Volkskongress gegen geheime Inhaftierungen

28. Dezember 2011, 17:11

Ein Gesetz, das Festnahmen ermöglichen sollte, ohne die Familie zu informieren, wurde für illegal erklärt

Es kommt im sozialistischen China nicht oft vor, dass Parteizeitungen und Bürgerrechtler gleichermaßen den Volkskongress loben, weil der sich für ein Stück mehr Rechtssicherheit einsetzt. Am Dienstag passierte genau das. Mehr als 80.000 schriftliche Einsprüche von Bürgern halfen die Abgeordneten zu überzeugen, einen Entwurf für ein umstrittenes neues Ermächtigungsgesetz zu kippen, das Pekings Weg in den Polizeistaat legalisiert hätte. Der Rechtsausschuss des Parlaments zog eine geplante neue Bestimmung zur Revision des von 1996 stammenden Strafrechts wieder zurück. Sie hätte in einem Zusatz der Polizei erlaubt, bei Straftaten mit "staatsgefährdendem oder terroristischem Hintergrund" Verdächtige festzunehmen und festzuhalten, ohne ihre Familien innerhalb von 24 Stunden benachrichtigen zu müssen.

Bei der zweiten Lesung des revidierten Strafrechts ließen die Abgeordneten den Zusatz ersatzlos streichen. Sie bestanden darauf, dass die Polizei bei jedem Festgenommenen die Familie innerhalb von 24 Stunden informieren muss, wo er einsitzt und wessen er beschuldigt wird. Nur wenn Gefahr im Verzug ist oder wenn niemand informiert werden kann, sind Ausnahmen zulässig.

Parteizeitungen wie die Renmin Ribao begrüßten die "klare Regelung". Guangming Ribao schrieb, dass sich "die Bewahrung von Menschenrechten in den Details verkörpert". Sie druckte eine Karikatur, auf der eine Seite aus dem Strafgesetzbuch herausgerissen wird. Auf ihr steht: "Heimliche Inhaftierungen."

Lob von Bürgerrechtlern

Bürgerrechtler wie Liu Xiaoyuan lobten in Blogs die für mehr Rechtsstaatlichkeit stehende Entscheidung. Liu gehörte ebenso wie der Künstler Ai Weiwei im Frühjahr zu den Betroffenen polizeilicher Willkürfestnahmen. Sie wurden verschleppt wie dutzende andere Anwälte, Autoren oder Aktivisten, weil die Behörden ihnen unterstellten, nach arabischem Vorbild eine Jasminrevolte anzetteln zu wollen. Ihre Familien wurden nicht informiert.

Die Behörden stützen sich auf "Polizeiregeln", nach denen sie, ohne Richter oder Staatsanwalt zu fragen, mutmaßliche Straftäter festnehmen und bis zu einem halben Jahr an geheimen Orten verhören konnten. Opfer von solch oftmals politisch motivierter Polizeiwillkür wurde auch Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo. (erl, DER STANDARD-Printausgabe, 29.12.2011)

Kommentar posten
21 Postings
nobobo
13
29.12.2011, 01:14
die zensur hier ist eindeutig amerikanisch

fruher haette man gesagt derstandard zensiert wie die chinesen.

aber hallo, was habt ihr eigentlich wirklich fuer ein problem mit USA-kritischen posts ? muesst ihr die loeschen, wer zwingt euch dazu, die geldgeber ?

ich erwarte eine antwort der redaktion

Der Zwersch
20

...motzte der Kampfposter mit einem seiner 50 Accounts.

AnnoN
14
29.12.2011, 00:49
waere wirklich besser fuer die menschheit

wenn china die rolle des weltfuehrers uebernehmen wuerde anstatt die faschistische USA.

max mustermann10000103
13
29.12.2011, 00:08
hoffentlich kann sich der faschismus in den USA nicht durchsetzen

was dort zur zeit abgeht wird im standard leider ueberhaupt nicht berichtet.
die USA rutscht in den faschismus hinab, buergerrechte gibt es nicht mehr, die USA sind ein totalitaerer polizeistaat.
die oesterreichische politik orientiert sich daran.
wehret den anfaengen !

AnnoN
12
29.12.2011, 00:00
soetwas ist nur noch in den USA moeglich

nirgendwo sonst auf der welt ist die gefahr eines faschistischen ausbruches groesser.

die FEMA richtet sich gegen das volk, der terrorist ist der staatsbuerger.

boykott USA !

Adam Markus
28
28.12.2011, 21:39

Nun hat China die "freie Welt" bald auch schon bei der Freiheit überholt. Das spricht nicht wirklich für unsere "Eliten".

nobobo
02
29.12.2011, 02:07
"unsere" eliten

sind ja auch faschisten

readymate
21
29.12.2011, 02:01
Ehe

Sie sich vor Freude in die Hose machen, lesen Sie doch noch das hier:

http://derstandard.at/132450145... -Realitaet

.

Dr.Richard Kimble
012
28.12.2011, 19:02

Wäre in den USA unwahrscheinlich...

der schwitzbär der schwitzt sehr
325
28.12.2011, 18:43
Vorbild für Menschenrechte - China

Man beachte, wie sich dort alles verbessert

In den USA wurde vor Weihnachten beschlossen, daß jeder (jeder!), der auch nur irgendwie "terrorverdächtig" (riesen Grauzone) ist, festgenommen und

- auf unbestimmte Zeit
- an beliebigem Ort

festgehalten werden darf. Bagram, Guantanamo - wo auch immer

Auch US-Bürger. Nix habeas corpus. Nix Menschenrechte.

Die ehemalige Qualitätszeitung hat's wie immer gut verschwiegen.

derrabe
01
28.12.2011, 23:51

ja im moment schauts so aus

aber es gibt den spruch:

macht korrumpiert -
absolute macht korrumpiert absolut

die werden in paar jahren sicher den gleichen weg wie die usa einschlagen

denn früher oder später werden auch deren politiker geschmiert

onlooker
00
29.12.2011, 13:13
natürlich gibt es auch heute korruption, nur wenn die erwischt werden, sind sie auch einen kopf kürzer, bin aber gegen die todesstrafe,

onlooker
00
29.12.2011, 13:11
natürlich gubt es sicher auch heute s

Redwraithvienna
12
28.12.2011, 22:01
Und wie heisst Gesetz dazu ?

Muss ja irgend einen Namen haben ?

der schwitzbär der schwitzt sehr
07
28.12.2011, 22:17

eigenes Gesetz macht man mit solchen Dingen doch längst nicht mehr

es ist in der Neufassung des National Defense Authorization Act (NDAA) versteckt

abgesegnet im Kongreß am 15.12.

Shadow
12
28.12.2011, 23:19
und SOPA steht als nächstes an.

es fehlt wirklich nicht mehr viel und man ist in china freier als in der so genannten freien welt.

NONE
215
28.12.2011, 18:37

"Es kommt im sozialistischen China nicht oft vor"

Wer schreibt so etwas bitte?

Der Sinomarxismus ist schon lange nicht mehr "sozialistisch". China betreibt eine aktive - und zur Zeit erfolgreiche - Mischform.

Man kann China nicht in eine Rubrik "Sozialismus" einordnen, dafür hat sich viel zu viel IN China verändert.

Passender wäre die Wortwahl Sinomarximus.

Und wenn man schon China als sozialistisch bezeichnet dann doch bitte die USA ehrlicherweise auch als konzernfaschistisch. Das Guantanamo-Gulag ist jeder echten Demokratie unwürdig und dient einer reinen Politik der Konfrontation, um Angriffskriege zu legitimieren. Ging es den USA um Menschenrechte als sie Noriega entführten? Oder störte es sie das er aufmüpfig wurde.

nobobo
22
29.12.2011, 02:08
ist denn "sozialistisch" fuer sie ein schimpfwort ?

da sieht man wieder einmal wie weit nach rechts unsere freie gesellschaft gerueckt ist.

AnnoN
22
29.12.2011, 02:04

so eine schreibe kommt von extrem rechten antisozialisten

G-Frasta
09
29.12.2011, 01:14

Recht haben Sie!

Schon im Geschichteunterricht habe ich es gehasst,
wenn meine Lehrerin versucht hat, die Welt in demokratisch und kommunistisch aufzuteilen.

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