Wien will 2012 Neubau-Niveau halten

28. Dezember 2011, 15:09

Stadtrat Ludwig: Keine neuerliche Wohnbau-Initiative 2012 - Baubeginn von 6.500 Wohnungen nur dank privater Partner möglich

Wien - Die Stadt Wien will trotz des engen budgetären Korsetts 2012 die Anzahl an Neubauten beim geförderten Wohnbau so gut wie halten. Vorgesehen ist die Fertigstellung von rund 6.500 Wohnungen bis Ende nächsten Jahres. Heuer liegt man bei 6.800 Einheiten. Gleichzeitig ist der Baubeginn von weiteren rund 6.500 Wohnungen geplant, sagte Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) am Mittwoch in einer Pressekonferenz. Diese Zahl lässt sich allerdings nur mit Hilfe privater Partner erreichen.

Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung bestehe derzeit pro Jahr ein Bedarf von rund 8.000 neuen Wohnungen in der Bundeshauptstadt, so der Ressortchef. Etwa 1.500 stellt der frei finanzierte Markt, für den Rest - also 6.500 - stellt die Stadt Fördermittel zur Verfügung. "Das können wir auch nächstes Jahr einlösen", versicherte Ludwig. Nicht zuletzt deshalb, da die Förderzusagen zum guten Teil noch aus jener Zeit stammen, als das Wohnbauressort noch über mehr Mittel verfügte.

Wohnbau-Budget bei 557 Millionen

2011 wurde infolge der Krise das Wohnbaubudget von vorher 600 Mio. auf rund 530 Mio. Euro gekürzt. Für das kommende Jahr stehen Ludwig 557 Mio. Euro zur Verfügung. Dies würde allerdings nicht reichen, um den Neubau der nötigen 6.500 geförderten Wohnungen zu finanzieren. Deshalb rief Wien Mitte März eine Initiative ins Leben.

Dabei erhalten private Konsortien günstige Darlehen von der Stadt, im Gegenzug verpflichten sich die Partner u.a. zu Mietobergrenzen, die an den geförderten Wohnbau angelehnt sind. Durch diese Aktion sollen in den kommenden Jahren insgesamt 6.250 Wohnungen entstehen. Allein 2012 wird mit dem Bau von 1.800 Einheiten - der Großteil davon in der Seestadt Aspern - begonnen, wodurch der Rückgang im rein geförderten Bereich kompensiert wird.

Keine Neuauflage

"Es wird in den nächsten Jahren besonders schwer sein, Mittel zu bekommen, die über dem Wert von 2010 liegen", zeigte sich Ludwig realistisch. Eine Neuauflage der sogenannten Wohnbauinitiative sei aber nicht vorgesehen, da es einerseits für günstige Kredite lediglich ein kurzes Zeitfenster gegeben habe und andererseits die Stadt Grundstücke zur Verfügung gestellt habe, weshalb diese Reserven nun weitgehend ausgeschöpft seien.

Neben dem Neubau liegt ein weiterer Schwerpunkt 2012 in der geförderten Sanierung. Heuer konnten 240 Anlagen mit mehr als 9.900 Wohnungen fertiggestellt werden. Ludwig rechnet mit einem ähnlichen Wert bis Ende nächsten Jahres. Genau könne man das aber nicht prognostizieren, da der Zeitplan allein in der Hand der oft privaten Hauseigentümer liege. Die Stadt erteile lediglich die Förderungszusage. Derzeit werden jedenfalls 376 Objekte mit 23.755 Einheiten und einem Gesamtbauvolumen von 671,1 Mio. Euro renoviert.

Weniger Sanierungen

Darüber hinaus will die Stadt im kommenden Jahr die Sanierung von etwa 6.500 Gemeindewohnungen in Angriff nehmen. Das sind rund 1.700 weniger als heuer. Der Stadtrat begründete dies damit, dass in den vergangenen Jahren bereits die großen Anlagen saniert wurden und nun kleinteiligere Häuser an der Reihe seien, wo sich die Renovierung aufwendiger gestalte. Insofern liegt das diesbezügliche Investitionsvolumen 2012 bei 236 Mio. Euro und damit nicht allzu sehr unter dem Niveau des heurigen Jahres (250 Mio. Euro). (APA)

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