein Sonntag, zum Einkaufstag machen und ab zwölf bis 18 Uhr offen halten. Zusätzlich dazu soll es Wiener Einkaufsstraßen bzw. -zentren freistehen, an einem Sonntag im Jahr ihrer Wahl, naheliegend ist im Dezember, mit Events zum Shoppen zu laden.

An einem Strang ziehen sollen neben Schaiders Betrieben unter anderem das Stadion Center, Columbus und Gerngross City Center, die Millennium und die Lugner City. Der Hausherr der Letzteren, Richard Lugner, will bei SP-Bürgermeister Michael Häupl per Verordnung auch längeres Offenhalten an den vier Adventsamstagen durchboxen, statt bis 18 Uhr bis 21 Uhr. Was seinen Mitstreitern jedoch zu weit geht. Der hohe Aufwand stehe nicht dafür, so ihr Tenor, Lugner stehe mit der Forderung weitgehend allein da. "In allen Ländern rundum gibt es hier Bewegung. Nur in Österreich ist im Handel Steinzeit", sagt dieser.

Die Spar-Gruppe als größter österreichischer Einkaufscenterbetreiber sprach sich bisher stets gegen offene Sonntage im Dezember aus. Ihre Supermärkte hält sie an Bahnhöfen sonntags offen, was für Lugner ein Widerspruch scheint.

In der Sparte Handel der Wirtschaftskammer hält man von jeher nichts von offenen Sonntagen: Zu wenige Unternehmen profitierten davon, viele schöpften schon den bestehenden Rahmen nicht aus.

Gewerkschafter Manfred Wolf gibt dem neuerlichen Vorstoß keine Chance. Das Gesetz lasse ihn schlicht nicht zu. Häupl habe immer entsprechend gehandelt. Abgesehen davon, rechne sich die geforderte Ausdehnung wirtschaftlich nicht. "Das kostet mehr, als es bringen würde." Für die Beschäftigten sei das Ganze trotz der Lohnzuschläge uninteressant, meint er. Viele müssten ohnehin schon am 8. Dezember arbeiten. Weihnachten sei für sie die stressigste Zeit. "Ich habe null Verständnis dafür, ihnen noch mehr aufzuhalsen." (Verena Kainrath, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29.12.2011)

  • Bisher prallten Einkaufscenterbetreiber mit ihrem Wunsch nach längeren 
Öffnungszeiten am Widerstand der Handelsbranche ab.
    foto: standard/christian fischer

    Bisher prallten Einkaufscenterbetreiber mit ihrem Wunsch nach längeren Öffnungszeiten am Widerstand der Handelsbranche ab.

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