Methanproduktion in intakten Binnengewässern unterschätzt

28. Dezember 2011, 14:46

Deutsche Forscher wiesen Anreicherung von Methan in nährstoffarmem See nach

Bisher galten im wissenschaftlichen Tenor hauptsächlich nährstoffreiche und sauerstoffarme Seen als Methan-Produzenten. Dass intakte Binnengewässer als Quelle von Treibhausgasen aber zu unrecht eher unbeachtet geblieben sind, konnte nun ein deutsches Forschungsteam zeigen und vor wenigen Wochen in den "Proceedings" der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften ("PNAS") publizieren.

Im Schlamm am Grunde eines Sees zersetzen sauerstoffmeidende (anaerobe) Bakterien die sedimentierten Stoffe. Dabei können unter anderem Methan und Kohlendioxid entstehen. Diese Gase werden im Freiwasser von anderen Mikroorganismen genutzt, aber ein gewisser Anteil entweicht in die Atmosphäre. Je nach Nährstoffgehalt des Gewässers unterscheidet sich die Aktivität der dort vorkommenden Bakteriengemeinschaften und damit die Menge an produziertem Methan und Kohlendioxid.

Untersuchung

Die Arbeitsgruppe von Hans-Peter Grossart vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei wies nun aber im Stechlinsee, einem nährstoffarmen See, in den gut durchlüfteten oberen zehn Metern Wassersäule eine Anreicherung von Methan nach. Die maximale Methanproduktion fand in sechs Metern Tiefe statt, wo die Sauerstoffkonzentrationen sogar übersättigt waren. "Der Grund für die erhöhten Methankonzentrationen ist, dass auch in den sauerstoffhaltigen Zonen des Sees Methan produziert wird und gleichzeitig die Produktion und die Oxidation von Methan räumlich getrennt stattfinden. In den Sommermonaten sind Seen wie der Stechlin stark geschichtet, sodass die methanoxidierenden Bakterien das in den gut durchlüfteten oberen Schichten des Sees gebildete Methan nicht abbauen können und dort daher erhöhte Methankonzentrationen auftreten", erklärte Grossart.

Vermuteter Hintergrund

Diese Freilandbeobachtungen ließen sich auch im Labor mit Seewasser und den entsprechenden Bakterien nachweisen. Die Methanproduktion wurde durch die Zugabe von Phosphor als Nährstoff nicht beeinflusst. Diese Ergebnisse zeigen, dass Methan unabhängig vom Sauerstoffgehalt in Seen gebildet werden kann. Die Wissenschaftler vermuten, dass die hierfür verantwortlichen Bakterien potenziell methanbildende Archaeen sind (früher auch Urbakterien genannt), die in enger Assoziation mit bestimmten Algenarten vorkommen.

Durch die enge Kopplung der Mikroorganismen ist der direkte Transfer von molekularem Wasserstoff und organischen Verbindungen zu den Archaeen möglich, ohne dass der freie Sauerstoff die Methanbildung beeinflusst. Dies steht im krassen Widerspruch zu der langjährigen wissenschaftlichen Meinung, dass Methan nur in sauerstofffreiem Milieu gebildet werden kann. Die Umwandlung von Wasserstoff zu Methan in Anwesenheit von Sauerstoff bietet interessante biotechnologische Möglichkeiten, so die Forscher.

Klimawandel

Die neue Erkenntnis müsse aber auch in Hinsicht auf den Klimawandel bedacht werden: "Darüber hinaus tut die Klimaforschung gut daran, die Rolle der Binnengewässer für den Ausstoß von Klimagasen stärker zu berücksichtigen", so Grossart. Kollegen aus seiner Abteilung hatten in einer früheren Studie berechnet, dass im Sommer pro Hektar Wasserfläche eines nährstoffreichen, sauerstoffarmen Sees täglich 12.000 Liter klimarelevantes Gas entweicht und die Luft mit 6,2 Kilogramm Kohlenstoff belastet. "Angesichts einer Fläche von 2,5 Millionen Quadratkilometern, die Binnengewässer weltweit einnehmen, wird die Dimension des Problems klar", meinte Grossart.

Auch wenn in einem intakten Gewässer wie dem Stechlinsee eine Methanbildung nachgewiesen werden konnte, bleiben vor allem stark mit Nährstoffen belastete Gewässer eine größere Quelle für klimarelevante Gase wie Methan und Kohlendioxid. "Den ökologischen Zustand von Gewässern zu verbessern ist demnach auch ein Beitrag zum Klimaschutz", so Grossart. (red)

3dGeist
72
29.12.2011, 11:28

Diese Meldung zeigt wieder das die "Klimaforscher" keine außreichenden Daten haben, wie sie hier selbst zugeben, aber Voraussagen für die nächsten Jahrzehnte treffen.
Ich hoffe dieser Humbug nimmt bald ein Ende.
Das Klima hängt von so vielen Faktoren ab das man es nicht über den CO2 Anteil steuern kann, obwohl uns das die Klimalobby weissmachen will.

nomad13
21
29.12.2011, 21:05
Man muss da geopolitisch die Vor u NAchteile erwägen samt der Banker Peak oil Ver*rsche

http://derstandard.at/plink/132... 6/24221162
www.kth.se/aktuellt/... 72?l=en_UK
Mit Energie kontrolliert man ALSO die Masse bis zum kleinsten aller Wichte
Die Co2zocke zockt die Leute ab-transferiert uns in die Deindustrialisierung-samt Globalisierung!?:
http://derstandard.at/plink/132... 5/24210819
ABER! wie im link klar zu erkennen-diese Zocke beinhaltet auch sinnvolle Massnahmen.Gleiches gilt für obigen Artikel -als Gewässerschutz

Für das kleine Ö hab ich es immer so gesehen-ihr habt die Chance auf Autarkie-aber wenn die Politiker es als Abzocke benutzen anstatt in die Forschung-so liegt es an euch erbärml.Wichten weche dass zulassen
Der korrumpierte Teich verliert dagegen
dass kann aber euch egal sein

Searles
 
10
29.12.2011, 13:14

Irgendwer, der die Meinung dieses verwirrten Geistes teilt?

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