Prost

2011 bringt Umsatz­rekord im Weinexport

28. Dezember 2011, 15:41

Der Tropfen aus Österreich ist vor allem in den USA und der Schweiz beliebt, für Deutschland gab es einen Rückgang

Wien - Die heimischen Winzer dürfen sich heuer erneut über einen Umsatzrekord im Export und erstmals über einen Durchschnittspreis von mehr als 2 Euro pro Liter Wein freuen. Nach zwei Jahrgängen mit einer historisch geringen Ernte wurde 2011 im Export mit 126 Mio. Euro dennoch ein Plus von 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erzielt. "Die Durchschnittspreise sind aufgrund des signifikanten Mengenrückgangs (-25 Prozent) stark gestiegen", so die Österreich Wein Marketing (ÖWM). Exporterfolge unter anderem in der Schweiz und Liechtenstein, USA, Niederlande und Schweden konnten den Rückgang in Deutschland mehr als ausgleichen.

"Die Weine werden nicht mehr zu Schleuderpreisen im Billig-Segment abgesetzt", betonte ÖWM-Chef Willi Klinger. Es gebe weniger Aktionen zu Tiefstpreisen, zu denen man in Österreich ohnehin nicht kostendeckend produzieren könne. "Trotz der gestiegenen Durchschnittspreise ist Wein aus Österreich in Anbetracht der tollen Qualität weiterhin günstig." Diese positive Entwicklung spiegle "die hervorragende Arbeit unserer Winzer wider", freut sich Klinger.

Rückgang bei Export-Menge

Die exportierte Weinmenge geht 2011 aufgrund der geringeren Ernte 2009/10 um 25 Prozent auf 46,5 Mio. Liter zurück, erwartet die ÖWM in ihrer Hochrechnung basierend auf Zahlen der Statistik Austria. Der Durchschnittpreis ist damit von 1,98 Euro je Liter im vergangenen Jahr auf 2,71 Euro je Liter im Jahr 2011 in die Höhe geschnellt.

Die Fassweinexporte gingen mengenmäßig im Vergleich zu 2010 um 57 Prozent zurück, der wertmäßige Rückgang betrug hingegen nur 25 Prozent auf 8,5 Mio. Euro. Die ÖWM freut sich über "sensationelle Wertzuwächse" bei den Flaschenweinexporten. 2011 wurden heimische Weinflaschen im Wert von 117,5 Mio. Euro exportiert (+5 Prozent), die Menge ging jedoch um 13 Prozent auf 39 Mio. Liter zurück. Der Durchschnittspreis pro Flasche stieg damit von 2,5 Euro/Liter im Jahr 2010 auf mehr als 3 Euro/Liter im 2011.

Die Ausfuhren ins wichtigste Exportland Deutschland gingen wegen der rückläufigen Fassweinexporte um 3,5 Prozent auf 69,5 Mio. Euro zurück. Wertmäßige Exporterfolge vor allem in der Schweiz (inkl. Liechtenstein) mit 15,1 Mio. Euro (+6 Prozent), USA mit 8 Mio. Euro (+9 Prozent) konnten den Rückgang in Deutschland ausgleichen. In Finnland (+48 Prozent), Schweden (+27 Prozent), Niederlanden (+14 Prozent) sowie Großbritannien (+11 Prozent) konnte die Erlöse deutlich gesteigert werden.

Die große Weinernte 2011 von rund 2,6 Mio. Hektoliter (2010: 1,7 Mio. hl) wird die Durchschnittpreise im nächsten Jahr aber voraussichtlich wieder deutlich nach unten drücken. "Wir müssen die Flaschenweinexporte weiter ausbauen und auch in Jahrgängen mit größerer Erntemenge den Durchschnittspreis gegen 3 Euro/Liter steigern", hofft der ÖWM-Chef. "Bei einer möglichen Exportmenge von 60 bis 70 Mio. Liter, inklusive einer wahrscheinlich immer bestehenden Fassweinmenge von 8 bis 10 Mio. Liter, könnte das einen Exportwert von rund 200 Mio. Euro ergeben", erwartet Klinger. (APA)

Veltliner & Co
10
29.12.2011, 11:45
An der Schmerzgrenze

Selbst österreichische Lokale hier in Deutschland kaufen inzwischen wenig Weine aus Österreich, weil ihnen die einfach zu teuer sind. Wenn das Bewusstsein für Qualität nicht da ist, ist der Preis kaum zu argumentieren.

LGL
00
21.1.2012, 07:55
Dann kann ich mir aber nicht vorstellen, welche Weine sie ihren Gästen zumuten

Jedenfalls kostet ein ordentlicher österreichischer Weisswein immer noch deutlich weniger als etwa ein deutscher Weisswein vergleichbarer Qualität. Bei unterdurchschnittlichen Weinen dürfte die Situation anders sein, aber da kenne ich mich nicht aus.

Bei Rotweinen ist die Situation ganz anders - und wer deutsche Rotweine trinkt dem ist ohnehin nicht zu helfen.

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03
28.12.2011, 17:09
Auch wenn man die Floskel "jede Krise ist eine Chance" nicht mehr hören kann

die Geschichte des österreichischen Weins, ist der Beweis, dass es stimmen kann. Aus billigem, teils gepanschtem Schüttwein wurde nach dem Super GAU von 1986 ein Hochqualitätssegment, dass weltweit mitspielen kann. Doppler gibt es halt nicht mehr so viel :)

LGL
00
21.1.2012, 08:08
ich wage sogar zu behaupten

dass in Österreich der Wein das einzige Nahrungsmittel überhaupt ist dessen Qualität in den letzten 20 Jahren eindeutig besser geworden ist. Und wie die wirtschaftlichen Ergebnisse zeigen hat sich diese Qualitätsverbesserung auch ganz eindeutig gelohnt.

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