Voestalpine-Chef Eder

"Leiharbeitern ist Risiko klar"

Interview | 28. Dezember 2011, 18:39
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    foto: ap/dapd/strauss

    Wolfgang Eder will 2012 ohne Kurzarbeit auskommen.

Voestalpine-Chef Wolfgang Eder erklärt, warum er 2012 zwar 800 Leiharbeiter abbaut, er diese aber trotzdem nicht für Mitarbeiter zweiter Klasse hält

STANDARD: Wie viele Leiharbeiter werden Sie 2012 abbauen? Bleibt es dabei, dass Sie bei der Stammbelegschaft keine Streichungen vornehmen werden?

Eder: Die aktuelle Rücknahme der Produktion wird in einigen Bereichen zu einem Abbau von Leiharbeitern führen. Von den derzeit insgesamt rund 4300 in unserem Konzern tätigen Leasing-Mitarbeitern werden davon aus heutiger Sicht aber maximal 20 Prozent betroffen sein. In der inländischen Stammbelegschaft gehen wir unverändert von keinen nennenswerten Veränderungen aus.

STANDARD: Im November sind Sie davon ausgegangen, dass Sie nicht wie 2009 auf Kurzarbeit umstellen müssen. Hält diese Prognose?

Eder: Ja, Kurzarbeit sollte auch 2012 kein Thema werden.

STANDARD: Verstehen Sie Kritiker, die meinen, Leiharbeiter seien Arbeitskräfte zweiter Klasse, die beim kleinsten Gegenwind entlassen werden?

Eder: Leiharbeiter werden üblicherweise für vorübergehende Produktionsspitzen eingesetzt. Sie helfen, um bei zyklusbedingt schwankender Kapazitätsnutzung Auslastungshochs zu bewältigen. Dass sie beim kleinsten Gegenwind abgebaut werden, kann schon insofern nicht stimmen, als wir dann seit Sommer bereits erheblich hätten reduzieren müssen. Im Übrigen ist Leiharbeitern ihr spezifisches Risiko klar, und sie nehmen dies überwiegend auch sehr bewusst in Kauf.

STANDARD: In der Wirtschaftskammer gab es zuletzt Rufe nach einer Reform der Kurzarbeit. Man möchte sich lange Behaltefristen nach Auslaufen der Kurzarbeit sowie Lohngarantien ersparen. Ist das gerechtfertigt? Beim letzten Mal hat das Instrument der Kurzarbeit doch sehr gut funktioniert?

Eder: Die Vorschläge der Wirtschaftskammer orientieren sich am deutschen Modell und würden den Zugang zur Kurzarbeit erleichtern. Sie würden das Instrument bereits einsetzbar und damit auch volkswirtschaftlich effizienter machen.

STANDARD: In welchen Bereichen des Arbeitsmarktes gibt es aus Ihrer Sicht Reformbedarf?

Eder: Hier steht unverändert das Thema Arbeitsflexibilisierung im Mittelpunkt. (Günther Oswald/DER STANDARD; Printausgabe, 29.12.2011)

Wolfgang Eder (59) ist seit 2004 Chef des Stahlkonzerns Voestalpine AG.

Kommentar posten
21 Postings
Bailando Arriba De Una Mesa
03
29.12.2011, 14:10
Was für ein arrogantes, ignorantes A**och

Die Leiharbeiter haben keine andere Wahl, oder glaubt der wirklich, dass jemand freiwillig als Arbeitnehmer zweiter Klasse in eine Firma geht?

chaote2
 
01
29.12.2011, 12:19
Im Übrigen ist Leiharbeitern ihr spezifisches Risiko klar, und sie nehmen dies überwiegend auch sehr bewusst in Kauf.

ja was sollen sie den sonst machen.????
AMS- Kurse belegen???
EINBRECHEN GEHEN? Die Erbtante so vorhanden
in ein besseres Nirvana bringen?
Solche Leute gehörten standrechtlich.....

Stan Laurel
08
29.12.2011, 10:06
Ungeheuerlich

"Im Übrigen ist Leiharbeitern ihr spezifisches Risiko klar, und sie nehmen dies überwiegend auch sehr bewusst in Kauf."

Herr Eder, die nassen Fetzen sind bereit!

Killa vomBilla
00
29.12.2011, 12:07
Ich Spende

Ich Spende einen BierRettich

Cloon
 
11
29.12.2011, 11:43
so ein tr....l

her mit nem Fetzen...

grüsse CLoon

chelene chirsch
08
29.12.2011, 08:11

"Im Übrigen ist Leiharbeitern ihr spezifisches Risiko klar, und sie nehmen dies überwiegend auch sehr bewusst in Kauf. "

das ist eine schlichte frechheit - mit überwältigender mehrheit gibt es schlicht keine andere wahl, auch weil viele firmen kaum bis gar nicht mehr direkt anstellen.

man könnte natürlich den befürwortern auch ein drittel des lohnes abziehen und in sämtlichen teilbereichen schlechterstellungen zukommen lassen - das entspricht in etwa dem "selbstbewusst eingegangenen, spezifischen risiko".

Peter G
04
29.12.2011, 10:10
"Leiharbeiter werden üblicherweise für vorübergehende Produktionsspitzen eingesetzt. Sie helfen, um bei zyklusbedingt schwankender Kapazitätsnutzung Auslastungshochs zu bewältigen."

Auch das ist ein Euphemismus, eine überaus beschönigende Aussage.

Dass Leiharbeiter NUR bei Produktionsspitzen eingesetzt werden, ist glatter Unsinn.

Schon allein wenn man bedenkt, welche Einschulungen für hochtechnische Anlagen erforderlich sind, wird klar, dass nicht einfach nur für kurze Zeit Leute eingestellt werden (auch Einschulungen kosten Geld).

Leiharbeiter in Industriebetrieben sind eine "geplante Manöviermasse".

Die Leiharbeiter können in Krisenzeiten schnell abgebaut werden, und zwar ohne dass das Unternehmen mit Gewerkschaft, AMS oder sonst jemanden verhandeln muss.

Leiharbeiter dienen einzig dazu, die Kündigungsschutzbestimmungen zu umgehen.

The Ghost in the Machine 2.0
 
01
29.12.2011, 12:53
und sie erhöhen die Produktivität (zumindest auf dem Papier) .....

... konkret den Umsatz pro Mitarbeiter - da Leiharbeiter ja externe Mitarbeiter sind.

Keyser
12
29.12.2011, 00:43

Und beim nächsten mal fragen Sie bitte, wie denn die Kooperation mit Trenkwalder so läuft, die haben ja die Voest. Denn da werden die "Risikofreudigen" mit Sicherheit als nächstes der Arbeit ledig werden. :)

Carlos Clementin
04
28.12.2011, 22:27

Und der Headcount, der durch Arbeitstrich verringert wird schlägt sich auch positiv bei den Aktien nieder ...

Thomas Geißler
04
28.12.2011, 20:37

Das Risiko der Leiharbeiter wird aber nicht mehr durch höhere Löhne abgegolten, wie früher.

Carlos Clementin
03
28.12.2011, 22:39

welches "Früher"? zu zeiten der Römer? ... wann war Leiharbeit je höher bezahlt???

Thomas Geißler
01
28.12.2011, 22:50

Ich hab' von Leiharbeiterkollegen gehört, dass es in den 1980ern und teilweise noch in den 1990ern besser war.

Fakten oder Zahlen die das belegen könnten hab' ich leider keine.

chelene chirsch
00
29.12.2011, 08:15

es ist vielleicht teilweise dahingehend besser, als dass durch leiharbeits- und selbstständigenkonditionen möglicherweise bessere bedingungen ausgehandelt werden können (als bei fixanstellung).

beispielsweise haben programmierer in unserer firma oft freiwillig direkte anstellung verweigert, weil sie damit nicht unter die regulären richtlinien (arbeitszeit, gehalt, positionen) fallen.

bei grossen firmen wie hp etwa reden sie sich auf policies aus, laut denen man zuerst e.g. 3 jahre "contractor" sein musste, um "employee" zu werden. bullsh... , das approval dafür bekommt man wohl nie - dafür kann man quasi monatlich neue gehälter aushandeln, was ein "fixer" schon allein nicht darf.

Carlos Clementin
00
31.12.2011, 11:48

zu Freelancer aus eigener Erfahrung ein agree, weil man da sein eigener Chef ist und den Stundensatz direkt bekommt, Fahrtstrecken absetzten kann usw. - richtiges verhandeln vorrausgesetzt, aber als Leihkraft bzw Consultant, da schneidet die Leihfirma gewaltig mit, und dann unterliegt man auch noch deren "Arbeitsbedingungen". Aber ausgepasst liebe Freelancer - rechnet die 14x, die PV,UV,KKasse etc . und lasst euch nicht ausbeuten.

Childerich von Bartenbruch
00
29.12.2011, 13:03
bei großen institutionen ...

... ist es auch durchaus üblich, einen vertrag mit ibm oder einem anderen großen player zu machen, der die aufträge an eine kleinere firma durchreicht, bei der der software-techniker als freelancer arbeitet. an einer arbeitsstelle schneiden so bis zu zwei, drei firmen mit!

runas /user:public\ivan
13
28.12.2011, 20:31
Fremdarbeit und Outsourcing

ist modernes sklaventum!
wenn nicht soviele posten outgesourct wären hätten die menschen ja eine richtig fixe anstellung..
und rechte...

Alpha Centaurus
015
28.12.2011, 20:31

Zitat: "Im Übrigen ist Leiharbeitern ihr spezifisches Risiko klar, und sie nehmen dies überwiegend auch sehr bewusst in Kauf."

Präpotent bis zum geht nicht mehr...

das täntchen wieder
02
28.12.2011, 20:01

" Im Übrigen ist Leiharbeitern ihr spezifisches Risiko klar, und sie nehmen dies überwiegend auch sehr bewusst in Kauf."

was sollen sie sonst auch machen?
http://tinyurl.com/cy35egl

Das wichtigste in aller Kürze!
013
28.12.2011, 19:40

4300 leiharbeiter, für vorübergehende produktionsspitzen, da lügt sich einer aber gar schamlos in den sack.
hr. eder ist ein präpotenter lackl, ich wünsche ihm ein neues leben als zeitarbeiter in dem von ihm geführten konzern und dort, möge er dann zu den 800 gehören die ihren job los sind. und dann, möchte ich gerne lesen, was er auf die neuerlich gestellte frage "was halten sie von leiharbeit?" antwortet.

chelene chirsch
04
29.12.2011, 08:17
bilanzfälschung light...

es hat seinen grund, warum personalkosten in der bilanz als solche benannt werden - und ebenfalls ursachen, warum durch leasing diese personalkosten in die sachaufwände verschoben werden.

neben den unmittelbaren kosten lassen sich so die rückstellungen umso besser verschleiern - quasi ein win-win.

auf der strecke bleibt die dirn... ääh nutt... *hust* mitarbeiter, der meist um ein gutes stück weniger verdient, als seine fix angestellten kollegen... mit irgendwas muss ja der zuhälter auch bezahlt werden.

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